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Dortmund: Die Suppenküche Kana in der Nordstadt existiert seit 25 Jahren – Leider (k)ein Grund zum Feiern

Die Suppenküche Kana in der Nordstadt besteht seit 25 Jahren. V. l.: Rüdiger Weigelin, Christiane Danowski, Bernd Büscher, Ursula Wierling, Johst-Bernd Henseler, Hella Steitz

Rüdiger Weigelin, Christiane Danowski, Bernd Büscher, Ursula Wierling, Johst-Bernd Henseler, Hella Steitz.

Als man vor 25 Jahren begann in Privatwohnungen Suppe zu kochen um sie dann an Wohnungslose am Nordmarkt und auf dem alten Schlachthofgelände – heute Standort des Dietrich-Keuning-Hauses – zu verteilen, hätte die Gründerinnen und Gründer der Suppenküche Kana nicht gedacht, dass ihre Gemeinschaft heute noch existiert.

Fünf mal in der Woche bietet die Suppenküche eine Mahlzeit für Bedürftige

Die Suppenküche Kana in der Nordstadt besteht seit 25 Jahren. Das Gasthaus an der Mallinckrodtstraße

Ein Haus der Gastfreundschaft an der Mallinckrodtstraße.

Aus den Kofferraum heraus wurden die Bedürftigen seinerzeit beköstigt. Heute hat man für die Speisung der Armen die Räume an der Mallinckrodtstraße in der Nordstadt.

Fünf Mal in der Woche wird dort für 200 bis 350 Menschen Gastfreundschaft praktiziert. Kommen kann Jede und Jeder der möchte: Ob arm oder reich – niemand muss sein finanzielle Situation darstellen.

Meistens kommen jedoch die, die es nötig haben. „Wir sind das niederschwelligste Angebot in Dortmund“, sagt Christiane Danowski. „Zu uns kommen die Leute, die sonst nirgendwo mehr hingehen“, beschreibt sie die Gäste in der Suppenküche.

Die Suppenküche in der Nordstadt finanziert sich allein über Spenden

Kana e.V. hat die Mahnwache in der City organisiert. Fotos: Horst Müller

Das Kana-Team ist auch mit politischen Aktionen in Dortmund präsent. Foto: Horst Müller

Zusammen mit  zirka zehn anderen Mitstreitern hat sie die Initiative aus der Taufe gehoben, als die Bahnhofsmission damals die Verpflegung von Wohnungslosen eingestellt hat.

„Die Gründerinnen und Gründer von Kana haben alle eine evangelisch-christlichen Hintergrund“, so Danowski. „Unser Vorbild ist die Catholic-Worker-Bewegung aus den USA.“ Zur Bewegung die 1933 gegründet wurde, gehören heute 200 „Häuser der Gastfreundschaft“.

Die Suppenküche finanziert sich allein über Spenden, Unterstützung von Staat, Stadt und Kirchen lehnt die Gemeinschaft ab. So wird die Unabhängigkeit der Suppenküche gewährleistet. Neben der Gastfreundschaft weist das Team von Kana immer wieder auf die Missstände hin, die zu Armut führen.

Vielfältige Aktionen machen auf die Ursachen von Armut aufmerksam

Von Ehrenamtlichen wird die Arbeit der Kan-Suppenküche getragen - sie sind auf Spenden angewiesen.

Von Ehrenamtlichen wird die Arbeit getragen – sie sind auf Spenden angewiesen.

Die politische Arbeit ist ein wichtiges Standbein der Aktiven. „ Das Wirtschaftssystem ist Ursuche dafür, dass wir existieren und dass es uns auch noch nach 25 Jahren in so einem reichen Land wie Deutschland gibt. Das ist eine Schande“, betont Bernd Büscher, einer der Gründer.

Zu den Aktionen gehören regelmäßige Mahnwachen vor der Deutschen Bank, Informationsveranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Themen in den Räumen an der Mallinckrodtstraße, sowie eine Armenspeisung, die ein Mal im Jahr am Rathaus abgehalten wird.

Als Zeichen der Solidarität mit den Armen der Stadt, lädt Kana zum Mittagessen unter die Fenster der kommunalen Entscheidungsträger. Alles in allem kein Grund ein Fest zu veranstalten, finden die Aktiven von Kana.

Im Jubiläumsjahr gibt es eine Vielzahl von informativen und unterhaltsamen Veranstaltungen

Fritz Eckengas „Mitteilungen für interessierte Dorfbewohner“ ab 2016 im Dortmunder U

Fritz Eckenga tritt im September für Kana in der Pauluskirche auf. Fotos (4): Klaus Hartmann

So heißt das Motto im Jubiläumsjahr dann auch: „25 Jahre – (k)ein Grund zum Feiern“. Mit einer Vielzahl von informativen und unterhaltsamen Veranstaltungen weist die Gemeinschaft aus der Nordstadt im Jahr des 25-jährigen Bestehen auf die Notwendigkeit ihrer Existenz hin.

Start ist am 16. Januar um 16 Uhr mit der Aktion „25 Jahre Kana -Aktiv gegen Armut und Vertreibung“ am Europabrunnen. Es folgen Vorträge, Comedy und Konzerte übers Jahr verteilt. Der Eintritt ist frei – Spenden sind erwünscht.

Zur Zeit arbeitet ein Stamm von 80 Leuten ehrenamtlich in der Suppenküche. Monatlich benötigt Kana 12.000 Euro zur Deckung der Kosten. Spenden sind das „Salz in der Suppe“ der Küche.

KONTAKT

2 Gedanken über “Dortmund: Die Suppenküche Kana in der Nordstadt existiert seit 25 Jahren – Leider (k)ein Grund zum Feiern
  1. Bernd Büscher (KANA)

    Über die Räuberei auf der Straße nach Jericho

    Vortrag und Diskussion am Sonntag, 24. Januar 2016, 16 Uhr, Kana-Suppenküche, Mallinckrodtstr. 114, 44145 Dortmund

    Vom Limburger Alt-Bischof Franz Kamphaus stammt der Satz, Christen müssten nicht nur immer wieder den Überfallenen auf der Straße nach Jericho beistehen, sondern sich auch im Kampf gegen die Räuberei auf dieser Straße engagieren.

    Seit ihren Anfängen sehen sich Suppenküchen und Tafeln mit der Frage konfrontiert, ob sie den Sozialstaat nicht zugleich von einer seiner wichtigsten Pflichten und der Sorge dafür entlasten, dass in einem so reichen Land niemand Hunger leiden muss.

    Der Münsteraner Theologe Hermann Steinkamp denkt mit uns gemeinsam über dieses Spannungsfeld nach.

  2. KANA

    Die nächste Benefizveranstaltung „25 Jahre Kana“ findet am Sonntag, 22. Mai 2016, 15 Uhr, in der Pauluskirche, Schützenstr. 35, 44145 Dortmund statt. Der Dortmunder Kabarettist und Autor Bernd Gieseking präsentiert sein Programm „Finne dich selbst!“:

    Ein Kabarettabend als Roadtrip: Mit seinen Eltern Ilse und Hermann auf dem Rücksitz bricht Bernd Gieseking nach Finnland auf, um seinen Bruder, der sich in eine Finnin verliebt hat, in seiner neuen Heimat zu besuchen. Aber wer sind die Menschen dort? Verschrobene Einzelgänger? Trinkfest und sangestüchtig? Und warum sprechen die Finnen eine so verteufelt schwere Sprache?

    In seinem Programm präsentiert Bernd Gieseking einen Crashkurs in Sachen Sauna und Seen, Wodka und Wald, Eltern und Elche. Und das ist so skurril wie alltäglich, so aberwitzig und schön, dass man vor Lachen heulen könnte: 3800 km purer Spaß!

    Der Eintritt frei, um eine Spende für die Arbeit der Kana-Suppenküche wird gebeten.

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