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Gemeinschaft ist gleich nebenan: Die Lydia-Kirchengemeinde geht auf die Straße und auf die Menschen zu

Zum Straßencafé hatte die Internationale Gemeinde eingeladen. Fotos: Alex Völkel

Zum Straßencafé hatte die Internationale Gemeinde eingeladen. Fotos: Alex Völkel

Von Susanne Schulte

Wenn die Menschen sich scheuen in die Kirche zu gehen, müssen die Menschen, die Kirche und Gemeinde ausmachen, auf die Straße gehen. Das dachten sich die Frauen und Männer des Besuchskreises der evangelischen Lydia-Gemeinde und luden jetzt am Samstag auf die Schützenstraße ein, vor die Garagen der Pauluskirche.

Eine Papiereinladung für 300 Gemeindeglieder in der Nachbarschaft der Pauluskirche

 Vikar Kornelius Heering

Vikar Kornelius Heering

300 Einladungen hatten sie dazu in der Nachbarschaft in die Briefkästen gesteckt. „Wenn nur zehn Prozent der Adressaten kommen, dann ist es ein Erfolg“, hatte Vikar Kornelius Heering vorher gesagt.

Es waren aber eine ganze Menge mehr Gäste, die die sehr leckeren Waffeln aßen, den Frühlingstag an den Tischen sitzend genossen und mit einander ins Gespräch kamen. Da machte es auch gar nichts, dass der Top Act, der Auftritt der Band Living Workshippers ausfiel, weil es ein Missverständnis bei der Terminabsprache gegeben hatte.

Der Besuchsdienst ist eine neue Gruppe innerhalb der Lydia-Gemeinde, die sich vorgenommen hat, einmal alle Gemeindemitglieder persönlich kennenzulernen. Weil Hausbesuche zu aufdringlich sein können, gab’s eine papierne Einladung – auch auf Englisch – mit dem Angebot eines persönlichen Besuchs, so dieser gewünscht sei.

Die Premiere der Nachbarschaftstreffen war vor einigen Wochen vor dem Wichern-Haus, „das vorher viele gar nicht kannten“, jetzt war der Treffpunkt an der Schützenstraße „mit der Kirche als Ortsmarke, die man nicht übersehen kann“.

Internationale Gästeschar ließ es sich an der Schützenstraße schmecken

Der Besuchsdienst ist eine neue Gruppe innerhalb der Lydia-Gemeinde, die sich vorgenommen hat, einmal alle Gemeindemitglieder persönlich kennenzulernen.

Der Besuchsdienst ist eine neue Gruppe innerhalb der evangelischen Lydia-Gemeinde in der Nordstadt.

Und weil die Lydia-Gemeinde auf dem Weg zur Internationalen Gemeinde ist, kamen viele Menschen, deren Geburtsort auf einem anderen Kontinent als Europa liegt.

„Gemeinsam Kirche sein“ ist das Ziel, das alle erreichen wollen, die aktiv die Internationale Gemeinde vorantreiben wollen. Das Projekt Gemeinde Mobil soll auch die Nachbarschaft fördern, die Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sich sonst nur vom Sehen kennen.

Damit die Mitglieder des Besuchskreises auch gleich als solche zu erkennen waren, hatten sie alle ein Namensschild angeheftet.

„Das erleichtert die Ansprache“, meinte Heering. Es war gespannt darauf, wer sich mit seiner E-Mailadresse in die Liste eintrug, um in einer What’s App-Gruppe immer auf dem Laufenden gehalten zu werden.

Ideengeber der Aktion „Gemeinde Mobil“ muss sich von der Nordstadt verabschieden

Nicht in den Kirchenmauern oder im abgeschlossenen Garten, sondern auf der Straße fand das Angebot statt.

Nicht in den Kirchenmauern oder im abgeschlossenen Garten, sondern auf der Straße fand das Angebot statt.

Für Heering war das zweite Nachbarschaftstreffen auch gleich das letzte als Vikar und Mit-Organisator. Am kommenden Sonntag wird er in der Markuskirche während des 10-Uhr-Gottesdienstes verabschiedet und beginnt anschließend seinen Dienst in Herne.

Er hatte sein Vikariat freiwillig um ein halbes Jahr verlängert, um mehr von dem mitzubekommen, was aus dem Anspruch, sich international aufzustellen, wird. Die Idee des Besuchsdienstes und des Projekts „Gemeinde Mobil“ hatte er von Kollegen im Sauerland gehört, hier vorgeschlagen und nach der Zustimmung vorangebracht.

Die vielen Gäste am Samstagnachmittag waren ein Beleg dafür, dass die Lydia-Gemeinde sich zeigen lassen kann.

Entspannte Atmosphäre

Alte und junge, katholische und evangelische, Pfarrer und Presbyterinnen saßen an den Bierzeltgarnituren und vergaßen die Zeit, weil es schön war, mit unbekannten Menschen ins Gespräch zu kommen.

Konfirmandinnen und Konfirmanden kümmerten sich um die Kurzweil der Kinder, malten und bastelten mit ihnen, Lukas Müller und Lena Reil kamen kaum mit dem Backen hinterher, da die Waffeln so gut schmeckten, dass Jeder und Jede eine zweite wollte. Getränke und Backwaren wurden gegen ein gesprochenes Dankeschön abgegeben.

Ausstellungseröffnung mit Porträts von Gemeindegliedern und ihren Leidenschaften

Im Gottesdienst am Sonntag, 19 März, wird nicht nur Vikar Heering verabschiedet, sondern auch viele Gesichter der Gemeinde vorgestellt. Die Ausstellung „Meine Herz schlägt für . . . “ zeigt die Portraits von Frauen und Männern und ihre Leidenschaften. Sie wird in einer Woche eröffnet und rund drei Monate zu sehen sein.

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Ein Gedanke zu “Gemeinschaft ist gleich nebenan: Die Lydia-Kirchengemeinde geht auf die Straße und auf die Menschen zu

  1. Lydia-Gemeinde Beitrags Autor

    Internationaler Gottesdienst im Dortmunder Norden

    Zu einem Internationalen Gottesdienst lädt die Evangelische Lydia-Kirchengemeinde am Sonntag, 24. September, um 10 Uhr in die Lutherkirche (Flurstr. 41) ein.

    Unter den Christinnen und Christen im Stadtteil leben Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung, mit verschiedenen Lebensstilen und einer Vielfalt an kulturellen und religiösen Traditionen. Der Gottesdienst fragt danach, wie sie sich begegnen und miteinander ins Gespräch kommen.

    Der Gottesdienst ist in deutscher Sprache. Lesungen und liturgische Texte sind im Programmheft in mehreren Sprachen abgedruckt. Kinder sind herzlich willkommen und können an einem besonderen Angebot teilnehmen. Die Band „Living Worshippers“ und ein Kinderchor begleiten den Gottesdienst musikalisch.

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