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Großer Hilfebedarf: Kinderschutzbund Dortmund sucht mindestens 50 zusätzliche Ehrenamtliche für vier Projekte

Martina Furlan, Arndt van der Wurp und Birgit Weber suchen Ehrenamtliche. Foto: Alex Völkel

Martina Furlan, Arndt van der Wurp und Birgit Weber suchen Ehrenamtliche. Foto: Alex Völkel

Rund 150 Menschen engagieren sich derzeit ehrenamtlich beim Deutschen Kinderschutzbund Dortmund e.V. (DKSB). Das klingt viel und ist es auch. Allerdings bräuchte der Verein mit Sitz im „Bunten Haus“ in der Nordstadt noch mindestens 50 Ehrenamtliche mehr, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen.

Für vier Projekte sucht der Verein neue Aktive: Gesucht werden Familienpaten, „ZeitschenkerInnen“, Paten für geflüchtete Jugendliche und BeraterInnen für das Kinder- und Jugendtelefon.

Menschen, die sich in einem der Bereiche ehrenamtlich engagieren wollen und sowohl Interesse als auch Spaß an der Arbeit mit Kindern bzw. Jugendlichen haben, sollten sich melden, sagt Martina Furlan, Geschäftsführerin des rührigen Vereins.

Seit zwölf Jahren gibt es das Programm mit den Familienpatenschaften

Der Spielplatz an der Lambachstraße soll erneuert werden. Das Haus des Kinderschutzbund schräg gegenüber des Spielplatzes

Das Bunte Haus an der Lambachstraße ist die Zentrale des Dortmunder Kinderschutzbundes. Foto: K.Hartmann

2005 startete eines der erfolgreichsten Projekte des DKSB Dortmund e.V.: Familienpatenschaften für Familien mit einem Kind unter drei Jahren in belastenden Lebenssituationen. Die Paten sind in der Regel für ein halbes Jahr in einer Familie – Verlängerungen sind möglich, erklärt Arndt van der Wurp.

Seit dem Jahr 2008 gibt es diese in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Dortmund.

In den vergangenen zwölf Jahren hat der DKSB sechs Ausbildungsgruppen durchgeführt und über 80 Patinnen und Paten geschult, die in dieser Zeit über 200 Familien in kurzfristigen Krisen begleitet und entlastet haben.

Die ehrenamtlichen Familienpaten verbringen innerhalb der Familie regelmäßig ein Mal pro Woche (ca. 3-4 Stunden) Zeit mit ihren Patenkindern. Familienpaten gestalten ihre Zeit in der Familie. Die Eltern erleben durch die Patenschaft eine Entlastung, so dass belastende Familiensituationen schnell vermindert werden können.

Um diese Tätigkeit auszuüben, werden die neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ca. drei Monate auf diese Arbeit mit den Familien im Rahmen einer Schulung vorbereitet. Ebenso gehört außerdem eine fachliche Begleitung dazu, die zweimal im Monat stattfindet.

„ZeitschenkerInnen“ für Kinder von psychisch erkrankten Eltern

Der Kinderschutzbund lädt am 16. Juni zu einem Infoabend ein.

Der Kinderschutzbund sucht weitere Ehrenamtliche für mehrere Projekte. Foto: W.D.Blank

Seit dem 1. Oktober 2013 bietet der Kinderschutzbund in Dortmund auch Patenschaften für Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil an. Drei Ausbildungsgruppen gab es.

„Die ehrenamtlichen PatInnen verbringen sind regelmäßig ein Mal wöchentlich für rund drei bis vier Stunden mit ihren Patenkindern!, erklärt Birgit Weber. ZeitschenkerInnen holen die Kinder ab und erleben die Zeit außerhalb der Familie. Manche Kinder verbringen auch Wochenenden bei ihren Zeitschenkern.

Die Eltern erleben durch die Patenschaft eine Entlastung in der Verantwortung gegenüber ihren Kindern im Alltag. Mit diesem präventiven Angebot soll die ganze Familie entlastet und die Kinder gestärkt werden.

Um diese Tätigkeit auszuüben, werden die neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls rund drei Monate auf diese Arbeit mit den Familien im Rahmen einer Schulung vorbereitet. Dazu gehört außerdem eine fachliche Begleitung, die einmal im Monat stattfindet.

Patenschaften für geflüchtete Jugendliche

Seit 1.Oktober 2016 hat der Kinderschutzbund in Dortmund Menschen geschult, die eine Patenschaft für einen geflüchteten Jugendlichen übernehmen möchten.

Die Jugendhilfe betreut diese Minderjährigen bis zur Volljährigkeit. Danach entsteht aber für viele eine Lücke: wer kann bei anstehenden Entscheidungen beraten und unterstützen? Wer hat ein offenes Ohr für die Alltagssorgen? Mit 18 ist niemand automatisch erwachsen. Hier können ehrenamtliche Patinnen und Paten eine wichtige Funktion übernehmen.

Angesprochen sind Menschen, die bereit sind, regelmäßig Zeit mit einem Jugendlichen zu verbringen und je nach Bedarf verschiedene Aufgaben in Kooperation mit den Mitarbeitenden der Jugendhilfe zu übernehmen.

Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass es nicht um Vormundschaften geht, die Ehrenamtlichen also nicht für die juristische Vertretung der Jugendlichen zuständig sind. Sie übernehmen ausschließlich Aufgaben wie Freizeitgestaltung, Kontaktpflege, bauen eine Brücke um die Kultur und Regeln besser zu verstehen und kennen zu lernen.

Neben zeitlicher Kapazität müssen die Interessenten Bereitschaft und Interesse an interkultureller Arbeit mitbringen sowie an Kooperation und Vernetzung. Für diese Arbeit qualifiziert der Kinderschutzbund interessierte Freiwillige in sechs Modulen. Zur Tätigkeit gehört außerdem eine fachliche Begleitung, die einmal im Monat stattfindet.

„Nummer gegen Kummer“: Am Kinder- und Jugendtelefon sind viele Schichten unbesetzt

Das Kinder- und Jugendtelefon, die „Nummer gegen Kummer“, gibt es seit 40 Jahren. Foto: Alex Völkel

Das Kinder- und Jugendtelefon, die „Nummer gegen Kummer“, gibt es seit über 40 Jahren. Foto: Alex Völkel

Seit über 40 Jahren gibt es beim DKSB Dortmund e.V. das Kinder- und Jugendtelefon, die „Nummer gegen Kummer“. Kinder und Jugendliche haben montags bis freitags von 14 – 20 Uhr die Gelegenheit, anonym ihre Frage zu stellen, Sorge zu teilen, Nöte zu schildern.

Um dieses Angebot fortzuführen, sucht der DKSB Dortmund e.V. Frauen und Männer die Zeit haben, drei Dienste im Monat von je zwei Stunden zu übernehmen. Das Team ist massiv geschrumpft – nur noch sieben Ehrenamtliche arbeiten mit. Daher kann Dortmund viele Schichten im bundesweiten Telefonverbund nicht mehr besetzen.

Daher werden hier besonders dringend neue Ehrenamtliche gesucht. Vor dem Einsatz am Telefon bekommen die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das nötige „Know-how“ in einer 60stündigen Ausbildung vermittelt.

Zur Tätigkeit am Telefon gehört außerdem eine fachliche Begleitung, die einmal im Monat stattfindet. „Die Interessierten brauchen viel Toleranz und ein große Herz – die Arbeit kann sehr frustrierend sein“, weiß Furlan. Drei Viertel der Anrufe sind Scherzanrufe. Daher müssen die Menschen an der Hotline sich auf jeden Anruf neu einstellen.

Interessierte Menschen melden sich bitte telefonisch unter 0231/8479780 oder per Mail an verwaltung@dksb-do.de.

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