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DEW21 hat erstmals eine Chefin: Heike Heim steht an der Spitze des kommunalen Versorgungsunternehmens

Ihren neuen Arbeitsplatz im sechsten Stock der DEW21-Zentrale hat sie bezogen.

Ihren neuen Arbeitsplatz im sechsten Stock der DEW21-Zentrale hat sie bezogen. Fotos: Alex Völkel

Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) hat eine neue Chefin: Heike Heim hat ihre Arbeit als neue Vorsitzende der Geschäftsführung des heimischen Energieversorgers angetreten. Im April hatte der Dortmunder Rat die bisherige Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Offenbach (EVO) mit großer Mehrheit gewählt.

Erstmals hat eine Frau den Vorsitz im dreiköpfigen Leitungsteam

Bereits im März hatte der DEW21-Aufsichtsrat den bisherigen Geschäftsführer Dr. Frank Brinkmann vorzeitig abberufen und der Bestellung von Heike Heim einstimmig zugestimmt.

Sie hat jetzt die Aufgabe der kaufmännischen Geschäftsführung und damit den Vorsitz im dreiköpfigen Leitungsteam der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung übernommen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau begrüßte als DEW21-Aufsichtsratsvorsitzender am Montag (2. Juli) Heike Heim in ihrer neuen Funktion.

Die Tochter eines Elektrikers hat an der TU Darmstadt als Diplom-Wirtschaftsingenieurin mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik abgeschlossen. Nach Stationen bei Alstrom und der Conceptware AG war sie zehn Jahre lang in der Unternehmensberatung tätig, bevor sie sich in Mannheim und zuletzt Offenbach wieder Energieversorgungsunternehmen zuwendete.

Verschiedene berufliche Stationen in Beratung und Energiebranche

Oberbürgermeister Ullrich Sierau stellte Heike Heim als neue DEW21-Chefin vor.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau stellte Heike Heim als neue DEW21-Chefin vor.

Ihre verschiedenen beruflichen Stationen hätten den Ausschlag gegeben, weil Heim so die notwendigen Kompetenzen habe sammeln können –  fachliche und kaufmännische Qualifikationen. „Es sind genau die Dinge, die uns wichtig sind“, betonte OB Ullrich Sierau.

„Sie muss nach innen strukturieren und nach außen kooperieren“, sagte der OB und verkniff sich nicht einen Seitenhieb in Richtung ihres geschassten Vorgängers: „Sie wird auch die Zahlen nicht dem Zufall überlassen, wir wir das hier auch schon erlebt haben“, so Sierau.

„Ich freue mich sehr auf die neue Tätigkeit“, sagte Heim bei ihrem ersten Pressetermin. Sie freue sich, in einem kommunal dominierten Unternehmen zu arbeiten, welches über eine große Strahlkraft in der Region und ein positives Image verfüge.

Ein Unternehmen, welches sich für die Energiewende einsetze – und zwar nicht nur auf dem Papier. Zudem werde DEW21 seiner sozialen Verantwortung gerecht. Ebenso positiv: Es gebe eine hohe Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen.

Bestandsgeschäft optimieren und neue Geschäftsfelder erschließen

Die DEW21 ist ein kommunal dominiertes Versorgungsunternehmen mit großer Strahlkraft.

Die DEW21 ist ein kommunal dominiertes Versorgungsunternehmen mit großer Strahlkraft.

Die Herausforderungen für die neue Chefin sind klar: „Dortmund ist kein Mikrokosmos, an dem die energiepolitischen Themen vorbeiziehen. Die DEW steht wie viele regionale Unternehmen vor der Hausforderung, das Bestandsgeschäft zu optimieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen“, so Heim. Das Geschäft werde künftig noch schwieriger.

Das Ziel sei die Sicherstellung der Versorgung mit nachhaltiger, effizienter und versorgungssicherer Energie. Besonderes Augenmerk will sie auf die Energieeffizienz legen – diese werde häufig vernachlässigt. Daher seien dezentrale Strukturen wichtig. Dazu gehören Quartierskonzepte, dezentrale Wärmeversorgung und die Stärkung der Elektromobilität inklusive des Ausbaus der notwendigen Infrastruktur.

Keine „Schwarz-Weiß-Lösung“ sieht Heim beim Thema Kohle. Auch über das Jahr 2022 hinaus werde es noch ein Miteinander von konventioneller und alternativer Stromerzeugung geben. Schließlich habe die Kohle in Deutschland noch einen Anteil von 45 Prozent an der Stromversorgung.

„Die Kohle wird noch über lange Zeit ein Auslaufmodell sein. Aber Deutschland ist keine Insel. Daher müssen wir auch die Im- und Exporte von Strom bedenken und deshalb im europäischen Kontext rechnen.“

Ambitioniertes Besuchs- und Vernetzungsprogramm für die ersten 100 Tage

Vom DEW21-Aufsichtsratsvorsitzenden bekam Heike Heim Blumen zum Einstand.

Vom DEW21-Aufsichtsratsvorsitzenden Ullrich Sierau bekam Heike Heim zum Einstand Blumen.

In den ersten 100 Tagen wolle sie das Unternehmen, die KollegInnen und die Führungskräfte erstmal richtig kennenlernen. „Ich will jede Abteilung besuchen, sie kennenlernen und verstehen, wie es dort funktioniert“, so Heim.

Sie freut sich zudem auf das Mitarbeiterfest Ende der Woche: „Ein bayrischer Abend. Ich habe mein Dirndl leider nicht eingepackt“, sagte sie lachend. „Es ist gut, gemeinsam zu feiern, um in die DEW-Kultur reinzuschnuppern.“

Die Stadt Dortmund und ihre Gremien will die neue DEW-Chefin ebenfalls rasch kennenlernen. „Ich will mich vernetzen und auch die Stadt kennenlernen. Ich habe mir ein ganz ambitioniertes Besuchsprogramm geben lassen, um hier schnell Fuß zu fassen“, verriet Heim. Eine neue Heimat hat die leidenschaftliche Motorradfahrerin bereits gefunden: Sie hat sich eine Wohnung im Kaiserstraßenviertel gesucht.

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