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Zweite Immobilie in der Nordstadt gekauft: Die AWO schafft weiteren bezahlbaren Wohnraum im Schleswiger Viertel

Im überdachten Hauseingang machen es sich Tag und Nacht Junkies gemütlich.

Im überdachten Hauseingang machen es sich Tag und Nacht Junkies gemütlich. Fotos: Alex Völkel

Die AWO möchte ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und hat ein weiteres Haus im Schleswiger Viertel in der Nordstadt gekauft. Nach einer umfassenden Modernisierung und Sanierung will die AWO das derzeit leerstehende Haus neu vermieten.

„Wir wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen beziehungsweise erhalten“, betont Frank Czwikla, Leiter der AWO-Baukommission. Ende Mai haben die Auf- und Ausräumarbeiten begonnen. „Es wäre schön, wenn die Arbeiten bis zum Jahreswechsel abgeschlossen sind.“

Immobilie voller Sperrmüll im schwierigsten Brennpunkt der Nordstadt gekauft 

 Frank Czwikla, Leiter der AWO-Baukommission, inspiziert den Wasserschaden an der Decke.

Frank Czwikla, Leiter der AWO-Baukommission, inspiziert den Wasserschaden an der Decke.

Das ein- bis 1,5-fache des Kaufpreises wird die Arbeiterwohlfahrt in das Haus investieren müssen. Unter anderem gibt es in einer Wohnung einen gravierenden Wasserschaden und Risse in der Decke, weil die darüber befindliche Dachterrasse undicht ist. Die AWO hofft, diese erhalten zu können.

Das Haus war zwar kein klassisches Problemhaus, konnte aber zuletzt von der Eigentümerin nicht mehr bewirtschaftet werden. Sie lebte zuletzt alleine in dem vierstöckigen Haus mit einer Wohnfläche von ca. 470 Quadratmetern – aufgeteilt in mehrere Wohnungen. Es wurde im Jahr 1904 errichtet, die An- und Umbauten stammen aus dem Jahr 1956.

Die Immobilie war voller Sperrmüll und liegt mitten im schwierigsten Brennpunkt der Nordstadt. Diverse Containerladungen mit Unrat musste das beauftragte Unternehmen aus der Immobilie schaffen. Junkies versammeln sich regelmäßig dort. Auch dubiose Spekulanten hatten versucht, Druck auf die Eigentümerin auszuüben, um das Haus zu kaufen.

Planungen sind noch nicht abgeschlossen: Eine weitere Kinderstube im Ladenlokal?

Die AWO hat ein Haus mit jeder Menge Sperrmüll gekauft.

Die AWO hat ein Haus mit jeder Menge Sperrmüll gekauft.

Dagegen hatte sich die Eigentümerin bis zuletzt gewehrt. Umso positiver ist es, dass jetzt die AWO den Zuschlag bekommen hat. Sie hat bereits vor vier Jahren das Nachbarhaus gekauft und saniert. Es ist voll vermietet – unter anderem an Studierende.

Im Erdgeschoss des neuen Hauses befindet sich auch ein Ladenlokal, welches nun ebenfalls hergerichtet werden soll. Eine Überlegung ist, dort oder im Nachbargebäude eine weitere Kinderstube einzurichten. Die Planungen sind dafür noch nicht abgeschlossen, erklärt Czwikla.

Bedarf für weitere Kinderstuben gäbe es: Die Nordstadt ist der kinderreichste Stadtteil. Trotz intensiver Bemühen seitens der Stadt und der freien Träger gibt es hier die schlechteste Versorgungsquote bei Plätzen für die Kinderbetreuung. Die AWO unterhält bereits jetzt vier Kinderstuben in der Nordstadt.

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