Nordstadtblogger

Internationales Roma-Kulturfestival für mehr Toleranz: Djelem Djelem findet in Dortmund zum vierten Mal statt

Ein besonders starkes Zeichen: Die Roma-Flagge "weht digital" auf dem U-Turm.

Ein besonders starkes Zeichen: Die Roma-Flagge „weht digital“ auf dem U-Turm. Archivfoto: Alex Völkel

Von Mira Kossakowski

Nach den erfolgreichen letzten Jahren veranstaltet der AWO-Unterbezirk Dortmund gemeinsam mit dem Kulturdezernat der Stadt und vielen weiteren Partnern das Roma-Kulturfestival „Djelem Djelem“. Das Festival findet inzwischen zum vierten Mal vom 3. bis 9. Oktober statt. Standorte sind unter anderem das Depot und das Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt.

Das Kulturfestival soll dabei helfen, Vorurteile abzubauen und für mehr Toleranz zu werben

Die VeranstalterInnen freuen sich auf die neue Auflage. Foto: Alex Völkel

Die VeranstalterInnen und OrganisatorInnen freuen sich auf die neue Auflage. Foto: Alex Völkel

An den verschiedenen Festivaltagen können Besucher mit Konzerten, Lesungen, Filmvorführungen und vielen weiteren Programmpunkten die Vielfalt der Roma-Kultur kennen lernen.

„Wir wollen zeigen, dass wir eine offene Gesellschaft sind“, sagt Gerda Kieniger, Vorsitzende des AWO-Unterbezirks Dortmund, „dafür wollen wir miteinander singen, tanzen und feiern.“

Viele Roma leben insbesondere in der Nordstadt unter sehr schlechten Bedingungen, die Häuser haben sanierungsbedarf, es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit. Dadurch entstehen auch Vorurteile, die mit dem Festival abgebaut werden sollen.

In den vergangenen Jahren hat das Festival eine sehr positive Resonanz erhalten und ist besonders in der Aktivistenszene bekannt. Dadurch hoffen die Veranstalter, dass „Djelem Djelem“ in Zukunft auch bundesweit an Bedeutung gewinnt.

Konzerte, Feste und auch eine Fachtagung sind Teil des Programms von „Djelem Djelem“

Bereits am Vortag der offiziellen Eröffnung findet im Domicil ein Konzert der Mahala Rai Banda statt. Eine wilde Mischung aus modernen und traditionellen Klängen lädt zum Tanzen ein.

Nach der offiziellen Eröffnung im Theater im Depot, bei dem es eine Theateraufführung und eine Lesung gibt, geht es mit einer Fülle an Programmpunkten weiter. Das verrät auch ein Blick auf das dicke Programmheft.

Für die Eröffnungsperformance des Roma-Kulturfestivals Djelem Djelem proben die Kinder. Foto: Carsten Leniger

Für die Eröffnungsperformance von Djelem Djelem proben derzeit die Kinder. Foto: Carsten Leniger

Wie jedes Jahr ist vor allem das Familienfest ein Highlight, das Groß und Klein zum Dietrich-Keuning-Haus lockt. Davor findet ein bunter Demonstrationszug statt, der für mehr Vielfalt, Toleranz und gegen Antiziganismus steht.

Das Dietrich-Keuning-Haus hat außerdem eine besondere historische Bedeutung für das Festival: Der Platz, auf dem das Gebäude heute steht, nutzten Sinti früher als Lager.

Neben verschiedenen Konzerten und Auftritten findet auch eine Fachtagung statt. Dabei sollen Schulsozialarbeiter über das Thema Antiziganismus aufgeklärt und dafür sensibilisiert werden. Viele Kinder aus Romafamilien leiden bereits während der Schulzeit unter Vorurteilen und Diskriminierung.

Bunt, fröhlich und weltoffen: „Djelem Djelem“ zeigt eine positive Seite der Zuwanderung, die häufig nicht wahrgenommen wird. So sollen die positiven Facetten in Dortmund mehr in den Vordergrund rücken.

Ein Überblick über das Programm:

  • Dienstag, 3. Oktober, 19 Uhr, domicil: Konzert Mahala Rai Banda
  • Mittwoch, 4. Oktober, 18 Uhr, Theater im Depot: Eröffnung „Djelem Djelem“ – Multimediale Theaterperformance und Lesung
  • Donnerstag, 5. Oktober, 9 bis 15:30 Uhr, Theater im Depot: Qualifizierung zum Thema „Antiziganismus“ für SchulsozialarbeiterInnen
  • Donnerstag, 5. Oktober, 19:30 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus: Come Together im Roma Kids Club
  • Donnerstag, 5. Oktober, 20 Uhr, Auslandgesellschaft NRW: Lesung und Gespräch mit Gianni Jovanovic
  • Freitag, 6. Oktober, 18 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus: Djelem Djelem Blockparty
  • Freitag, 6. Oktober, 20 Uhr, Theater im Depot: Theaterabend – Rotationseuropäer – Intersektional und trotzdem sexy
  • Samstag, 7. Oktober, 13 bis 18 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus: Djelem Djelem Dance Contest – Tanzwettbewerb für Mädchen
  • Sonntag, 8. Oktober, 13:30 Uhr, vom Nordmarkt bis zum Dietrich-Keuning-Haus: Demonstrationszug für Vielfalt, Toleranz und Solidarität sowie gegen Antiziganismus
  • Sonntag, 8. Oktober, 14 bis 18 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus: Familienfest
  • Sonntag, 8. Oktober, 19 Uhr, sweetSixteen Kino im Depot: The Awakening von Kenan Emini
  • Montag, 9. Oktober, 9:30 bis 18 Uhr, Dortmunder U: Symposium „Roma in Europa – der Kampf für ein würdiges Leben“

 

 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.