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Im Juli leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit in Dortmund: Die Quote liegt bei 11,1 Prozent – Hohe Arbeitskräftenachfrage

Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in Dortmund im Jahresvergleich. Grafik: AfA DO

Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Juli in Dortmund im Jahresvergleich. Grafik: AfA DO

Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat mit Beginn der Sommerpause im Juli leicht zugenommen. Viele jungen Menschen haben die Schule beendet oder ihre Berufsausbildung abgeschlossen. Doch nicht immer werden sie von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Entsprechend stieg die Jugendarbeitslosigkeit im Juli an.

Auch ohne direkte Übernahme nach der Ausbildung gute Chancen auf Arbeit

Martina Würker, Chefin der Agentur für Arbeit in Dortmund.

Martina Würker, Chefin der Agentur für Arbeit in Dortmund.

In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen waren im Juli 3.282 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 272 mehr Personen als im Vormonat.

„Doch ich bin überzeugt, dass viele der jungen Berufsanfänger zeitnahe eine neue Stelle finden werden, denn die Aufnahmefähigkeit für junge Fachkräfte ist in Dortmund vorhanden“, sagt Martina Würker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund.

Insgesamt sorge die stabile Konjunktur weiterhin „für ruhiges Fahrwasser am Arbeitsmarkt“. Jedoch werde sich in den nächsten Monaten zunehmend auch der Zustrom von geflüchteten Menschen in der Arbeitslosenstatistik zeigen. „Worauf es nun ankommt, ist, dass geflüchtete Menschen Anschlussperspektiven erhalten. Auch die Chancen auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen müssen noch erhöht werden“, so Würker.

Sollten die hohen Erwartungen an eine Fachkraft nicht gleich erfüllt werden, bietet die Agentur für Arbeit ein breites Spektrum an berufsbegleitenden Weiterbildungsmöglichkeiten, auf das Unternehmen zurückgreifen können.

Arbeitslosenquote in Dortmund bei 11,1 Prozent – 0,8 Prozentpunkte weniger als 2016

Im Juli waren 34.368 Menschen in Dortmund arbeitslos gemeldet. Davon waren 7.865 Personen bei der Arbeitsagentur und 26.503 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 356 Personen oder 1,0 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit deutlich um 1.841 Personen oder 5,1 Prozent niedriger.

Frank Neukirchen-Füsers (Geschäftsführer Jobcenter Dortmund)

Frank Neukirchen-Füsers ist Geschäftsführer des Jobcenters in Dortmund.

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen stieg im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 11,1 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 11,9 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur lag bei 2,5 Prozent und für das Jobcenter bei 8,6 Prozent.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Juli waren 26.503 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind im Vergleich zum Vormonat 67 Personen oder 0,3 Prozent weniger und im Vergleich zum Vorjahresmonat 2.952 Menschen weniger.

„Von diesem positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt profitieren dank unterschiedlicher Förderprogramme weiterhin langzeitarbeitslose Bewerber, der Bestand konnte im Zeitraum eines Jahres um 10,9 Prozent von 14.626 auf 13.035 reduziert werden“, so der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Die intensive Förderung und die Aufnahmefähigkeit des Marktes im Helfersegment  lässt auch die Unterbeschäftigung auf 11,8 Prozent sinken (Vorjahr 12,6 Prozent) – ein positives Signal.

Die Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration nimmt weiter zu

Arbeitsagentur, Jobcenter und Sozialamt haben den Integration Point für Flüchtlinge gestartet, der beim Start in Ausbildung und Beruf helfen soll.

Arbeitsagentur, Jobcenter und Sozialamt haben den Integration Point für Flüchtlinge gestartet, der beim Start in Ausbildung und Beruf helfen soll.

Der Zustrom geflüchteter Menschen nach Dortmund zeigt sich auch zunehmend in der Arbeitsmarktstatistik. Im Juli waren 2025 Personen im Kontext von Fluchtmigration* arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anstieg von 99 Personen oder 5,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Insgesamt waren im Juli 1480 Männer (Juni: 1.406) und 545 Frauen (Juni: 520) arbeitslos gemeldet. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.239 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 182 Personen aus dem Irak und 93 Personen aus dem Balkan.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung ihrer Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen.

Arbeitskräftenachfrage hat im Juli in Dortmund weiter zugenommen

Die Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften hat im Juli zugenommen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.775 neue Stellen. Das sind 204 Stellen oder 13,0 Prozent mehr als im Juni. Auch im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Anstieg: Es wurden 131 Stellen mehr gemeldet als im Juli 2016.

Derzeit stehen 6.750 Stellen zur Besetzung offen. Die meisten Stellen wurden im vergangenen Monat für den Wirtschaftszweig Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+704 Stellen) gezählt. 176 Stellen registrierte der Arbeitgeber-Service Dortmund im Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.

Es folgen die Bereiche Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeuge mit 132 Stellen und Gesundheits- und Sozialwesen mit 131 Stellen.

Mehr Informationen gibt es hier als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport_Juli2017

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