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Durch Spenden der Lidl-Kunden an Leergutautomaten: Neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Tafel in Dortmund

Lisa Gnoss (Verkaufsleiterin Lidl Regionalgesellschaft Bönen), Dr. Horst Röhr (Vorsitzender Dortmunder Tafel) und Jennifer Kaczor (Verkaufsleitung Lidl Bönen)

Lisa Gnoss (Verkaufsleiterin Lidl Regionalgesellschaft Bönen), Dr. Horst Röhr (Vorsitzender Dortmunder Tafel) und Jennifer Kaczor (Verkaufsleitung Lidl Bönen). Foto: Thomas Engel

Leere Flaschen wieder abgeben zu müssen, wo früher vielleicht die hauseigene Mülltonne bereitstand, um das an sie neu gebundene Pfandgeld zurückzuerhalten: das war für viele BürgerInnen zunächst keine besonders gute Nachricht. Aber mittlerweile haben Schlüsselbegriffe wie „Mülltrennung“ und „Recycling“ die Mitte der Gesellschaft erreicht. Und es gibt bei der Flaschenrückgabe vereinzelt die Möglichkeit, eine kleine Spende für einen guten Zweck zu entrichten. Davon machen immer mehr Menschen Gebrauch. Auch zur Freude der Dortmunder Tafel: 10.000 Euro für die neue Photovoltaik-Anlage wurden von Vertreterinnen des Unternehmens Lidl als Spende übergeben.

Spenden: Vom Pfandautomaten zum Tafel-Bundesverband zurück an die lokalen Tafeln

14.000 Menschen werden in Dortmund mit Lebensmitteln von der Dortmunder Tafel versorgt. Archivfoto: Klaus Hartmann

14.000 Menschen werden in Dortmund mit Lebensmitteln von der Dortmunder Tafel versorgt. Archivfoto: Klaus Hartmann

Die Gelegenheit zur Spende gibt es immer, wenn leere Pfandflaschen zum Lidl gebracht werden: Dort, am Rückgabe-Automat ist ein kleines, abgedecktes Zusatzknöpfchen neben dem gut sichtbaren Knopf für den Pfandgutschein. Darauf steht: „Spende“ – und wer es betätigt, erhält statt eines Bons über den Wert des abgegebenen Leerguts eine Spendenquittung.

Wo die vom Lidl-Discounter auf diese Weise gesammelten Spenden unter anderem landen, konnte nun an der Zentrale der Dortmunder Tafel beobachtet werden. Dort hatte man sich um Fördermittel beim Bundesverband der Tafeln in Berlin beworben, um eine zweite Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauptgebäudes finanzieren zu können.

Der Zusammenschluss aller Deutscher Tafeln in der Bundeshauptstadt wiederum arbeitet seit März 2008 mit dem Unternehmen Lidl zusammen. Bis heute wurden über 6.000 Pfandautomaten an rund 3.200 Filialen der Lebensmittelkette in ganz Deutschland mit einem solchen Pfandspendeknöpfchen zu Gunsten der Tafeln ausgestattet.

10.000 Euro für eine zweite Photovoltaik-Anlage von Lidl übergeben

Dadurch können sich die KundInnen bei jeder Leergutrückgabe entscheiden, ob sie ihren Pfandbetrag oder einen Teil davon an den Berliner Bundesverband der Tafeln spenden. Durch die gesammelten Spenden wird dann die Arbeit der lokalen Tafeln projektbezogen und nach Bedarf gefördert. Davon hat nun die Dortmunder Tafel profitiert.

Für die Errichtung der zweiten Photovoltaik-Anlage wurde nun von der Verkaufsleitung der Lidl-Regionalgesellschaft Bönen ein Scheck über 10.000 Euro offiziell an den gemeinnützigen Verein übergeben.

„Mit der Pfandspende können die Tafeln über die klassische Lebensmittelabgabe hinaus gezielt gefördert werden. Das unsere Kunden dies in einem so großen Umfang unterstützen, ist für uns eine großartige Bestätigung unserer Zusammenarbeit“, freut sich Verkaufsleiterin Lisa Gnoss.

Ökologisch nachhaltiges Wirtschaften in der Zentrale der Dortmunder Tafel

Die neue Photovoltaik-Anlage auf einem Gebäude der Dortmunder Tafel-Zentrale

Die neue Photovoltaik-Anlage auf einem Gebäude der Dortmunder Tafel-Zentrale.

„Mit der Photovoltaik-Anlage sind wir in der Lage, nachhaltig Energie zu produzieren“, erklärt Dr. Horst Röhr, Vorsitzender der Dortmunder Tafel e.V. Eine erste Anlage gab es auf einem Dach des Gebäudekomplexes der Tafel-Zentrale in der Nähe des Borsigplatzes bereits seit einiger Zeit. Nun ist eine zweite hinzugekommen. Ermöglicht durch die vielen kleinen Spenden der Lidl-Kunden.

Hätte sich durch die Stromgewinnung mit Hilfe der ersten Anlage der Stromverbrauch bereits um 28 Prozent reduziert, so Horst Röhr, könnten nun mit einer weiteren Reduktion um 31 Prozent durch die neue zweite Anlage etwa 50 Prozent an Strom eingespart werden. 97 bis 98 Prozent des durch beide Photovoltaik-Anlagen produzierten Stroms gingen in die Eigennutzung.

Insgesamt über 13 Millionen Euro aus Kleinspenden über die Leergut-Automaten sind seit der Zusammenarbeit mit dem Lidl-Unternehmen an den Bundesverband Deutsche Tafel e.V. im Jahre 2008 geflossen. Knapp 1,8 Millionen davon gingen nach Nordrhein-Westfalen, mit denen rund 275 Projekte gefördert werden konnten.

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