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Jean Chaize – ein Motor der deutsch-französischen Aussöhnung – ist im Alter von 95 Jahren gestorben

Gedenkfeier für die Karfreitagsmorde in der Bittermark. Foto: Helmut Vossgraff

Jean Chaize besuchte zuletzt 2015 die Gedenkfeier in der Bittermark. Foto: Helmut Vossgraff

Der Präsident des Verbandes der französischen Zwangs-und Arbeitsdeportierten, Jean Chaize, ist bereits am vergangenen Sonntagabend im Alter von 95 Jahren in seinem Wohnhaus in Saint-Chamond in der Nähe Lyons gestorben. Damit verliert der Verband einen unermüdlichen Kämpfer um die öffentliche und staatliche Anerkennung des Deportiertenstatus.

Begeisterter Verfechter der deutsch-französischen Freundschaft und des Kontaktes mit Dortmund

Jean Chaize war ein begeisterter Verfechter der deutsch-französischen Freundschaft und stets um einen sehr guten Kontakt zu Dortmund bemüht. Bereits 1958 gehörte er der Gruppe an, die von OB Keuning den Schlüssel zur Krypta des Mahnmals in der Bittermark erhielt, die seither symbolisch als „französisches Gebiet auf deutschem Boden“ gilt.

Zuletzt im Jahr 2015 kam er im Rahmen der Karfreitagsgedenkfeier mit seiner Familie nach Dortmund, um im Namen des Verbandes zum „Niemals vergessen – Freundschaft“ aufzurufen. Chaize sah in diesem Mahnmal „ein außergewöhnliches Symbol für ein Land, das den Mut hat, sich seiner Vergangenheit zu stellen“.

Es sei „einzigartig in Deutschland“, mahnte der Franzose. „Der Friede ist leider kein Geschenk, er muss immer hart erarbeitet werden.“ Und dieses sei nicht nur Aufgabe der Führenden, sondern die Aufgabe von allen, sagte Jean Chaise bei seinem letzten Auftritt in Dortmund.

Erinnerungen an die verschiedenen Stationen seines sehr bewegten Lebens als Buch erschienen

Kurz vor seinem Tod stellte er in einem Buch seine Erinnerungen an die verschiedenen Stationen seines sehr bewegten Lebens u. a. besonders während der Nazizeit in Deutschland zusammen. Auch hier kommt immer wieder sein Engagement für Frieden und Völkerverständigung trotz aller erlebten Verbrechen an der Menschlichkeit zum Ausdruck.

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Mahnendes Gedenken in der Bittermark: „Der Friede ist leider kein Geschenk. Er muss immer hart erarbeitet werden.“

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Ein Gedanke zu “Jean Chaize – ein Motor der deutsch-französischen Aussöhnung – ist im Alter von 95 Jahren gestorben

  1. Dortmunder Musik- und Kulturmagazin Beitrags Autor

    Bürgerfunk erinnert an Jean Chaize

    Der Präsident des Verbandes der französischen Zwangs-und Arbeitsdeportierten, Jean Chaize, starb am 30.07.2017 im Alter von 95 Jahren in seinem Wohnhaus in Saint-Chamond in der Nähe von Lyon. Damit verliert der Verband einen unermüdlichen Kämpfer um die öffentliche und staatliche Anerkennung des Deportiertenstatus.

    Noch im Jahre 2015 kam er im Rahmen der Karfreitagsgedenkfeier mit seiner Familie nach Dortmund, um im Namen des Verbandes seine letzte Rede zu halten: „Niemals vergessen – Freundschaft!“ Die Übersetzung trug Wolfgang Asshoff vor, der langjährige Moderator der Gedenkstunde in der Bittermark und Betreuer der französischen Freunde.

    Klaus Lenser vom Dortmunder Musik- und Kulturmagazin nahm die Redebeiträge damals auf und widmet sie dem Gedenken an Jean Chaize. In der nächsten Sendung am 28.August 2017 ab 20.30 Uhr läuft im Bürgerfunk Dortmund auf Radio 91.2 der Beitrag zum Gedenken an Jean Chaize. Seine letzte Rede auf der Gedenkstunde in der Bittermark vom 3. April 2015 mit der Übersetzung von Wolfgang Asshoff ist bereits vollständig auf der Bürgermedienplattform verfügbar: https://beta.nrwision.de – Suchbegriff : Chaize.

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