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Trotz voller Auftragsbücher: Traditionsreicher Anlagenbauer KHS Dortmund plant den Abbau von 305 Arbeitsplätzen

Auf der Homepage wirbt das Unternehmen mit der Auszeichnung TOP-Nationaler Arbeitgeber 2017. Foto: Screenshot

Auf der Homepage wirbt das Unternehmen mit der Auszeichnung „TOP-Nationaler Arbeitgeber 2017“. (Screenshot)

Eine wirkliche – wenn auch keine schöne – Bescherung kurz vor Weihnachten bei KHS: Das Dortmunder Traditionsunternehmen hat heute (18.12.2017) die Belegschaft informiert, dass man 305 Arbeitsplätze abbauen will – 170 davon am Dortmunder Heimatstandort an der Juchostraße. Etwas mehr als 1300 Menschen arbeiten derzeit für das Unternehmen, welches Anlagen für die Getränkeindustrie produziert.

„Die Beschäftigten waren schockiert, denn die Auftragsbücher sind derzeit mehr als voll“

Konrad Ackermann ist Betriebsratsvorsitzender der KHS GmbH.

Konrad Ackermann ist Betriebsratsvorsitzender der KHS GmbH. Foto: Alex Völkel

„Das Herzstück eines jeden Unternehmens sind seine Mitarbeiter. Sie sind unser Bindeglied zu Kunden und Interessenten und damit maßgeblich am langfristigen Erfolg unseres Konzerns beteiligt“, heißt es vollmundig auf der Unternehmensseite im „Karriereportal“, wo man mit der Auszeichnung „TOP-nationaler Arbeitgeber 2017“ wirbt.

Doch so ganz scheint dieser Werbetext nicht mit der Wirklichkeit übereinzustimmen: Die Beschäftigten der KHS Dortmund wurden vom Vorstandsvorsitzenden Burkhard Becker informiert, dass die KHS GmbH in den nächsten beiden Jahren 305 Arbeitsplätze abbauen will. Für eine Stellungnahme stand das Unternehmen bisher nicht zur Verfügung.

„Die Beschäftigten waren schockiert, denn die Auftragsbücher sind derzeit mehr als voll“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende Konrad Ackermann. Vor allem ist der Schritt für die Arbeitnehmervertreter nicht nachvollziehbar, weil die ie KHS GmbH Anlagen für die Getränkeindustrie baur. Dieser Wirtschaftsbereich ist ein wachsender Markt, in dem andere Unternehmen derzeit gute Ergebnisse erzielen.

Die Verhandlungen über einen Zukunftsvertrag beginnen im Januar

Auch die Auftragssituation bei der KHS GmbH sei gut, jedoch würden nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. „Jetzt sollen durch Optimierungen der Prozesse und neue Ausrichtung verschiedener Bereiche in Dortmund 170 Arbeitsplätze abgebaut werden“, teilt die IG Metall Dortmund mit.

Der Betriebsratsvorsitzende Konrad Ackermann forderte in der Betriebsversammlung den Vorstand auf, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Die Verhandlungen über einen Zukunftsvertrag werden unter Beteiligung der IG Metall im Januar starten. „Der Betriebsrat wird jede Maßnahme, die zu Personalabbau führt, hinterfragen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen vorschlagen.“

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