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Gemeinschaftsgarten „Tante Albert“ startet ins zweite Jahr – jetzt mit Nutzungsgenehmigung und als eingetragener Verein

Beim Jahresauftakt im Gemeinschaftsgarten spielte sogar das Wetter mit. Fotos: Alex Völkel

Beim Jahresauftakt im Gemeinschaftsgarten spielte sogar das Wetter mit. Fotos: Alex Völkel

Startschuss für „Tante Albert“: Der Gemeinschaftsgarten an der Albertstraße unweit des Borsigplatzes geht in das zweite Jahr. Die gute Nachricht: Der Garten ist jetzt offiziell. Nach langem hin und her ist der Nutzungsvertrag unterschrieben. Nach den schon weit fortgeschrittenen Vorarbeiten im letzten Jahr kann das Projekt in diesem Jahr nun durchstarten.

„Ein offenes Kollektiv für mehr Gemeinschaftsgefühl und Eigeninitiative in der Nordstadt“

Beim Jahresauftakt im Gemeinschaftsgarten spielte sogar das Wetter mit. Fotos: Alex Völkel

Was ist denn „Tante Albert“? Das ist ein Gemeinschaftsgartenprojekt in der Albertstraße 6 -8, das zum Lernen, Austauschen, Entspannen und Geselligsein da ist. Der Garten schafft einen Freiraum für alle, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Aussehen, kulturellem Hintergrund, egal ob jung oder alt.  Denn alle Interessierten sind willkommen.

„Wir sind als offenes Kollektiv organisiert und versuchen dadurch mehr Gemeinschaftsgefühl und Eigeninitiative in der Nordstadt zu  bewirken“, erklärt Julia das Konzept. Bisher etablierten sich das urbane Gärtnern, Foodsharing, ein Gib- und Nimmladen und regelmäßige kulturelle und soziale Zusammentreffen.

Weitere Ideen gehen in Richtung Nachbarschaftspicknick und -kochen, Lesungen, Konzerte, Flohmärkte und Workshops zu Themen wie Ökologische Bildung, soziales Miteinander, Sport, Theater und gemeinsames Werken und Gestalten, die sich im Laufe des Jahres entwickeln sollen.

Garten-Aktivitäten genießen eine große Akzeptanz in der Nachbarschaft

Die Aktivitäten erfreuen sich auch bei den NachbarInnen großer Akzeptanz und Beliebtheit: „Wir sind halt nicht die hippen Studenten aus einem anderen Stadtteil. Wir sind Nachbarn von hier“ macht Marten deutlich. „Wir begrüßen jeden Passanten und verteilen regelmäßig Flugblätter, was wir vorhaben, und laden zum Mitmachen ein.“

So war es nicht verwunderlich, dass sich auch NachbarInnen beim Jahresauftakt blicken ließen. AnliegerInnen versorgen die Aktiven auch mit Sachspenden. Immer wieder finden sich Pflanzen, Holz und Möbel vor dem Tor des Gartens. Mit Vandalismus hatten die Gartenfreunde zum Glück noch nicht zu kämpfen. „Lediglich ein Mal wurden Kohlrabi ausgerissen. Wir konnten sie aber wieder einpflanzen“, sagt Julia lachend.

Auch das ist für sie ein Zeichen, dass der Gemeinschaftsgarten ankommt. Auch wenn die Aktiven in der Nordstadt weiterhin auf Recycling, Do-it yourself und direktes Engagement setzten, baut das Projekt auf Spenden und Unterstützung verschiedenster Menschen. Unter anderem, damit allen Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und eben auch Einkommen, das Mitmachen ermöglicht wird.

Menschen zum Mitmachen, aber auch Spenden sind jederzeit willkommen

„Wir glauben: wenn wir Menschen mit wenig bis keinen finanziellen Mitteln aus Gemeinschaft, Nachbarschaft und gegenseitiger Hilfe ausschließen, haben wir gerade in der Nordstadt unser Ziel verfehlt“, betont Julia.

„Falls Menschen die Möglichkeiten und Interesse haben, ein soziales, ökologisches und nachhaltiges Projekt zu unterstützen, dann freuen wir uns über eine Spende“, ergänzt Marten.  Von dem Geld finanzieren die Gartenfans Werkzeug, Saatgut, Hochbeete, Erde, Baumaterial und Pflanzen, Plakate und Flyer und sparen für eine überdachte Terrasse.

Mittlerweile ist „Tante Albert“ auch ganz offiziell als Verein eingetragen: „Sozialer Kulturverein Dortmund-Nord e.V.“ heißt das Konstrukt. Nur mit der Gemeinnützigkeit hat es noch nicht geklappt. Das Finanzamt Dortmund-Ost legt den Aktiven viele Steine in den Weg. Wie sie erfahren mussten, hatten offenbar viele Nordstadt-Projekte damit zu kämpfen.

Spenden für den Gemeinschaftsgarten sind auch jetzt schon möglich

Die zuständige Mitarbeiterin stellt in Abrede, dass ein solcher Verein überhaupt nötig und die Aktivitäten gemeinnützig sind. „Wir sollten uns doch lieber einem anderen Verein anschließen, statt einen eigenen zu gründen“, ärgert sich Julia über die Bevormundung. Weder das Seminar- noch das Bildungsprogramm interessierte sie.

Stattdessen mussten sie sich Sprüche wie „Dass Leute für so was Zeit haben. Sie habe das nicht“ anhören. Davon wollen sich die Aktiven nicht entmutigen lassen und weiter für ihre Gemeinnützigkeit kämpfen. Doch Spenden sind auch jetzt schon möglich – wenn auch noch ohne Spendenquittung.

Spendenkonto:

  • Sozialer Kulturverein Dortmund-Nord e.V.
  • Kontonummer: 4120983900 
  • IBAN: DE88 4306 0967 4120 9839 00

Mehr Informationen:

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Ein Gedanke zu “Gemeinschaftsgarten „Tante Albert“ startet ins zweite Jahr – jetzt mit Nutzungsgenehmigung und als eingetragener Verein

  1. Nordstadt Supporter

    „Wir sind halt nicht die hippen Studenten aus einem anderen Stadtteil.“ – Damit sind wohl die Urbanisten gemeint. Recht haben sie. Aber für die Nachbarn: Hut ab – tolle Idee und weiter so!!!

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