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Auslandsgesellschaft braucht Unterstützung: Eine Fotoausstellung soll die armen Seiten Rio des Janeiros zeigen

Die Befriedung des Armenviertels Complexo do Alemao in Rio de Janeiro. Foto: Bruno Itan - „Foto Clubes Alemao“

Die Befriedung des Armenviertels Complexo do Alemao in Rio de Janeiro. Foto: Bruno Itan – „Foto Clubes Alemao“

Von Stella Venohr

Männer, unter den Armen klemmen Gewehre. Sie tragen Uniformen und kein Gesicht verzieht sich zu einem Lächeln. Das Foto zeigt die Befriedung des Armenviertels Complexo do Alemao in Rio de Janeiro. Es ist eine Fotografie des eines Künstler aus dem Armenviertel. Er gehört zu dem Foto Clubes Alemao. Verschiedene Fotografen arbeiten dort zusammen, um den Alltag in dem Armenviertel in Bildern festzuhalten.

Befriedung des Armenviertels war nicht immer friedlich

Die Ausstellung des „Foto Clubes Alemao“ möchte die Auslandsgesellschaft nach Dortmund holen.

Die Ausstellung des „Foto Clubes Alemao“ möchte die Auslandsgesellschaft nach Dortmund holen.

Die Auslandsgesellschaft in Dortmund möchte bis zum 28. Juli eine Ausstellung mit den Fotografien der Künstler organisieren. Um das Projekt zu finanzieren, gibt es eine Crowdfunding-Aktion.

Der „Foto Clubes Alemao“ wurde von einem Berufsfotografen gegründet. Mit Ausstellen wird auch Michael Ende. Der bekannte Fotograf hat 30 Jahre in dem Armenviertel in Rio gelebt. Seine Erfahrungen mit dem Viertel, werden in seinen Bildern widergespiegelt.

Das Armenviertel ist geprägt von Gewalt und Kriminalität, das wollen die Fotografen aufzeigen. Doch das ist nicht immer einfach. Die Bilder der Befriedung wurden vom Militär teilweise gelöscht.

„Momentan ist es dort so gefährlich, dass die Fotografen auch in anderen Teilen von Rio fotografieren müssen“, sagt Felizia von Schweinitz. Die 18-Jährige arbeitet als Praktikantin bei der Auslandsgesellschaft in Dortmund und hat maßgeblich an der Verwirklichung der Ausstellung mitgewirkt.

Ein weiteres Bild zeigt nur ein paar Hände, doch sie halten einen Haufen an Munition. Die Motive der Fotografen sind sehr unterschiedlich. Mal ist die starke Gewalt des Viertels zu sehen, ein anderes Mal wird es religiös und spirituell. Da sind dann Kreuze im Hintergrund zu sehen, während vorne Männer in weißer Tracht umgeben von Nebel durch die Straßen gehen. Insgesamt werden 32 Motive ausgestellt.

Die 32 Motive sind sehr unterschiedlich, aber alle zeigen den Alltag im Complexo do Alemao

Felizia von Schweinitz und Martina Plum haben die Crowdfunding-Aktion gestartet. Foto: Stella Venohr

Felizia von Schweinitz und Martina Plum haben die Crowdfunding-Aktion gestartet. Foto: Stella Venohr

Die Ausstellung soll von Ende Juli bis Ende August in dem Gebäude der Auslandsgesellschaft in der Steinstraße zu sehen sein. Das Datum ist bewusst gewählt. „Wir wollten etwas über Rio, passend zu den olympischen Spielen machen“, sagt Martina Plum von der Auslandsgesellschaft.

„Im Moment wird alles noch überschattet von der Fußball Europameisterschaft, aber wir hoffen, dass danach das Augenmerk auf Rio gerichtet wird.“ Brasilien ist das erste südamerikanische Land, das Gastgeber für die Olympischen Spiele sein wird. Viele der Wettkämpfe werden dann in den wohlhabenderen Vierteln stattfinden.

Die Armenviertel gehen dabei oft unter. Doch genau auf diese Viertel möchte die Auslandsgesellschaft mit der Fotoausstellung einen Schwerpunkt setzen. Es geht um die Frage, wie der Alltag in einem Armenviertel aussieht.

Die Ausstellung soll auch die armen Seiten Rio de Janeiros aufzeigen

Der Glaube ist wichtig im Armenviertel. Foto: Cello Ferreira- „Foto Clubes Alemao“

Der Glaube ist wichtig im Armenviertel. Foto: Cello Ferreira – „Foto Clubes Alemao“

Etwas über die Hälfte des Geldes für die Ausstellung hat die Auslandsgesellschaft zusammen. Neun Tage läuft die Crowdfunding-Aktion noch. Doch selbst wenn nicht das ganze Geld zusammen kommen sollte, wird die Ausstellung stattfinden.

„Wir haben da so viel Herzblut herein gesteckt, ganz besonders Felizia“, so Martina Plum von der Auslandsgesellschaft. „Irgendwie würden wir das dann schon stemmen.“ Trotzdem sei das Geld wichtig. Die Auslandsgesellschaft möchte damit beispielsweise die Zeitung zur Ausstellung tatsächlich wie eine Zeitung layouten.

„Schließlich arbeiten die Fotografen in Rio teilweise journalistisch“, so Felizia. Einen besonderen Wunsch haben Martina Plum und Felizia von Schweinitz noch: „Wenn wir genug Geld durch das Crowdfunding einnehmen, würden wir gerne einen der Fotografen aus Rio zur Ausstellung hierhin holen.“

UPDATE: Der Link zur Aktion lautet:  https://www.startnext.com/favelafotografen

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3 Gedanken über “Auslandsgesellschaft braucht Unterstützung: Eine Fotoausstellung soll die armen Seiten Rio des Janeiros zeigen

  1. Manuel

    Vielleicht bin ich auch einfach nur blind, aber ein Link zur Crowdfunding-Aktion und ein paar Details darüber (wie viel wird insgesamt benötigt? Wie viel fehlt noch?) wären nicht verkehrt.

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