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„Die magische 6 des BVB“ – Das ausgezeichnete Buch ist nur an den Heimspieltagen bei der Fanabteilung zu haben

Das Buch wurde mit dem Red Dos-Design-Award ausgezeichnet. Fotos: BVB-Fanabteilung

Das Buch wurde mit dem Red Dos-Design-Award ausgezeichnet. Fotos: BVB-Fan- und Förderabteilung

Von Susanne Schulte

Die Magie des Buches „Die magische 6 des BVB“ scheinen die Fans noch nicht entdeckt zu haben. Diese Perle unter den Veröffentlichungen über die Borussia ist aber auch schwierig zu entdecken. Sie liegt ausschließlich vor Heimspielen am Stand der BVB-Fanabteilung aus. Und das seit gut einem Jahr. Schleppend laufe der Verkauf, heißt aus dem Kreis der AutorInnen.

Eine schwarzgelbe Chronik erzählt aus 140 Jahren Vereins- und Stadtgeschichte

Gerd Kolbe ist einer der Autoren.

Gerd Kolbe ist einer der Autoren.

Auch nach der Prämierung mit dem Red Dot Ende letzten Jahres, ein Preis für besonders schöne Gestaltung, hat sich das nicht geändert.

In Jahren, deren Zahl mit einer 6 endet, ist stets für die Borussia Entscheidendes passiert, fiel Gerd Kolbe auf. Der einstige Pressesprecher des Vereins und heute dessen Archivar ging zusammen mit anderen Ehrenamtlichen der Fanabteilung diesem Zufall nach.

Entstanden ist eine schwarzgelbe Chronik über 140 Jahre BVB-Fußball- und Handballgeschichte, eingebunden in die Geschichte der Stadt. Zu jedem der 15 Jahre mit einer 6 am Ende schrieben die AutorInnen eine gut recherchiert Geschichte.

Gut recherchierte Berichte über die Gründung, die Abstiege, die Erfolge und die Menschen

 Wolfgang Weick hat gleich nach Vorworten das Sagen. Der ehemalige Chef der Dortmunder Museen gibt einen Einblick in die Entwicklung der Schwerindustrie rund um das Jahr 1876.

Dann erzählt Gerd Kolbe von der nationalen und internationalen Arbeitskräfte-Suche der Hoesch AG im selben Jahr, bevor Gregor Schnittker den „heimlichen 19. BVB-Gründer“ Reinhold „Oskar“ Richter würdigt, der 1886 geboren wurde. Schnittker, Weick und Kolbe wechseln sich bei der Beschreibung der nächsten 6er-Jahre ab: 1896 beschloss der Kirchenvorstand der Josephsgemeinede, an der Flurstraße eine Kirche zu bauen, die Dreifaltigkeitskirche, die Gründungskirche von Borussia Dortmund.

1906 beginnt Kaplan Hubert Derwald seinen Dienst in der Dreifaltigkeitskirche und sorgte mit seinem Dickkopf drei Jahre später dafür, dass junge Männer aus seiner Gemeinde einen Fußballverein gründeten.

Von Heinrich Unger bis Aubameyang: Aber nicht nur die Spieler stehen im Mittelpunkt

Und so geht es weiter: 1916 schreibt Heinrich Unger im Schützengraben das BVB-Lied „Aber eins, aber eins, das bleibt bestehn: Borussia Dortmund wird nicht untergehen“, 1926 wird die Kampfbahn Rote Erde eröffnet und Frauen trainieren im Verein Handball und Leichtathletik, 1936 steigt der BVB in die Gauliga auf.

1946 kommt Ady Preißler in die erste Fußballmannschaft, 1956 gewinnt die Borussia die Deutsche Meisterschaft, 1966 als erste deutsche Mannschaft den Europapokal, 1976 schaffen die Dortmunder Fußballer wieder den Aufstieg in die erste Bundesliga, 1986 rettete Jürgen Wegmann in der Relegation den Verein vor dem Abstieg, 1996 wird der BVB erneut Deutscher Meister, 2006 kommt die WM auch nach Dortmund, 2016 ist Jahr des Pierre-Emerick Aubameyang.

Besonders gelungen sind die Doppelseiten, Intermezzo genannt, über die Jahre zwischen den 6ern

Diese Aufzählung wird dem Inhalt bei weitem nicht gerecht. Werden doch rund um diese Jahre auch die politischen Entwicklungen und Ereignisse in der Stadt, im Land und in der Welt erzählt.

Man erfährt, wie es mit dem Merchandising los ging, wie die BVB-Spieler sich und ihre Familien während der Kriege unterstützten, wie das Ende von Hoesch und der Kronen-Brauerei sich auf das Leben in der Stadt auswirkten.

Besonders gelungen sind jeweils die Intermezzi zwischen den 6er Jahren. Um diese zu lesen, muss man das Buch um 90 Grad drehen und erfährt dann, schwarz auf gelb gedruckt, was zwischenzeitlich spielerisch beim BVB passierte. Alle Artikel sind mit guten Fotos bebildert, die vorher zum Teil noch nie veröffentlicht wurden.

Ein Buch von Fans für Fans: Der Kauf ist jedoch nur an Heimspieltagen vor dem Stadion möglich

Geschrieben haben die Berichte außer den bereits Genannten: Wilfried Harthan, Stefan Döring, Ullrich Sierau, Leonidas Exuzidis, Volker Christoph, Linda Kasner, Holger Knobloch, Christian Hockenjos und Sina Resch.

Die meisten von ihnen sind ehrenamtlich engagiert in der Arbeitsgemeinschaft Tradition, die zur Fan- und Förderabteilung des BVB gehört. So ist es ein  wirklich ausgezeichnetes Buch von Fans für Fans. Die Gestaltung, für die es den oben erwähnten Red Dot (Roten Punkt) gab, hatte die Agentur marcellini in den Händen ihrer MitarbeiterInnen.

Das Buch kostet 25 Euro und verlangt auch von Fans ohne Karte einiges ab: Man muss sich an Heimspieltagen durch die Massen zwängen, um den Stand der Fanabteilung an der Strobelallee zu erreichen, in der Nähe des August-Lenz-Hauses.

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