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Ausstellung in der Nordstadtgalerie: „Der zweite Moment“ lässt den Raum noch bis Sonntag zum Protagonisten werden 

In der Mitte des Raumes befindet sich ein weißes Gebilde, welches mit Filmen angestrahlt wird.

In der Mitte des Raumes befindet sich ein weißes Gebilde, welches mit Filmen angestrahlt wird.

Caroline Misrahi zeigt in ihrer Arbeit die Grundrisse ihrer Geburtswohnung.

Caroline Misrahi zeigt in ihrer Arbeit die Grundrisse ihrer Geburtswohnung.

Von Leonie Krzistetzko

In der Mitte des Raumes befindet sich ein weißes Gebilde, welches mit Filmen angestrahlt wird.  Zahlreiche Quadrate sind übereinandergestapelt. Auf ihnen befinden sich Daumenkinos, in ihnen kurze Filme.

In der Nordstadtgalerie an der Bornstraße stellen noch bis Sonntag acht Masterstudierende des Fachs Szenografie und Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund ihre Werke aus. Ihr Projekt heißt „Der zweite Moment – Vom Daumenkino zum Raumwunder“. In ihren Arbeiten lassen die Studierenden den Raum zum Protagonisten werden.

Ausstellung arrangiert Werke zu Gesamtkunstwerk 

In der Ausstellung werden acht unterschiedliche Konzeptionen zum Thema „Raum“ gezeigt. Den SeminarteilnehmerInnen wurden nur die äußeren Bedingungen vorgegeben. So mussten sie alle ein Daumenkino erstellen, einen einminütigen Film und später all ihre Werke zu einem Gesamtkunstwerk zusammenführen.

Kaoutar Aboueloula-Peindl beschäftigt sich mit dem Rausgehen.

Kaoutar Aboueloula-Peindl beschäftigt sich mit dem Rausgehen. Fotos: Leonie Krzistetzko

„Mein Daumenkino zeigt den Lageplan meiner Geburtswohnung, der sich nach und nach zum Lageplan meiner jetzigen Wohnung entwickelt“, sagte Caroline Misrahi. Ihr Daumenkino heißt „Ich bin der Raum, wo ich bin“.

Die Studentin ist im dritten Semester und hat zuvor bereits Innenarchitektur studiert.

Von der Illusion des Rausgehens

Die 29-Jährige Kaoutar Aboueloula-Peindl hat sich bei ihrem Daumenkino von der Tierwelt inspirieren lassen.  „Das Königreich“ zeigt einen Ameisenhügel von innen, der sich nach und nach weiter ausbaut, als würde der Betrachter hineingezogen werden.

In ihrem Film hat sie sich hingegen mit dem Rausgehen beschäftigt, das sie als Illusion betrachtet. „Es gibt kein Rausgehen, wenn man genau darüber nachdenkt. Man kommt von dem einen Raum immer in einen neuen, auch die Straße kann ein Raum sein“, so die Studentin.

Ihr Kurzfilm zeigt Türen, die sich öffnen und Menschen, die durch sie hindurchgehen. Ob sie dabei aus einem geschlossenen Raum kommen oder diesen verlassen wollen, bleibt unklar.

Laura_Dierkes stellt mit ihrem Bauchkino die Verbindung von Bauch und Kopf her.

Laura_Dierkes stellt mit ihrem Bauchkino die Verbindung von Bauch und Kopf her.

Weitere Projekte in Planung

Mit dem Zusammenspiel von Kopf und Bauch hat sich Laura Dierkes in ihren Arbeiten „Bauchkino“ und „Kopfgefühl“ beschäftigt. Ihre Videoarbeit ist eine Installation, die zeitgleich einen Film auf Kopf- und Bauchhöhe abspielt. Hierbei ist der Kopf des Betrachters von seiner Umgebung durch einen weißen Kasten abgeschirmt.

Die Ausstellung zeigt die Arbeitsergebnisse eines Seminars aus dem Wintersemester 2016/2017. Geleitet wurde das Seminar von der Professorin Nora Fuchs. Sie hat bereits vor zwei Jahren das Seminar „Der erste Moment“ ins Leben gerufen.

Nun möchte sie in Abständen von zwei Jahren regelmäßig dieses Seminar anbieten. „Meine ursprüngliche Idee war, dass ich ein Archiv von Daumenkinos zum Thema „Raum“ anlegen wollte“, sagte Fuchs.

„Der zweite Moment“ ist noch bis Sonntag zu sehen

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag in der Nordstadtgalerie zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. Die Türen stehen alle Interessierten noch bis Samstag von 14 Uhr bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr offen.

Die Ausstellung zeigt Werke von acht Studierenden der Szenografie.

Die Ausstellung zeigt Werke von acht Studierenden der Szenografie.

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Ein Gedanke zu “Ausstellung in der Nordstadtgalerie: „Der zweite Moment“ lässt den Raum noch bis Sonntag zum Protagonisten werden 

  1. Amalia B

    Vielen Dank für diesen Bericht. Die Ausstellung klingt faszinierend. Besonders den Ansatz mit dem Lageplan der Geburtswohnung und der jetzigen Wohnung fand ich spannend. So eine Wohnung repräsentiert einen ja.

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