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tOnbande e.V. im Rekorder-Club: Eine bunte Wundertüte mitten im kreativen Epizentrum der Nordstadt

Fototermin Tonbande. Foto: Dietmar Wäsche

Die Tonbande im Rekorder in der Gneisenaustraße. Foto: Dietmar Wäsche

Im Mai  2013 gründeten die zehn jungen Leute den gemeinnützigen Verein zur Förderung der Kultur: tOnbande e.V. – in kurzer Zeit hat er sich zu einem wichtigen Akteur in der Kultur-, Kreativ- und Musikszene der Nordstadt entwickelt.

Ziel ist die Förderung der lokalen Kunst- und Kulturszene in Dortmund

Hafenspaziergang

Der Rekorder-Club hat sich in kurzer Zeit als wichtiger Veranstaltungsort etabliert. Foto: Alex Völkel

„Wir wollen eine Plattform für neue, aber auch für etablierte Künstler sein. Und wir wollen die lokale Kunst- und Kulturszene fördern“, sagt Julian Gauda. Und Tobi, eigentlich Tobias Rous, ergänzt: „Es gibt unendlich viele Leute, die Bock haben etwas zu machen. Und die eine Location für ihren Auftritt suchen.“

Diese Marktlücke haben Julian, Tobi, sieben weitere Männer sowie Jana Stubeck erkannt. Im Mai  2013 gründeten die zehn jungen Leute – fast alle sind Studenten – einen gemeinnützigen Verein zur Förderung der Kultur: tOnbande e.V..

Und schon am 12. Juli 2013 eröffneten sie dazu gehörige Kneipe, den REKORDER in der Gneisenaustraße, in direkter Nachbarschaft zu einigen Szenekneipen, „…mitten in kreativen Epizentrum der Nordstadt“.

Bewusst entschied sich tOnbande für die Nordstadt. „Wir wollen auch etwas gegen das schlechte Image und die eingefahrenen Bilder in den Köpfen tun“, sagt Tobi. Schließlich gebe es hier sehr viel Potenzial. „Und wir wohnen auch hier“, ergänzt Tilmann Radix pragmatisch.

Der Rekorder als wichtiger Veranstaltungsort in der Nordstadt hat sich in kurzer Zeit etabliert

Der Mut wurde belohnt. Mittlerweile gibt es Stammgäste. Und bis zu 300 Menschen quetschen sich bei Veranstaltungen in den Laden oder vor die Bühne im Keller.

Dort gibt es Konzerte – von Chansons bis Punk -, Lesungen oder Poetry Slam. Zudem wird zu Partys und einem regelmäßigen Vinylstammtisch eingeladen. Wechselnde Künstler präsentieren Malerei oder Fotografien.

Leerstandsparty "Leb Los" im Rekorder an der Gneisenaustraße

Im Keller des Rekorder an der Gneisenaustraße. Foto: Klaus Hartmann

 

„Wir versuchen, tausend Sachen auszuprobieren und bieten eine bunte Wundertüte“, sagt Julian. Einer der Renner: „Schlag den Döpp“: ein Lauf rund um die Tischtennisplatte gegen „Döpp“, den ehemaligen Regionalligaprofi Alexander Döweling.

„Angefangen hat alles mit einer „Schnapsidee“, erzählt Julian Gauda. „Wir haben uns in der Hafenkneipe subrosa getroffen und immer auf die andere Straßenseite hinübergeschielt, wo eine Kneipe leer stand.“ Und dann ging es Schlag auf Schlag. Man nahm Kontakt zum Vermieter auf.

Der bot dem jungen Verein eine geringe Miete an; dafür musste die Renovierung selbst übernommen werden. Zwei Monate lang wurde geschuftet und „Formularkram erledigt“, wie Julian es nennt. Bei einem Spendentag kam zudem der Einrichtungsmix für den REKORDER zustande: Herangeschleppt wurden Sofas ebenso wie Lampen.

„Der anfangs nur provisorisch zusammen geschusterte kleine Laden ist jeden Monat ein bisschen gewachsen“, bilanziert tOnbande nach einem Jahr.

„Es war nicht immer ganz einfach. Denn eigentlich sind wir ja alle durchgeknallt“, grinst Julian. Das Team musste lernen, strukturiert zu arbeiten. Schließlich muss das Getränkelager gefüllt sein, die Steuererklärung abgegeben und die Kneipe gereinigt werden. Man muss sich um Zuschüsse und um die Organisation der Veranstaltungen kümmern. Alles neben dem Studium. „Manche Dingen managen wir telefonisch von der Uni aus“, erzählt Tobi.

Jeder der Zehn ist verantwortlich. Julian und Tobi ebenso wie Jana, Max, Freddy, Torre, Rainer, Tilmann, Johannes und Richard. „Bei uns gibt es keine Indianer. Wir sind alle Häuptlinge“, sagen sie. Finanziert wird das Ganze übrigens durch Vereinsbeiträge, Spenden sowie die Eintrittsgelder für die Veranstaltungen.

KONTAKT

  • Tonbande e.V.
  • c/ o REKORDER
  • Gneisenaustr. 55
  • 44147 Dortmund
  • www.tonbande.com

 

HINWEIS:

Nordstadt-Logo farbig

– Der Artikel von Claudia Behlau ist ein Beitrag aus dem Buch “Wir: Echt Nordstadt”.

– Das Buch mit 106 Gruppenportraits ist kostenlos beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44147 Dortmund, erhältlich. (Mail: info@nordstadt-qm.de)

– Eine große Ausstellung mit Bildern und Texten zu  “Wir: Echt Nordstadt” ist bis Ende September 2015 am Big Tipi im Fredenbaumpark zu sehen.

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