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TalentScouting der Fachhochschule Dortmund fördert Talente an der Anne-Frank-Gesamtschule in der Nordstadt

Über die gelungene Kooperation freuen sich (v.l.): FH-TalentScout Julia Eberlein, komm. Oberstufenleiter Martin Kraus, der Rektor der FH Dortmund Prof. Dr. Wilhelm Schwick, der Schulleiter der Anne-Frank-Gesamtschule Bernd Bruns, FH-TalentScouting-Koordinatorin Cornelia von Soosten, Talent Roshad Mirek, Cordula Bego-Ghina, Studien- und Berufswahlkoordinatorin der Anne-Frank-Gesamtschule sowie Hosam Al Najjar und Joudi Alhalabee als weitere geförderte Talente.

Julia Eberlein, Martin Kraus, Prof. Dr. Wilhelm Schwick, Bernd Bruns, Cornelia von Soosten, Roshad Mirek, Cordula Bego-Ghina, Hosam Al Najjar und Joudi Alhalabee freuen sich über das Talentscouting.

Bildungserfolg hängt in Deutschland noch immer sehr stark vom sozialen Status ab: So nutzen junge Erwachsene aus Nicht-Akademiker-Familien viel zu selten alle Bildungschancen, zu denen ihr Schulabschluss sie berechtigt. Mit dem TalentScouting leistet die Fachhochschule Dortmund ihren Beitrag dazu, das zu ändern.

Kooperationsvereinbarung unter dem Motto „Talente finden, fördern und begleiten“ unterschrieben

Die Anne-Frank-Gesamtschule in der Dortmunder Nordstadt ist schon seit November 2016 mit dabei. Jüngst unterzeichneten Bernd Bruns, Schulleiter der Anne-Frank-Gesamtschule, und Prof. Dr. Wilhelm Schwick, Rektor der FH Dortmund, die Kooperationsvereinbarung, mit der sich beide Partner dem gemeinsamen Motto „Talente finden, fördern und begleiten“ verschreiben.

Viele Talente wurden bereits entdeckt in den vergangenen Monaten – zum Beispiel Hosam Al Najjar. Der 19-Jährige kam 2012 aus Syrien nach Deutschland. Die neue Sprache hat er erstaunlich schnell gelernt und ist mittlerweile einer der besten Schüler der Klasse 12 – und hat damit auch gute Aussichten, seinen Traum zu erfüllen: Arzt zu werden.

Über seinen TalentScout Julia Eberlein hat er von einer Orientierungswoche in den Herbstferien erfahren, in der er an der Uni Münster ins Medizinstudium hineinschnuppern kann. Roshad Mirek hat schon einen ersten ganz persönlichen Erfolg zu verzeichnen: Der 19-Jährige ist als Stipendiat in die Stiftung RuhrTalente aufgenommen worden. So wird er bereits während der Schulzeit optimal gefördert – denn auch er hat große Pläne: „Ich möchte später im Irak ein Waisenhaus bauen. Dann könnte ich etwas zurückgeben an mein Land!“

Botschaft: In der Nordstadt gibt es viele SchülerInnen, in denen Talente schlummern

Oktay Bingöl (20) ist politisch sehr interessiert und möchte sich gern ehrenamtlich auf dem Gebiet engagieren. Ob das auch eine berufliche Perspektive wird, weiß er noch nicht – er nutzt die Orientierungsangebote. „Der Workshop ‚Typisch ich‘ vom TalentScouting war da ein erster Einstieg“, beschreibt der 20-Jährige.

NRW-TalentscoutingDiese Beispiele zeigen, dass das TalentScouting an der Anne-Frank-Gesamtschule sehr gut aufgehoben ist. FH-TalentScout Julia Eberlein erzählt: „Hier gibt es viele SchülerInnen, in denen Talente schlummern, die ihnen oftmals noch gar nicht bewusst sind. Egal ob familiäres Engagement oder eine bemerkenswerte Motivation – in jedem Gespräch erwartet mich eine neue, interessante Persönlichkeit.“

Seit November 2016 begleitet sie talentierte Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg von der Schule in die Hochschule oder in eine Berufsausbildung. Neben individuellen Förderangeboten spielen regelmäßige, ergebnisoffene Coachinggespräche eine zentrale Rolle. „Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler in diesem Prozess ist sehr wichtig, denn eine fundierte Entscheidung ist die Grundlage für einen erfolgreichen weiterführenden Bildungsweg.

Insbesondere schätzen die Schüler, dass die TalentScouts sich Zeit nehmen – für die einzelnen Gespräche wie für eine langfristige Begleitung über mehrere Jahre“, erläutert FH-Rektor Prof. Schwick. „Unsere Talente fühlen sich sehr unterstützt, die Schülerinnen und Schüler wissen diese Begleitung sehr zu schätzen“, ergänzt Schulleiter Bernd Bruns. „Und dass es gleichberechtigt neben dem Thema Studium auch um Ausbildung gehen kann, ist dabei besonders wichtig, weil es den Entscheidungsprozess offen hält.“

TalentScouting unterstützt darin, Stärken und Interessen besser einzuschätzen und Potenziale auszuschöpfen

Cordula Bego-Ghina, Studien- und Berufswahl-Koordinatorin an der Anne-Frank-Gesamtschule, fügt hinzu: „Ich stelle fest, dass bei den Kolleginnen und Kollegen der Talentbegriff tatsächlich aufgebrochen wird und wir dabei dennoch auch besondere Zielgruppen im Blick behalten.“ Denn wer beispielsweise in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, glaubt oft trotz guter Noten nicht an die eigenen Aufstiegschancen.

„Mit dem TalentScouting unterstützen wir die Jugendlichen darin, ihre Stärken und Interessen besser einzuschätzen und finden einen geeigneten, gangbaren Weg, um diese Potenziale auszuschöpfen“, beschreibt FH-TalentScouting-Koordinatorin Cornelia von Soosten.

Zum Projekt TalentScouting:

  • In Deutschland entscheiden oftmals nicht die Fähigkeiten über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe: Während 77 Prozent aller Akademikerkinder studieren, beträgt dieser Anteil bei Kindern aus Nichtakademiker-Familien nur 23 Prozent.
  • Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, vertraut seltener auf die eigenen Stärken und lässt trotz guter Noten vorhandene Aufstiegschancen ungenutzt. 
  • An dieser Stelle setzt das Projekt TalentScouting an, das ursprünglich von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entwickelt wurde und vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung in NRW auf mittlerweile 17 Hochschulen ausgeweitet wurde. 
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