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„Fort Knox“ an der Bundesstraße 1: Richtkranz weht über dem 300 Millionen-Euro-Neubau der Bundesbank in Dortmund

Blick von der B 1 auf die Bundesbank-Niederlassung. Foto: agn

Blick von der B 1 auf die Bundesbank-Niederlassung – so soll es künftig aussehen. Foto: agn

Von Joachim vom Brocke

Richtfest für Dortmunds „Fort Knox“ an der B 1. 300 Millionen Euro kostet der Neubau der neuen Filiale der Deutschen Bundesbank, die demnächst für das gesamte Rhein- und Ruhrgebiet zuständig sein wird. Dafür werden die bisherigen Filialen Bochum, Düsseldorf, Essen und Hagen aufgegeben und in Dortmund zentralisiert. Die Fertigstellung ist für 2019 geplant.

Materialmenge für den Bankneubau hätte für 300 Einfamilienhäuser gereicht

Einiges ist noch zu tun - für Anfang 2019 ist die Einweihung geplant.

Einiges ist noch zu tun – für Anfang 2019 ist die Einweihung geplant. Foto: Joachim vom Brocke

Anzüge in dunklem blau oder in dezentem anthrazit dominierten auf der weitestgehend sauber hergerichteten Großbaustelle. Neben den Hausherren aus der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt viele, viele Gäste: Banker aus der Umgebung, Politiker.

NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans darunter, etliche Bundestagsabgeordnete, aber auch viele, viele Handwerker, die seit der Grundsteinlegung am 14. Juli 2016 ganze Arbeit geleistet haben.

 

Es waren beachtliche Zahlen, die Vorstandsmitglied Dr. Johannes Beermann nannte. 45 000 Kubikmeter Beton wurden verbaut, 7000 Tonnen Bewehrung und andere Stahlteile eingebaut, vier Kilometer Leerrohre verlegt und 24 000 qm Folien schützen den Rohbau vor Wasser.

Beermann: „Mit diesen Materialmengen hätte man rund 300 stattliche Einfamilienhäuser errichten können“. Bis zu 170 Personen seien in Spitzenzeiten auf der Baustelle tätig gewesen und hätten über 300.000 Arbeitsstunden geleistet. Erfreulich: nur einen Unfall mit leichter Verletzung habe es auf der Baustelle gegeben.

Plädoyer für das Bargeld: Die neue 50-Euro-Note wurde in Dortmund vorgestellt

Am Rande des Richtfestes stellten die Vorstandsmitglieder Carl-Ludwig Thiele und Dr. Johannes Beermann NRW-Finanzminister Walter-Borjans, OB Sierau und IHK-Chef Stefan Schreiber den neuen 50-Euro-Schein vor, der ab Dienstag ausgegeben wird.

Am Rande des Richtfestes stellten die Vorstandsmitglieder Carl-Ludwig Thiele und Dr. Johannes Beermann NRW-Finanzminister Walter-Borjans, OB Sierau und IHK-Chef Stefan Schreiber den neuen 50-Euro-Schein vor.

Einen Tag vor der Einführung der neuen 50-Euro-Banknote gab es von Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele ein für das Bargeld: „Die Deutschen wissen die Vorzüge von ,Cash’ sehr zu schätzen“.

Mit Bargeld könne Zug um Zug bezahlt werden, Barzahlungen ermögliche eine gute Kontrolle der Ausgaben, Bargeld benötige keine technische Infrastruktur, könne ohne nennenswerte Zugangsbeschränkungen zum Bezahlen verwendet werden, Transaktionen mit Barem seien anonym und außerdem seien Banknoten und Münzen Wertaufbewahrungsmittel.

„Unsere Filialen“, so Thiele, „nehmen eine Schlüsselposition im Bargeldkreislauf ein“. Sie bearbeiten pro Jahr 15 Milliarden Stück Banknoten mit einem Stückgewicht von etwa einem Gramm. Mitarbeiter der Bundesbank würden pro Jahr 15 000 Tonnen Banknoten grammweise bearbeiten. Über die Niederlassungen der Bundesbank würde den BürgerInnen eine sichere Bargeldversorgung garantiert.

Größte Filiale im Netz der Bundesbank wird in Aplerbeck entstehen

Die größtenteils automatisierte Halle für die Geldbearbeitung. Foto: agn

Die größtenteils automatisierte Halle für die Geldbearbeitung. Foto: agn

Die Niederlassung an der Marsbruchstraße in Aplerbeck werde 2019 „die größte und modernste im Bundesbanknetz sein und 12 Millionen Menschen mit Bargeld versorgen“. Dafür werden die Standorte Bochum, Düsseldorf, Essen und Hagen aufgegeben und zur neuen Filiale fusioniert.

Ein paar technische Details gab es zu erfahren: Der Tresor wird als Hochregallager angelegt. Fahrerlose Transportsysteme sowie Förderbänder sorgen für den internen Transport der Banknoten. 15 hochmoderne Banknotenbearbeitungssysteme sortieren das eingezahlte Bargeld in Päckchen und Pakete, die vollautomatisch in Folie eingeschweißt und in den Tresor befördert werden.

Besonders große Anforderungen werden an die Logistik gestellt. Carl-Ludwig Thiele: „IT-Techniker arbeiten bereits schon seit Jahren auf einer virtuellen Baustelle intensiv an Kommunikationslösungen, IT-Infrastruktur und Softwaresystemen“.

„Dortmund für bedeutende Investitionen der perfekte Standort“

Freude beim Richtfest der Bundesbank-Niederlassung an der B 1. Von links: Vorstand Carl-Ludwig Thiele, OB Ullrich Sierau, Bundesbank-NRW-Präsidentin Margarete Müller, NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans. Durch den Richtkranz blickt Bernhard Busch vom Architektenteam agn. Fotos: Joachim vom Brocke

Vorstand Carl-Ludwig Thiele,
OB Ullrich Sierau, Bundesbank-NRW-Präsidentin Margarete Müller, NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans und Bernhard Busch (agn). Foto: JvB

NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans freute sich, „dass die modernste und größte Bundesbank-Filiale in Dortmund entsteht“.

Dass hier „ein Bargeldzentrum errichtet wird, zeigt, welche Bedeutung Nordrhein-Westfalen mit seiner Wirtschafts- und Kaufkraft für die gesamte Bundesrepublik hat“, betonte der Finanzminister.

„Aplerbeck wird ein ganzes Stück schöner“, meinte OB Ullrich Sierau: „Die Entscheidung der Bundesbank, diesen Geldspeicher hier zu bauen, ist ein Beweis dafür, dass wir für bedeutende Investitionen ein perfekter Standort sind“.

Dortmund sei schließlich eine wachsende Stadt mit mehr als 600 000 EinwohnerInnen und über 330 000 Arbeitsplätzen, so der Oberbürgermeister.

 Mehr Informationen:

  •  Die neue 50-Euro-Note wird am Dienstag (4. April) ausgegeben. Ein 50-Euro-Schein ist mit einem Anteil von 46 Prozent bei der Stückzahl und 41 Prozent beim Wert die wichtigste Eurobanknote.
  •  5400 Tonnen wurden davon gedruckt und werden grammweise in Umlauf gebracht. Sie wurden mit einer Reihe von neuen und verbesserten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.
  •  Rechnerisch kamen im vergangenen Jahr im Euroraum auf 10 000 Einwohner nur 20 Fälschungen, in Deutschland waren es nur zehn. „Rein statistisch muss man 1000 Jahre alt werden, um einmal im Leben mit Falschgeld in Berührung zu kommen“, erklärte Bundesbanker Thiele.
  •  Königin Elisabeth II. war einst zu Gast auf dem früheren Militärgelände der Briten an der B 1. „Man müsste die Queen noch einmal einladen, damit sie spürt wie sich ein ganzer Speicher voll von Euros anfühlt“, meinte schmunzelnd OB Sierau.
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