
Mit breiter Mehrheit hat der Dortmunder Stadtrat einen umfassenden Aktionsplan zur Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt beschlossen. Das Maßnahmenpaket wurde unter Einbindung der LSBTIQ*-Community entwickelt und umfasst elf Handlungsfelder – von Bildung über Gesundheit bis hin zu Gewaltprävention.
Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit und Schutz
Ziel des Plans ist es, Menschen unabhängig von ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität ein diskriminierungsfreies Leben in Dortmund zu ermöglichen. Er enthält 85 konkrete Maßnahmen – etwa Schulworkshops, Fortbildungen oder mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum. ___STEADY_PAYWALL___

Die Stadt plant für 2025 zunächst mit rund 76.000 Euro Umsetzungskosten. Ein Großteil der Maßnahmen soll aber langfristig strukturell verankert werden. Besonders Einrichtungen wie die Geschäftsstelle von SLADO e.V. oder die Workshops von SCHLAU Dortmund an Schulen sollen verstetigt werden.
Die Koordinierungsstelle LSBTIQ* der Stadtverwaltung wird künftig eng mit einem neuen Begleitgremium zusammenarbeiten. Dort sollen Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Fachverwaltung und Politik regelmäßig zusammenkommen, um Fortschritte zu bewerten.
Große Zustimmung im Rat – CDU mit Enthaltung
Jenny Brunner (Grüne) zeigte sich im Rat „sehr zufrieden“ mit dem Plan. Sie kündigte an, jährlich einen Bericht über die Umsetzung beantragen zu wollen. Auch die SPD trug den Plan mit – ebenso FDP/Bürgerliste, Linke+, DIE PARTEI und „VOLT und Vielfalt“.

Die CDU enthielt sich hingegen. Sascha Mader kritisierte, dass nur eine von 85 Maßnahmen explizit Menschen mit Behinderung einbeziehe. Zudem gebe es bei Einzelfragen unterschiedliche Meinungen. Mader betonte aber, dass man grundsätzlich hinter dem Thema stehe.
Michael Kauch (FDP/Bürgerliste) lobte die Vorlage, äußerte aber Kritik daran, dass der Plan aus seiner Sicht kaum intersektionale Herausforderungen benenne – etwa queerfeindliche Haltungen in migrantischen Milieus. Eine Debatte, der sich andere Fraktionen verweigert hätten.
AfD lehnt Plan als „woke Identitätspolitik“ ab
Die AfD stimmte als einzige Fraktion gegen den Aktionsplan. Tino Perlick sagte, man sei „nicht stolz darauf, dass Dortmund hier so weit ist“. Der Plan sei „woke Identitätspolitik“. Matthias Helferich ergänzte, dass der Plan die „wahren Täter“ nicht benenne.

Utz Kowalewski (Linke) betonte: „Hier geht es um Diversity.“ Er warb dafür, das Thema Gleichstellung nicht mit anderen politischen Fragen wie Migration oder Religion zu vermengen – dafür gebe es andere Ausschüsse und Formate im Rat.
Trotz teils unterschiedlicher Perspektiven war der Tenor der meisten Ratsfraktionen klar: Dortmund setzt mit dem Aktionsplan ein starkes Zeichen. Letztlich stimmte nur die AfD dagegen, die CDU enthielt sich.
Aktionsplan soll auch für andere Städte Vorbild sein
Der Aktionsplan wird in den kommenden Jahren weiterentwickelt. Erste Maßnahmen sind bereits in der Umsetzung. Der Plan soll nicht nur Dortmunder Strukturen stärken, sondern auch anderen Städten als Beispiel dienen.

„Ich bin stolz auf meine Stadt“, sagte Michael Kauch (FDP/Bürgerliste). Jenny Brunner (Grüne) ergänzte: „Wir haben noch viel zu tun, aber wir sind auf einem guten Weg.“
Die Botschaft ist deutlich: Dortmund macht ernst mit Vielfalt und stärkt lokale Strukturen. Der Aktionsplan kann als Chance dienen, die LSBTIQ*-Community sichtbarer zu machen und Vorurteile abzubauen.
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