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Tiefbauamt blickt auf millionenschwere Investitionen in Dortmund – Lürwer: „Uns fehlen Bauingenieure“

Der neue Aufzug an der Haltestelle Rombergpark wurde aufgebaut.

Der neue Aufzug für die Stadtbahn an der Haltestelle Rombergpark wurde aufgebaut.

Von Joachim vom Brocke

Bilanz beim Tiefbauamt. Baudezernent Martin Lürwer und Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl gaben einen Überblick über die Infrastrukturprojekte. Im Jahr 2017 wurden über 32 Millionen Euro investiert und mehr als 20 große Projekte abgeschlossen. Zusätzlich wurden 2017 insgesamt 254 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 233,4 Millionen Euro investiv bearbeitet.

Bauboom: Qualifizierte Bauingenieure sind schwer zu finden

„Dazu gehören 219 Straßenprojekte mit einem Volumen von 144,7 Millionen Euro, 22 Projekte nach dem kommunalen Investitionsförderungsgesetz mit einem Volumen von 16,6 Millionen Euro und 13 Stadtbahnprojekte mit einem Volumen von 72,1 Millionen Euro“, erklärte Lürwer.

PK Verwaltungsvorstand Martin Lürwer

Bauderzenent Martin Lürwer fehlen für die Abwicklung der Vorhaben noch immer BauingenieurInnen.

„Über Jahrzehnte hinweg ist wenig getan worden“, bedauerte selbstkritisch der Baudezernent, „auch auf Landes- und Bundesebene“. Jetzt sei das Geld da, nun mangele es häufig an „Umsetzungskapazitäten und qualifiziertem Personal“.

Unterstützt werden solle die Arbeit künftig durch eine spezielle Software, die die Aufgaben für die jeweiligen Sachbearbeiter übersichtlicher gestalten. Besonders problematisch sei die Situation auf dem Arbeitsmarkt. „Uns fehlen Bauingenieure“, machte Baudezernent Lürwer deutlich.

Der Rat habe 17,5 Projektstellen für die Infrastrukturoffensive bewilligt, zwölf Stellen wurden inzwischen besetzt, drei Besetzungen stehen kurz bevor, drei weitere Stellen müssen erneut ausgeschrieben werden, „weil es keine geeigneten BewerberInnen gab“. Wegen des großen Wettbewerbes untereinander gehe die Stadt inzwischen direkt an die Hochschulen, um werben um Nachwuchs.

Bauwirtschaft hat dick gefüllte Auftragsbücher

Durch die Zunahme von Aufträgen ist die Bauwirtschaft sehr stark ausgelastet. Folge: die Baupreisentwicklung bei Tief- und Straßenbauarbeiten der Stadt war 2017 augenfällig und gegenüber den Vorjahren besonders hoch.

„Insbesondere bei Kleinstaufträgen sind die angebotenen Preise überproportional gestiegen“, erläuterten die städtischen Bauexperten. Darüber hinaus reichen bei Ausschreibungen immer weniger Firmen Angebote ein – „vermutlich“, so glaubt Martin Lürwer, „weil die Kapazitäten ausgelastet sind oder ebenfalls Fachkräfte fehlen“.

Präsentation der Bauarbeiten am Hauptbahnhof. Leiterin des Tiefbauamtes Sylvia Uehlendahl

Sylvia Uehlendahl ist Leiterin des Tiefbauamtes.

Leiterin Sylvia Uehlendahl möchte das Tiefbauamt „generell neu aufstellen“ und bei bevorstehenden Baumaßnahmen die BürgerInnen von Beginn an mit in die anstehenden Planungen einbeziehen: „Wir möchten bei Schaffung und Erhaltung einer sicheren Verkehrsinfrastruktur als Baupartner auftreten“.

Mehrere Großprojekte 2017 abgeschlossen

Rückblick. 2017 wurden mehrere Großprojekte abgeschlossen. Die niveaufreie Ausfädelung der Stadtbahn in die Marsbruchstraße, die neue Anbindung der Marsbruchstraße an den Knoten Gottesacker („verlegte Marsbruchstraße“), Um- und Ausbau der Nortkirchenstraße, barrierefreie Nachrüstung der Straßenbahnhaltestelle Rombergpark. Kleinere Maßnahmen: Grundsanierungen der Straße „Im Defdahl“ (Innenstadt-Ost), Limbacher Straße (Lütgendortmund) oder Kanalstraße (Innenstadt-Nord).

Der Innenring des Ostwalls erhält bis Juni 2019 lärmoptimierenden Asphalt

Ausblick 2018: Im Februar wurde mit der Aus- und Umbaumaßnahme der Harkortstraße gestartet. Hier ist eine Neuaufteilung des Straßenquerschnitts im Bereich zwischen Löttringhauser Straße und Karlsbader Straße vorgesehen.

Mitte Juni 2018 bis Anfang Juni 2019 wird das Tiefbauamt die Fahrbahn des Ostwalls (Innenring) zwischen Brüderweg und Kaiserstraße mit einem lärmoptimierenden Asphalt erneuern.

Gleichlaufend mit dem Straßenbau wird stellenweise ein neuer Mischwasserkanal verlegt und zum Schutz des vorhandenen Baumbestandes der Mittelstreifen mit einer erhöhten Bordsteinanlage ausgestattet.

Ebenfalls 2018 steht die gemeinsame Maßnahme der DSW21, Stadtentwässerung und Donets im Bereich des Asselner-/ Brackeler Hellwegs an. Hier erfolgt der zweigleisige Ausbau der Stadtbahnstrecke von „In den Börsen“ bis „Asselner Straße“. Der Ausbau macht die Neuordnung des Straßenraums in dem Bereich möglich und verbessert die Verkehrssicherheit.

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