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Kleine und große Weihnachtspyramiden im Museum für Kunst und Kulturgeschichte geben Vorgeschmack auf das Fest

Ländliche Szene in einer Art Schwibbogen eingebaut.

Dieses Exponat zeigt eine ländliche Szene in einer Art Schwibbogen. Fotos: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

Ein Publikumsmagnet seit Jahren ist die Weihnachtsausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte an der Hansastraße in Dortmund. Die 17. Auflage unter dem Motto „Wenn Pyramiden fliegen lernen“ wird am Freitag, 10. November, um 19 Uhr eröffnet.

Neugierige Blicke: „Fußgänger riskierten einen Blick in der Aufbauphase“

Freuen sich auf viele BesucherInnen im MKK: Direktor Dr. Jens Stöcker und Kuratorin Cathleen Tasler.

Freuen sich auf viele BesucherInnen im MKK:
Dr. Jens Stöcker und Kuratorin Cathleen Tasler.

Bis zum 7. Januar wird im Museum nicht nur viel zu sehen sein, sondern es darf auch gebastelt werden. Mit der Ausstellung verbunden ist ein recht vielseitiges Begleitprogramm, das besonders die kleinen Gäste und Familien anziehen wird.

„Schon viele neugierige Blicke gab es in der Aufbauphase“, meinte schmunzelnd Museumschef Dr. Jens Stöcker. Denn die Weihnachtsausstellung findet erstmals im Erdgeschoss mit seinen riesigen Fenstern statt. „Da riskierte so mancher Fußgänger schon mal einen längeren Blick“, stellte Stöcker fest.

Als Kuratorin hat sich Cathleen Tasler mit Weihnachtspyramiden intensiv beschäftigt: „Vor allem im Erzgebirge waren geschnitzte Pyramiden und Krippenfiguren gefragt, die meistens im bäuerlichen Bereich in Handarbeit hergestellt wurden“.

Über 30 Pyramiden zu sehen – Wurzeln liegen im Erzgebirge

Um 1800 stammt diese Krippe, die vom Museum Europäischer Kulturen von den Staatlichen Museen Berlin als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde.

Um 1800 entstand diese Krippe, die vom Museum Europäischer Kulturen Berlin als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Fotos: J. v. Brocke

Auf rund 100 Quadratmetern gibt es mehr als 30 Pyramiden zu sehen. Das älteste Exemplar, ein Lichtgestell aus der Lausitz, stammt von 1880. Leihgaben stellten u.a. das Museum Europäischer Kulturen (Staatliche Museen zu Berlin) zur Verfügung.

„Die Pyramiden“, recherchierte Cathleen Taster, „haben eine lange Tradition. Vor allem das Licht, gespendet von zahlreichen Kerzen, aber auch Öllampen, spielt eine ganz besondere Rolle“.  Die Weihnachtspyramide selbst geht auf ein einfaches Lichtgestell zurück, das bereits im Mittelalter aufgestellt wurde.

„Das Papier oder immergrüne Zweige umwickelten das Gestell und wurden erst um 1800 im Erzgebirge durch die berühmtere, geflügelte Pyramiden ersetzt“, erklärte Kuratorin Tasler. Meist seien die Pyramiden aus Holz gearbeitet worden, im 19. Jahrhundert  wurden gelegentlich auch Pappe, Flechtwerk oder aus nicht entflammbaren Material wie Zinn, Blech oder Draht verwendet.

Familientradition: Bergleute drechselten im Nebenerwerb die Figuren

Vom Evinger Geschichtsverein stammt diese Göpelpyramide aus der DDR um 1960.

Vom Evinger Geschichtsverein stammt diese Göpelpyramide aus der DDR um 1960.

Vor allem als Nebenerwerb schnitzten und drechselten die Bergleute am Abend ihre „Peremett“ und Figuren, die verkauft wurden. „Viele“, weiß Kuratorin Cathleen Tasler, „bleiben meist über Generationen im Familienbesitz“. In Serie hergestellt und vermarktet wurden Pyramiden erst um 1900.

Christliche Szenen wurden in den Figuren dargestellt, aber auch aus der Arbeitswelt der Bergmänner und Bewohner des Erzgebirges.

Im Schaufenster des MKK sind selbst gestaltete Pyramiden von SchülerInnen der Gesamtschule Scharnhorst zu sehen. Unter Anleitung ihres Kunstlehrers Daniel Olligschläger arbeiteten sie frei zum Thema „Fliegende Pyramiden“.

16 m hohe Pyramide auf dem Weihnachtsmarkt

Die Arbeit an der ersten Freilandpyramide – gewissermaßen als Pyramide für alle – begann 1931. Viereinhalb Meter hoch und mit vier Etagen. Schnitzvereine in den Dörfern des Erzgebirges arbeiteten gemeinsam daran.

Eine Großpyramide gibt es auch in Dortmund auf dem Weihnachtsmarkt. Auf dem Platz von Netanya steht – wenige Meter vom MKK entfernt – ein 16 Meter und fünf Etagen hohes Exemplar, in dem Familie Mennecke seit 2002 einen Ausschank betreibt.

Begleitprogramm der Weihnachtsausstellung mit Basteln und Vorlesen für Kinder 

Selbst Krippen im modernen Design gibt es auf der Ausstellung zu sehen.

Selbst Krippen im modernen Design gibt es auf der Ausstellung zu sehen.

Ein Schmankerl für die BesucherInnen: Es gelten die Eintrittspreise der Dauerausstellung: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Die Eintrittskarte berechtigt für das gesamte Jahr zum Eintritt in die Weihnachts- und Dauerausstellung. Für Kinder unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Wer 2017 bereits eine Eintrittskarte für die Dauerausstellung von MKK, Museum Ostwall oder Brauerei-Museum gekauft hat, kann mit diesem Tickt bis Ende des Jahres beliebig oft die Dauerausstellungen der genannten Museen besuchen.

Darüber hinaus wird ein Begleitprogramm mit Führungen, einer Weihnachts-Bastelwerkstatt für Jedermann, Adventsnachmittag für Familien, Erzählcafé oder Weihnachtslesung geboten. Zusätzlich gibt es Führungen und museumspädagogische Programme für Kindergärten oder Schulen.

Mehr Informationen:

 

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Ein Gedanke zu “Kleine und große Weihnachtspyramiden im Museum für Kunst und Kulturgeschichte geben Vorgeschmack auf das Fest

  1. MKK

    Kuratoren- Führung durch die Weihnachtsausstellung im MKK

    Die Weihnachtsausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte widmet sich dem Herzstück deutscher Weihnachtsdekoration: den Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge. „Wenn Pyramiden fliegen lernen“ zeigt gut 30 der mehrstöckigen, traditionsreichen und oft reich verzierten Kunstwerke und zeichnet ihre Entwicklungs- und Kulturgeschichte nach. Am Sonntag, 19. November, 15 Uhr besteht Gelegenheit, die Ausstellung mit fachkundiger Begleitung der Kuratorin Cathleen Tasler zu erleben. Kosten: 3 Euro zuzüglich Eintritt (5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro).

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