Nordstadtblogger

„Djelem Djelem“: zum Roma-Kulturfestival gibt es ein Wiederhören mit der Brass Band „Fanfare Ciocârlia“

Veranstalter und Organisatoren freuen sich auf die dritte Auflage des Roma-Kulturfestivals. Foto: Alex Völkel

Veranstalter und Organisatoren freuen sich auf die dritte Auflage des Roma-Kulturfestivals. Fotos: Alex Völkel

 Von Joachim vom Brocke

Mit ganz viel Musik, aber auch mit Lesung, Diskussion, Filmabenden, einer Schauspielaufführung und etlichen Partys gibt es vom 28. August bis 11. September die dritte Auflage von „Djelem Djelem“, dem Roma-Kulturfestival in Dortmund. Zentrum des Veranstaltungsreigens ist die Nordstadt als Stadtteil, der am stärksten von Zuwanderung und kultureller Vielfalt geprägt ist.

Begegnung von Kunst und Alltagskultur – immer mehr PartnerInnen machen mit

Das zweite Familienfest im Rahmen des Roma-Kulturfestivals Djelem Djelem war ein Besuchermagnet.

Erneut wird es das Djelem Djelem-Familienfest im Rahmen auf dem Nordmarkt geben.

Neu als Aufführungsorte sind diesmal der Jazzclub domicil an der Hansastraße und das Torhaus im Rombergpark dabei. An den Festivaltagen soll die Möglichkeit geboten werden, die vielen Facetten der reichen Roma Kultur zu erleben. Schätzungsweise rund 8000 Roma leben in Dortmund, genaue Statistiken darüber gibt es nicht.

Für Berthold Meyer, dem Leiter des Theater im Depot, ist bei Djelem Djelem „die Begegnung von Kunst und Alltagskultur plus der vielen sozialen Elementen“ wichtig. Gerda Kieninger, Vorsitzende des AWO-Unterbezirks Dortmund und SPD-Landtagsabgeordnete, freute sich darüber, „dass das Festival immer größer wird“.

Sie hob die „Begegnung mit anderen Menschen und Kulturen“ hervor – eine der wichtigsten Aufgaben der AWO als Mitveranstalter von Djelem Djelem. Die Nordstadt als lebendiger und multikultureller Stadtteil sei der ideale Veranstaltungsort für diese Reihe.

Hagen, Gelsenkirchen, Duisburg wollen einsteigen – Bekannteste rumänische Band zu Gast

Nach fast 20 Jahren sind die zwölf Musiker von „Fanfare Ciocârlia“wieder in Dortmund zu erleben, die bereits - damals noch unbekannt - das Microfestival bereicherten.

Nach fast 20 Jahren sind die zwölf Musiker von „Fanfare Ciocârlia“wieder in Dortmund. Foto: Veranstalter

„Viele spannende und interessante Menschen haben sich durch diese Reihe kennengelernt“, meinte Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Djelem Djelem sei so erfolgreich, dass die Städte Hagen, Gelsenkirchen und Duisburg das Konzept übernehmen und künftig mit einsteigen möchten.

Für die Roma in der Stadt sei die Reihe wichtig, so Sami Dzemailovski von Carmen e.V. und JuRoma: „Wir fühlen uns wahrgenommen und können dabei unsere Probleme etwas vergessen“.

Schon vor dem offiziellen Beginn am 2. September wird ins Programm gestartet. Im domicil an der Hansastraße ist am Sonntag, 28. August, 19 Uhr, die Balkan-Brass-Band „Fanfare Ciocârlia“ zu Gast, die „wohl bekannteste Band aus Rumänien“, wie Berthold Meyer versicherte.

Nach fast 20 Jahren sind die zwölf Musiker wieder in Dortmund zu erleben, die bereits – damals noch unbekannt – das Microfestival bereicherten. Karten für 25 Euro, ermäßigt 12,50, gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Die weiteren Höhepunkte im Djelem Djelem-Programm:

Freitag, 2. September, 18 Uhr, Projektpräsentation „Königreich Nordstadt“ im Theater im Depot, Immermannstraße 29. Eine Performance mit Tanz-, Foto- und Videodarbietungen. Lebensgeschichten von Kindern aus der Dortmunder Nordstadt. Der Eintritt ist frei.

19 Uhr „Der Eremit“, Lesung und Diskussion mit Ruždija Russo Sejdović. Begleitet wird der Eröffnungsabend von bulgarischen Straßenmusikern aus Dortmund mit Spezialitäten vom Balkan. Eintritt frei.

Völlig überfüllt war der Große Saal der Auslandsgesellschaft, wo am Donnerstagabend eine Podiumsdiskussion zum Start von "Djelem Djelem" stattfand.

Es wieder Podiumsdiskussionen und Workshops bei „Djelem Djelem“ geben.

Samstag, 3. September, 20 Uhr, Gastspiel des TKO Theater Köln mit „Schwarzbrot“ von Davor Spisic. Eintritt frei.

Montag, 5. September, 18 Uhr, „Aktiv, weiblich, Romni“, Roma Frauen im Gespräch. Eine Podiumsdiskussion mit Sabina Salimovska (Berlin), Elena Predjuka (Dortmund) und Fatima Hartmann (Moderation, Köln) in der Auslandsgesellschaft NRW an der Steinstraße. Eintritt frei.

Dienstag, 6. September, 19 Uhr, „Vom Traum zur Realität“. im Kino sweetSixteen im Depot wird der Dokumentationsfilm in den Originalsprachen deutsch, rumänisch, türkisch mit deutschen Untertitel gezeigt. Eintritt frei.

Mittwoch, 7. September, 18.30 Uhr, Diskussion im Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstraße, „Zur Lebens- und Arbeitssituation der Roma in Dortmund“ mit den städtischen Gesellschaften EDG (Entsorgung Dortmund), der DOGEWO21 (Wohnen) und dem Haus der europäischen Roma, Romano Than mit Musik vom Romeo Franz Ensemble.

Das Roma-Kulturfestival Djelem Djelem geht Anfang September in die dritte Runde.

Das Roma-Kulturfestival Djelem Djelem geht Anfang September in die dritte Runde.

Donnerstag 8. September, von 9.30 bis 18 Uhr im Theater im Depot Fortbildung und Podiumsdiskussion zum Thema „EU-Zugewanderte und Geflüchtete: Fragen des deutschen und europäischen Aufenthalts- und Sozialrechts“. Ab 16 Uhr ist der Nachmittag frei zugänglich für alle Interessierten. Kostenbeitrag zur Fortbildung: 20 Euro, Anmeldung erforderlich unter m.joekale@awo-dortmund.de

18 Uhr Halle im Depot: Eröffnung der Foto-Ausstellung „Roma“ in Kooperation mit dem Freelens Verband. Eintritt frei, außer bei der Museumsnacht am 17. September.

Freitag, 9. September, 18 Uhr, Blockparty mit Gipsy Mafia feat. Castro, SBK Basement und Style Revolution. Gipsy Mafia ist eine 2006 gegründete Roma-Hip-Hop-Gruppe aus dem serbischen Zrenjanin, SBK Baseman ein Zusammenschluss mehrerer Rapper, DJ’s und Produzenten sowie Neso, Dino und Deki, die das HipHop Tanztrio „Style Revolution“ bilden. Der Eintritt ist frei.

Ein besonders starkes Zeichen: Die Roma-Flagge "weht digital" auf dem U-Turm.

Ein besonders starkes Zeichen: Die Roma-Flagge „weht digital“ auf dem U-Turm in Dortmund.

Samstag, 10. September, 21 Uhr: Balkanparty mit DJ Click (Frankreich) und dem „Projekt Rakija“ (Bosnien/Niederlande) im Dietrich-Keuning-Haus.

Sonntag, 11. September, um 13.30 Uhr startet ein Demonstrationszug für Vielfalt, Toleranz und Solidarität und gegen Antiziganismus vom Stollenpark zum Nordmarkt, begleitet von der Balkan Brass Band. Ab 14 Uhr startet auf dem Nordmarkt ein Familienfest mit internationalen Spezialitäten, Indoangeboten und viel Musik. Der Eintritt ist frei.

18 Uhr: im Torhaus Rombergpark gibt es ein Konzert mit dem „Lulo Reinhardt Duo“. Lulo Reinhardt, Gitarre und Ulli Krämer, Percussion. Eintritt. 8 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Karten gibt’s bei DORTMUNDticket, Max-von-der-Grün-Platz 5.

19 Uhr Filmabend „Gadjo Dilo – Geliebter Fremder“ im sweetSixteen-Kino im depot. Der Eintritt ist frei.

Für die Kinder von Deutschen und Neuzuwanderern gab es viele Spielangebote.

Für die Kinder von Deutschen und Neuzuwanderern wird es viele Spielangebote geben.

Mehr Informationen: 

  • Djelem Djelem, ein Lied, ist die internationale Hymne der Roma. Bevor das Lied zur internationalen Hymne der Roma wurde, war es ein traditionelles Roma-Liebeslied, das während der 1960er Jahre bei den serbischen Roma sehr beliebt war.
  • Djelem Djelem wird veranstaltet vom AWo-Unterbezirk Dortmund, dem Kulturdezernat und dem Jugendamt der Stadt, Carmen e.V. Junge Roma Aktiv, Theater im Depot, der Auslandsgesellschaft NRW, dem Planerladen e.V., Quartiersmanagement Nordstadt, Dietrich-Keuning-Haus, dem Jazzclub domicil sowie zahlreichen weiteren Partnern und Förderern.
  • Internet: www.awo-dortmund.de und www.depotdortmund.de

Mehr zum Roma-Kulturfestival Djelem Djelem 2015 auf nordstadtblogger.de:

Mehr zum ersten Roma-Festival im Jahr 2014:

Ein Gedanke zu “„Djelem Djelem“: zum Roma-Kulturfestival gibt es ein Wiederhören mit der Brass Band „Fanfare Ciocârlia“

  1. Planerladen

    Lesung und Diskussion mit Ruždija Russo Sejdović: „Der Eremit“

    Im Buch „Der Eremit“ werden in mehreren Kurzgeschichten die Themen Identität, Heimat und Ausgrenzung aufgegriffen und auf literarische Weise verarbeitet. Der Autor Ruždija Russo Sejdović schreibt im zum Teil autobiographischen Kurzgeschichten über seine Kindheit im ehemaligen Jugoslawien, das Zusammenleben der Menschen unterschiedlichster Herkunft und über die Roma mit ihren Sorgen und Hoffnungen.

    Ruždija Russo Sejdović wird neben der Lesung einige seiner Kurzgeschichten aus seinem Buch auch über die Literatur der Roma berichten. Moderiert wird die Veranstaltung von Bastian Pütter vom bodo e.V.

    Zur Person:
    Ruždija Russo Sejdović ist Roma-Schriftsteller, lebt in Köln und hat mehrere Bücher geschrieben. Geboren 1966 in Ublima bei Podgorice, Crna Gora (Montenegro).

    Er schreibt Poesie, kurze Prosa, sowie Dramen auf Romani und Deutsch. Außerdem ist er als Übersetzer in der Roma-Zeitschrift ALAV -Podgorica und als Mitglied im Literaturclub KOD-Podgorica tätig, und Redaktionsmitglied bei NEVIPE E-Zeitschrift Rom e.V. Köln.

    Eine Veranstaltung des Planerladen e.V. in Kooperation mit der Alevitischen Gemeinde Dortmund e.V. im Rahmen des Djelem Djelem-Festivals.

    Datum: 02.09.2016

    Uhrzeit: 19.00 Uhr
    
Ort: Theater im Depot, Immermannstr. 29, 44147 Dortmund
    Eintritt frei

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