Nordstadtblogger

Startschuss für den 37 Millionen Euro schweren Umbau der Stadtbahnstation am Dortmunder Hauptbahnhof

Der erste Startschacht für die Erweiterung der Stadtbahnhaltestelle unter dem Dortmunder Hauptbahnhof wird am 22.Oktober 2014 im Bereich des Bahnsteigs für die DB-Gleise 26 und 31 abgeteuft. Die eigentlichen Bauarbeiten zur Verbreiterung der Bahnsteige werden unterirdisch vorgetrieben. DSW 21 -Verkehrsvorstand Hubert Jung, OB Ulrich Sierau, Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl und Baudezernent Martin Lürwer (v.l.) beim offiziellen Beginn der Arbeiten.

DSW 21 -Verkehrsvorstand Hubert Jung, OB Ulrich Sierau, Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl und Baudezernent Martin Lürwer (v.l.) beim offiziellen Beginn der Arbeiten. Fotos: Horst Müller

Von Joachim vom Brocke

Das fröhliche Rockabilly-Trio erzählte musikalisch vom „Mystery Train“. Doch so geheimnisvoll wird nach fünfjähriger Bauzeit der Zug nicht werden. Hinterm Hauptbahnhof gab es den Startschuss für Umbau und Erweiterung der dortigen Stadtbahnanlage. Ein insgesamt 37 Millionen Euro teures Projekt, vom Land mit knapp 30 Millionen Euro gefördert. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hatte erst kürzlich den symbolischen Scheck dafür an OB Ullrich Sierau überreicht.

Offizieller Baustart vor 45 Jahren:  „Eine Stadt fährt in die Zukunft“ 

Der erste Startschacht für die Erweiterung der Stadtbahnhaltestelle unter dem Dortmunder Hauptbahnhof wird am 22.Oktober 2014 im Bereich des Bahnsteigs für die DB-Gleise 26 und 31 abgeteuft. Die eigentlichen Bauarbeiten zur Verbreiterung der Bahnsteige werden unterirdisch vorgetrieben.

Der erste Startschacht für die Erweiterung der Stadtbahnhaltestelle wurde im Bereich des Bahnsteigs für die DB-Gleise 26 und 31 abgeteuft.

Der offizielle Baustart deckte sich übrigens genau mit dem Baubeginn vor 45 Jahren. Unter dem Slogan „Eine Stadt fährt in die Zukunft“ hatte am 22. Oktober 1969 der damalige OB Heinrich Sondermann mit einem Rammschlag den ersten Startschuss für den Bau der Fußgängeranlage Königswall und den Fahrtunnel Königswall gegeben. Die Stadtbahnhaltestelle Hauptbahnhof selbst wurde in den Jahren 1971 bis 1974 im Rohbau erstellt. Nach ihrem Ausbau wurde sie am 2. Juni 1984 in Betrieb genommen.

„Jetzt startet ein neues Kapitel in der Optimierung eines Systems, das in die Jahre gekommen ist“, meinte OB Ullrich Sierau und hoffte, dass zum 50-Jährigen alles fertig wird. Sierau verband damit den Wunsch, „dass auch die Deutsche Bahn ihre Zusage zum Ausbau ihrer Anlagen einhält“. Dortmund-Hauptbahnhof sei nach Köln schließlich zweitgrößter Verkehrsknotenpunkt in Nordrhein-Westfalen.

Mit einem Seitenblick auf die erhoffte mögliche Ansiedlung der Sparkassen-Akademie am Phoenix-See könnten künftig die Fahrgäste dann „vom Hauptbahnhof direkt nach Hörde am See fahren“. Für Stadtwerke-Vorstand Hubert Jung müsse „das Einfallstor für Dortmund“ später ein „funktionierendes Gelenk bilden“. Rückblickend stellte Jung fest, dass der Stadtbahnbau der letzten Jahrzehnte für ein pulsierendes Leben in der Stadt sorgt habe.

530 Züge des Regionalverkehrs mit stetig gestiegenem Fahrgastaufkommen

So soll künftig die Verteilerebene der Fußgängeranlage am Königswall aussehen.

So soll künftig die Verteilerebene der Fußgängeranlage am Königswall aussehen.

Seiner Funktion als Hauptzubringer zu den heute täglich über 530 Zügen des Regionalverkehrs und mit stetig gestiegenem Fahrgastaufkommen kann der Stadtbahnbahnhof am Hauptbahnhöfe nicht mehr gerecht werden.

Durch Umbau und Erweiterung (Verbreiterung der Bahnsteige von derzeit vier auf 9,5 Meter, neue mittige Treppenanlagen, neue mittige Aufzüge, zusätzliche Fahrtreppe an der südlichen Zugangsanlage) wird die Kapazität und Attraktivität der Anlage gesteigert.

Die Umsetzung des neuen Projektes mit vorbereitenden Arbeiten wurde bereits am 20. Januar 2014 eingeläutet. Zunächst wurden die Baustelleneinrichtungsfläche vom Königshof aus bis über den Nordausgang des Hauptbahnhofes eingerichtet und vorbereitende Arbeiten (Demontage von Schutzleitplanken, Beseitigung von Müll und Gehölzen, Bau von Schutzmaßnahmen) ausgeführt.

Vorbereitende Abrissarbeiten am alten Güterbahnsteig begannen im Februar 2014

Der erste Startschacht für die Erweiterung der Stadtbahnhaltestelle unter dem Dortmunder Hauptbahnhof wird am 22.Oktober 2014 im Bereich des Bahnsteigs für die DB-Gleise 26 und 31 abgeteuft. Die eigentlichen Bauarbeiten zur Verbreiterung der Bahnsteige werden unterirdisch vorgetrieben.

Die eigentlichen Bauarbeiten zur Verbreiterung der Bahnsteige werden unterirdisch vorgetrieben.

Anfang Februar 2014 wurde dann der alte Güterbahnsteig der DB AG einschließlich Überdachung abgerissen; darüber hinaus ein Teil des Bahnsteigs vom Gleis 8 entfernt. Hier werden ab November 2014 die Startschächte für die unterirdischen Vortriebsarbeiten zur Verbreiterung der Bahnsteige abgeteuft. Jetzt folgen die Vorbereitungen für die Bahnsteigerweiterung, die in geschlossener, bergmännischer Bauweise (unter laufendem DB- und Stadtbahnbetrieb) ausgeführt wird.

Die Arbeiten für den Startschacht werden bis Februar 2015 laufen. Das Vorpressen der seitlichen Rohrschirme, unter deren Schutz aus Sicherheitsgründen der bergmännische Vortrieb erfolgen wird, schließt sich von Februar bis Juni 2015 an. Der bergmännische Vortrieb wird voraussichtlich im Oktober 2015 abgeschlossen sein. In einer nächsten Bauphase werden die Außenwände der Stadtbahnanlage abschnittsweise abgebrochen und durch eine aufgelöste Stützenreihe ersetzt. Danach erfolgt der Einbau der Innenschale (bis 2016).

Abschluss der Arbeiten bis Ende 2019 angepeilt

Nach den Arbeiten zur Verbreitung der Bahnsteige und der Erstellung der neuen mittigen Treppenanlage können die Baustelleneinrichtungsflächen im nördlichen Gleisbereich des DB-Hauptbahnhofes sowie der Ladestraße zurückgebaut werden (bis Ende Februar 2017). Voraussichtlich werden die kompletten Umbau- und Erweiterungsarbeiten Ende 2019 abgeschlossen.

Daten und Fakten der Dortmunder Stadtbahn:

  • Acht Stadtbahnlinien; Gesamtstrecke: 75 Kilometer; davon oberirdisch 54,5 km, davon unterirdisch 20,5 km.
  • Vier Verknüpfungspunkte mit der S-Bahn, zwei Verknüpfungspunkte mit der DB.
  • 125 Stadtbahnhaltepunkte in Betrieb,davon 99 oberirdische Haltestellen, davon 26 unterirdische Bahnhofe.
  • Zahl der barrierefrei ausgebauten Haltepunkte: 102 (82 Prozent), davon 78 oberirdische Haltestellen, davon 24 unterirdische Bahnhöfe.

Für die mobilitätsgerechte Ausstattung der anderen Stadtbahnhaltepunkte läuft ein Nachrüstungsprogramm, das in einigen Jahren abgeschlossen sein wird.

Mehr zum Thema auf nordstadtblogger.de:

 

Ein Gedanke zu “Startschuss für den 37 Millionen Euro schweren Umbau der Stadtbahnstation am Dortmunder Hauptbahnhof

  1. CDU-Fraktion

    Bauausschuss besichtigt Stadtbahn-Haltestelle Hauptbahnhof

    Unter Leitung des Ausschussvorsitzenden Thomas Pisula (CDU) besichtigten heute Nachmittag die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Verkehr und Grün die Stadtbahn-Baustelle im Hauptbahnhof Dortmund.

    Durch die Leiterin des Tiefbauamtes Silvia Uehlendahl wurden die Gesamtmaßnahme, die Finanzierung und die technischen Probleme beim nachträglichen Ausbau der Stadtbahn-Haltestelle dargestellt. Vor Ort konnten sich die Mitglieder des Ausschusses einen eigenen Eindruck von der aufwändigen Baumaßnahme verschaffen.

    Die Maßnahme wird unterstützt durch Fördergelder des Landes NRW. Dabei muss der Bahnbetrieb während der gesamten Baumaßnahme aufrechterhalten werden. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die alten, nur vier Meter breiten Bahnsteige durch die Maßnahme auf bis zu 9,50 Meter verbreitert werden“, so der baupolitische Sprecher der CDU-Fachfraktion Sascha Mader. „Auch wenn es heute schwer vorstellbar ist, so soll in der Endausbaustufe die gesamte Bahngleisanlage großzügig licht und transparent gestaltet sein“, so Mader weiter.

    Dies sei insbesondere wichtig, weil an diesem Knotenpunkt täglich mehr als 43.000 Menschen ein- und aussteigen. Auch bei Großveranstaltungen des BVB waren die bisherigen Stadtbahngleise hinderlich. „Wir hoffen, dass die Deutsche Bahn AG diese städtische Baumaßnahme zum Anlass nimmt, die ihrerseits angekündigten Umbaumaßnahmen am Hauptbahnhof zügig und termingerecht zu beginnen“, so Mader abschließend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.