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Sie lebten für Schach, Kunst und Fußball: Benno und Salomon Elkan – die großen jüdischen Söhne Dortmunds

Der DSC 95 in den großen 1960er Jahren als Dortmunds Nr. 2 im Stadion Rote Erde. Foto: Archiv Kolbe/ AgGmbH

Der DSC 95 in den großen 1960er Jahren als Dortmunds Nr. 2 im Stadion Rote Erde. Foto: Archiv Kolbe/ AgGmbH

2015 ist das Jahr der Elkan-Jubiläen: Die jüdische Familie aus Dortmund hat viel erreicht: Sie begründete die Geschichte des Fußballs und Schachs in Dortmund – aber auch die des Fußballs in der bayrischen Hauptstadt.

Alt eingesessene jüdische Familie lebte in der Dortmunder Brückstraße

Blick in die historische Brückstraße, in der die Elkans wohnten. Foto: Archiv Kolbe/ AgGmbH

Blick in die historische Brückstraße, in der die Elkans wohnten. Foto: Archiv Kolbe/ AgGmbH

Vater Salomon und Sohn Benno Elkan haben zu ihren Lebzeiten viel erreicht. Mit Wohnsitz in der Dortmunder Brückstraße nahm die jüdische Familie gegen Ende des 19. Jahrhunderts Einfluss auf den Schach und den damals fast unbekannten Fußball, sowie auf die Welt der Kunst.

In diesem Jahr geben sich die Jubiläen die Klinke in die Hand. Am 10. Januar jährt sich der Todestag des 1960 verstorbenen Benno Elkan zum 55. Mal. Seine Einflussbereiche waren der Fußball und die Kunst, die er teilweise auch miteinander verband.

So ist es 65 Jahre her, dass Benno die Skulptur des Kampfhahnes erstellte, mit dem der Fußballverein Tottenham Hotspur von seinem Nachbarklub dem FC Arsenal London vor einem Lokalderby beschenkt wurde.

Mitbegründer von zwei Dortmunder Fußballvereinen und des FC Bayern

Benno war zudem Mitbegründer von zwei Fußballvereinen, aber nicht von irgendwelchen: Vor 120 Jahren gründete er den DFC 95, heute TSC Eintracht 48/95, welcher der älteste Dortmunder und gleichzeitig zweitälteste westfälische Fußballverein ist.

Und nur fünf Jahre später war er als Dortmunder unter den Gründern des FC Bayern München, da sein Kunststudium ihn in die Landeshauptstadt Bayerns verschlug.

Berufsverbot für Juden – Elkan schuf sein größtes Werk daher in London

Die große Menorah vor der Knesset in Jerusalem stammt von Benno Elkan. Foto: Alex Völkel

Die große Menorah vor der Knesset in Jerusalem stammt von Benno Elkan. Foto: Alex Völkel

Über den Bildhauer und Fußballpionier ist bekannt, dass ihm während der NS-Zeit wegen seines Glaubens Berufsverbot erteilt wurde und er deshalb nach England emigrierte. Dort schuf er sein bedeutendstes Werk, die „große Menorah“. Das Monument des siebenarmigen Leuchters steht heute in Jerusalem.

Salomon Elkan war, genau wie sein Sohn, Mitbegründer eines wichtigen Dortmunder Vereins. Durch ihn entstand der Dortmunder Schachverein 1875, welcher im Jahr 2015 sein 140-jähriges Bestehen feiert.

Durch seine Leidenschaft für das Schachspiel fungierte Salomon auch als Präsident für den Verein, trieb ihn wie ein Motor immer weiter voran und wurde letztendlich zum ersten Ehrenpräsidenten ernannt.

Info- und Diskussionsabend für die beiden bedeutenden Dortmunder 

Die Auslandsgesellschaft Intercultural Academy g(AgGmbH) veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund und dem Historischen Verein einen Info- und Diskussionsabend zu Ehren dieser beiden einflussreichen Dortmunder. Er wird am Donnerstag, den 12. Februar 2015 um 19 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, in der Hansastraße, stattfinden.

Mehr Informationen gibt es im Flyer – als PDF zum Download:

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