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PCB-Skandal in Dortmund: Im Dezember beginnen die Sanierungsarbeiten auf dem Envio-Gelände

Hafenspaziergang 2014. Envio, gesehen vom Turm des Hafenamtes

Der Envio-Komplex in der Nordstadt. Ab Dezember beginnen hier die nächsten Sanierungsarbeiten.

Das nächste Kapitel im Dortmunder PCB-Skandal wird aufgeschlagen: Ende Dezember sollen die seit Jahren erwarteten Sanierungsarbeiten auf dem Envio-Gelände beginnen, an deren Ende auch die belasteten Fabrikhallen abgerissen werden sollen. Die Arbeiten werden rund 7,5 Millionen Euro kosten.

Nach 500 Tonnen Wertstoffen werden nun 3300 Tonnen Restgüter entsorgt

In einer Multiplikatorenrunde mit vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurden die neusten Erkenntnisse sowie der Zeitplan vorgestellt.

Im Jahr 2014 wurden die „werthaltigen Materialien“  – rund 500 Tonnen verschiedener Metalle – auf dem belasteten Gelände des inzwischen insolventen Entsorgungsunternehmens verwertet.

Jetzt  geht es nun um die Verwertung der sogenannten „Restgüter“ – rund 3300 Tonnen mit PCB belastete Materialien, die unter besonderen Schutzmaßnahmen zur Entsorgung nach Frankreich gebracht werden sollen.

Abtransport soll Mitte Januar beginnen und bis Ende September abgeschlossen werden

Envio Gelände und Gebäude im Dortmunder Hafen

Auf dem Envio-Gelände steht noch ein rostiger Transformator. Archivbilder: Klaus Hartmann

Mit den Arbeiten beauftragt wurde die Arbeitsgemeinschaft Kluge, Heitkamp, Tredi. Christoph Hohlweck als Vertreter der beauftragten Arbeitsgemeinschaft skizzierte den Zeitplan.

Vor Weihnachten soll mit der Baustelleneinrichtung begonnen werden. Ende Dezember wird dann mit den Arbeiten begonnen. „Das sichere Arbeiten vorzubereiten braucht Zeit“, machte Hohlweck deutlich.

Wenn das Wetter mitspielt, könnte in der 2. oder 3. Januar-Woche begonnen werden. Bis ende September 2016 soll die Räumung beendet werden. Zu diesem Zweck werden die Materialien in Unterdruck-Hallen mit Materialschleusen in Transportbehältern sicher verpackt und zu Tredi bei Lyon gebracht.

Die Mitarbeiter tragen beim Verpacken Schutzkleidung. Dazu gehören Anzüge, Masken, Stiefel und spezielle Handschuhe. Alle beschäftigten würden zudem gesundheitlich überwacht, verdeutlichte Karsten Schmidt, zuständiger Dezernent bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Gutachter überprüft alle Arbeiten – regelmäßige Messungen

Die Bezirksregierung wird alle Maßnahmen begleiten. Außerdem wurde das  Gutachterbüro Taberg Ingenieure beauftragt, die ständig vor Ort sind und alle Schritte überwachen und freigeben.

Sie werden den beauftragten Firmen also permanent auf die Finger schauen. Zudem kündigte die Bezirksregierung an, dass im Vier-Wochen-Rhythmus Messungen während des gesamten Räumungsprozesses gemacht werden.

„Wir haben viele Erfahrungen mit dem Procedere bei der Räumung durch den Insolvenzverwalter gesammelt“, versichert Joachim Schmied, Hauptdezernent bei der Bezirksregierung.

Wenn dies abgeschlossen ist, soll mit dem Abriss der drei Hallen und der Sanierung der Freiflächen begonnen werden. Der Zeitplan dafür ist noch offen. Denn nach einer Räumung der Halle 55 muss auch noch ein Blindgängerverdacht überprüft werden muss.

Tiefes Misstrauen: Viel Skepsis bei Bürgern und Organisationen

Envio Gelände und Gebäude im Dortmunder Hafen

Das jahrelange Taktieren beim Envio-Skandal hat für tiefes Misstrauen gesorgt.

Die zahlreichen Gesprächspartner unter der Leitung von Wirtschaftsförderer Thomas Westphal nahm sich viel Zeit und erklärten sehr ausführlich.

Dennoch sah sich vor allem die Bezirksregierung bei der Multiplikatorenrunde viel Skepsis ausgesetzt. Daher dauerte der Termin nicht wie gedacht 90 Minuten, sondern fast drei Stunden.

Auch wenn die neue Arbeitsgemeinschaft noch unbelastet ist, sitzt bei vielen Kritikern und Bürgern das Misstrauen tief.

Doch der Fakt, dass die Presse während der Runde mit den BürgerInnen nicht dabei sein durfte und erst im Anschluss – in Abwesenheit der Kritiker – informiert werden sollte, trug nicht zur Vertrauensbildung bei.

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