
Die steigenden Schülerzahlen in Dortmund führen dazu, dass die Stadtverwaltung zusätzliche Kapazitäten im Bereich der Gymnasien schaffen muss. Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 27. März beschlossen, ein neues Gymnasium im östlichen Stadtgebiet zu errichten. Ob das neue Gymnasium vier- oder sechszügig wird, hängt von Machbarkeitsstudien zur Erweiterung bestehender Schulen ab.
Gymnasialplätze reichen nicht mehr aus
Hintergrund der Entscheidung ist die Schulentwicklungsplanung, die zeigt, dass die Gymnasialplätze trotz bereits beschlossener Erweiterungen in Zukunft nicht mehr ausreichen werden. „Die Datenlage ist eindeutig“, erklärt Dr. Eva-Maria Goll (CDU) im Stadtrat. ___STEADY_PAYWALL___

Bis zum Schuljahr 2030/31 erwartet Dortmund einen Bedarf von bis zu 82 Gymnasialzügen, deutlich mehr als die aktuell verfügbaren 68 Züge. Sanierungen und Erweiterungen bestehender Schulen reichten dafür nicht mehr aus, teilte die Stadt auf Anfrage mit.
Roland Spieß (SPD) betonte in der Stadtratsdebatte, dass man sowohl bei Gesamtschulen als auch bei Gymnasien Kapazitätsprobleme habe. „Wir brauchen schnellstmöglich eine Fläche, die gut erreichbar ist,“ so Spieß. Brackel und Aplerbeck seien in diesem Prozess bevorzugt.
Diskussion: Gesamtschule oder Gymnasium?
Petra Dresler-Döhmann (Die Linke+) zeigte sich in der Ratssitzung kritisch: „Wir brauchen kein Gymnasium, sondern weitere Gesamtschulen. Die Plätze dort reichen schon jetzt nicht aus.“

Gesamtschulen seien inklusiver und für leistungsschwächere Schüler:innen geeigneter. Momentan gäbe es an allen Dortmunder Gymnasien zusammen nur 5 Schüler:innen mit Inklusionsbedarf, dagegen seien es an Gesamtschulen rund 150.
Michael Kauch (FDP) entgegnete der Linken, diese wolle „leistungsstarke Schüler:innen nicht fördern“. Christian Gebel (Volt und Vielfalt) begründete die Enthaltung seiner Fraktion damit dass er die aktuelle Entscheidung nur als kurzfristigen Bedarf sieht.
Standorterweiterungen und neues Gymnasium als Lösung
Laut der Verwaltung wurden bereits mehrere Gymnasien, darunter das Bert-Brecht-Gymnasium und das

Max-Planck-Gymnasium, baulich erweitert. Weitere Erweiterungen, etwa beim Phoenix-Gymnasium, sind in Planung. Dennoch seien Erweiterungen bestehender Schulen allein nicht mehr ausreichend, so die Stadt.
Aktuell prüft eine Machbarkeitsstudie, ob am Käthe-Kollwitz-Gymnasium und am Stadtgymnasium Erweiterungen um insgesamt drei Züge möglich sind. Nachdem die Ergebnisse feststehen, wird entschieden, ob das neue Gymnasium vier- oder sechszügig errichtet wird.
Suche nach Grundstück und Investoren läuft
Momentan, so teilte die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mit, bereitet die Stadt eine EU-weite Ausschreibung vor, um sowohl ein passendes Grundstück als auch einen privaten Investor zu finden, der das neue Gymnasium errichtet bzw. vorhandene Gymnasien umbaut.
Am Ende stimmten die Fraktionen Linke+ und DIE PARTEI der Beschlussvorlage nicht zu, enthalten hat sich die Fraktion „Volt und Vielfalt“, die anderen Fraktionen stimmten der Vorlage zu, sodass jetzt die Suche nach einem Standort für ein neues Gymnasium beginnen kann.
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