Auszeichnungen für die Lichtspielhäuser SweetSixteen, Roxy und Schauburg in Dortmund

34. Kinoprogrammpreis: Insgesamt eine Million Euro für 76 NRW-Kinos

In den mehr als zwei Jahren der Corona-Pandemie haben die Kino massiv gelitten
Auch das Lichtspiel und Kunsttheater Schauburg in Dortmund wurde mit dem Kinoprogrammpreis ausgezeichnet. Foto: Hojabr Riahi / Film- und Medienstiftung NRW

Die Film- und Medienstiftung NRW zeichnete zum 34. Mal Kinobetreibende aus Nordrhein-Westfalen mit dem Kinoprogrammpreis aus. Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung ehrte die Filmstiftung Programme, die mit einer exzellenten Auswahl überzeugten oder wertvolle Kinder- und Jugendfilme zeigten. Mit insgesamt eine Million Euro wurden 76 Filmtheater aus 47 Städten Nordrhein-Westfalens ausgezeichnet. Darunter auch das Lichtspiel und Kunsttheater Schauburg, das SweetSixteen-Kino im Depot sowie deren zweit Spielort das Roxy Lichtspielhaus aus Dortmund. Ein Ehrenpreis ging an den Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi aus Wuppertal.

Die ausgezeichneten Kinobetreibenden machten ihre Häuser zu wichtigen Kulturorten

In der Kölner Wolkenburg begrüßten Nathanael Liminski und Ralph Elster, Bürgermeister der Stadt Köln, sowie Filmstiftungsgeschäftsführer Walid Nakschbandi die Gäste. Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW: „Die Kinobetreibenden gestalten mit großer Leidenschaft, Engagement und Herzblut ihr Programm und machen ihre Häuser zu wichtigen Kulturorten.“

Die Kinobetreibenden der Schauburg: Lars Kersting und Erwin Rajkovcanin. Foto: Hojabr Riahi / Film- und Medienstiftung NRW

„Für uns ist es eine Ehre, heute Abend einen besonderen Abend für besonders engagierte Menschen gestalten zu dürfen. Wir stehen treu an der Seite der Kinos und sind glücklich, das Prämienniveau von einer Million Euro beizubehalten!“

„Die Film- und Medienstiftung NRW bedankt sich heute ganz herzlich für die herausragende Arbeit und für die immense Kinovielfalt in unserem Bundesland“, so Nakschbandi abschließend.

Prominente Gäste wie Annette Frier, Christoph Maria Herbst, Nicolette Krebitz, Helena Zengel, Ali Samadi Ahadi oder Sönke Wortmann übergaben die Preise an die Kinobetreiber:innen und stellten, in den nächsten Monaten anlaufende, Kinoproduktionen vor. 

Auch Dortmunder Kinos überzeugten mit ihren Programmen

Das Dortmunder SweetSixteen Kino konnte sich über eine Programmprämie von 20.000 Euro und eine Kinder- und Jugendprämie über 2.000 Euro freuen. Auch der zweit Spielort das Roxy-Kino erhielt eine Programmprämie von 11.000 Euro. An das Dortmunder Lichtspiel und Kunsttheater Schauburg ging eine Programmprämie von 11.000 Euro sowie eine Kinder- und Jugendprogrammprämie über 1.000 Euro.

Peter Fotheringham und Suse Sohlbach mit Kino-Beagle Henry.
Peter Fotheringham und Suse Sohlbach mit Beagle Henry im SweetSixteen Kino. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Weitere Spitzenprämien gingen an das Cinema & Kurbelkiste in Münster, Lichtspiele Köln-Kalk, das Bambi & Löwenherz in Gütersloh, das ZOOM Kino in Brühl und das Odeon in Köln.

Außerdem ausgezeichnet wurde das Bambi Filmstudio in Düsseldorf, die Kamera in Bielefeld, das Casablanca in Bochum, das Filmstudio Glückauf in Essen sowie die Filmpalette in Köln.

Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi, der unter anderem die Kinos Lichtblick Cinema und Rex Filmtheater in Wuppertal, betreibt, erhielt einen Ehrenpreis in Höhe von 25.000 Euro. Die Filmstiftung würdigte damit sein Lebenswerk im Dienst von Kino- und Filmkultur.

Die Jury des Kinoprogrammpreises setzt sich aus Filmexpert:innen zusammen

In diesem Jahr bestand die Auswahljury aus Rainer Flaskamp (Splendid Film), Stephan Holl (Rapid Eye Movies), Elisa May (Kern des Ganzen – Agentur für Filmkommunikation), Susanne von Kessel-Doelle (Blickpunkt: Film) und Britta Lengowski (Film- und Medienstiftung NRW).

Auch in Dortmund das Lichtspiel und Kunsttheater Schauburg. Foto: Hojabr Riahi / Film- und Medienstiftung NRW

Seit 1991 ehrt die Film- und Medienstiftung NRW Lichtspielhäuser mit diesem wichtigen Preis. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 74 Filmtheater aus 46 Städten Nordrhein-Westfalens mit Prämien im Gesamtwert von einer Million Euro ausgezeichnet.

So konnten in den vergangenen 33 Jahren, bis 2023, rund 15,4 Millionen Euro an engagierte Kinobetreibende aus NRW vergeben werden.

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Reaktionen

  1. PREMIERE mit Dortmunder Regisseurin „WIE DIE LIEBE GEHT“ am 14.02.25 im sweetSixteen Kino (PM)

    Das SweetSixteen-Kino im Kulturort Depot zur Premiere der Langzeit-Dokumentation am 14.02.2025 um 19:30 Uhr ins sweetSixteen Kino ein. Die Dortmunder Regisseurin Antje Kruska wird anwesend sein und in einem anschliessenden Filmgespräch Rede und Antwort stehen.

    WIE DIE LIEBE GEHT ist ein unterhaltsamer und berührender Film über die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Liebe. 4 Paare aus Deutschland werden in ihren Lebens- und Beziehungsentwicklungen über 7 Jahre begleitet. Am Ende ist für alle alles anders als am Anfang.

    Zum Film:

    WIE DIE LIEBE GEHT erzählt die Lebens- und Liebesentwicklungen von 4 Paaren in Deutschland über den Verlauf von 7 Jahren. Sie gründen Familien, müssen den Alltag bewältigen, erleben Höhen und Tiefen und durchlaufen Lebens entscheidende Momente. Bei einem Paar schlägt das Schicksal unerwartet zu und übrig bleiben unterschiedliche Formen oder Fragmente von Liebe, auf denen jede und jeder neu aufbauen kann. Dass die Zeit für alle unermüdlich vergeht, stimmt wehmütig, aber auch hoffnungsvoll: denn die Kinder bleiben und gedeihen und die Zeit kann ja auch Wunden heilen…

    Die Protagonist*innen des Films:

    Sarah (24), Krankenschwester, und Patty (33), LKW-Fahrerin, aus Waltrop bei Dortmund
    sind ein verliebtes Paar wie es im Buche steht. Sie stecken zwar in einem stressigen Alltag mit Schichtarbeit und der Kinderwunsch stellt das Frauenpaar vor einige Hindernisse, aber mit viel Liebe, Humor und einem engen Familien- und Freundeskreis wirken sie unschlagbar. Dass ausgerechnet nach der Geburt von Traumbaby Anton bei ihnen der Wurm reinkommt und ganz andere Gesichter hinter der verzaubernden Fassade sichtbar werden, hätte niemand ahnen können.

    Mirko (43), Malermeister, und Nicola (32), Pizzabäckerin, Kickboxerin und Erzieherin, aus Bremen sind ein ungleiches Paar, das sich zu einer Patchwork-Familie zusammenschließt. Mirko hat schon Ehe und andere Beziehungenhinter sich und zwei Teenager-Töchter, die bei ihm leben. Sein Blick auf die Liebe ist eher pragmatisch, während Nicola sich sicher ist, endlich ihren Traummann gefunden zu haben. Verbinden tut sie ihr starkes Temperament und ihre Energie, die für Zunder in jeder Hinsicht sorgt, sowie die Liebe und Fürsorge für ihre gemeinsame Tochter Ida, die am Anfang ihrer hier erzählten Geschichte zwei Tage alt ist und am Ende des Films eingeschult wird. Dass die beiden es nicht leicht miteinander haben würden, ahnt man schnell; wie sich ihre Einstellungen und Gefühle im Laufe der Jahre zueinander sortieren, bleibt aber überraschend.

    Michi (31), Schauspielerin, und Louis (34), Fotograf, aus Berlin leben ein freies Leben in ihrer kreativ-chaotischen Neuköllner Wohnung. Sie sind einerseits das feste treu- verbundene Paar, das sonntags bei den Eltern zum Kaffeetrinkeneinkehrt und von einem gemeinsamen Baby träumt. Andererseits definieren sie sich als offene Beziehung, wobei Michi hier die treibende Kraft ist, während Louis ein bisschen mitgehangen, mitgefangen dabei ist und nebenher mit den Unsicherheiten seiner freiberuflichen Existenz zu kämpfen hat. Wir sehen den beiden ungleichen Charakteren dabei zu, wie sie versuchen, allen selbst gestellten Anforderungen gerecht zu werden, auch wenn ein Dritter mit in den Bund kommt, wobei das Glücklichsein zunehmend auf die Probe gestellt wird.

    Benni (24), Doktorand der Biochemie, und Nici (24), Controllerin bei einer Bäckereikette, aus Berlin sind ein erstaunliches Paar, das sich in keine Schublade einordnen lässt. Sie heiraten klassisch-romantisch, wobei der punkig-rebellische Benni, der alles dafür tut, nicht in die Fallen einer bürgerlichen Existenz zu geraten, in Tränen aufgelöst vor seiner Frau steht. Zusammen mit Hasen auf dem Balkon leben sie in einer kleinen Plattenbauwohnung im Ostteil der Stadt und kriegen noch im zarten Alter von Mitte 20 zwei Kinder. Nachdem nicht nur die Kinder, sondern auch endlich Bennis Doktorarbeit in trockenen Tüchern sind und ein entspannteres Leben mit festem Job und größerer Wohnung in Sicht ist, kommt es zu einem tragischen Zwischenfall: bei Benni platzt ein Aneurysma und er erleidet eine Gehirnblutung. Danach muss sich das Leben der kleinen Familie von Grund auf neu sortieren, genauso wie ihre Liebe.

    Biografien und Filmografie:

    Antje Kruska wurde 1973 in Dortmund geboren. 1992-2001 studierte sie Publizistik, Spanisch, Soziologie, Nordische Philologie und Theaterwissenschaften in Granada (Spanien), Münster und Berlin. Judith Keil wurde 1973 in Straubing geboren. 1993-2001 studierte sie Germanistik, Publizistik, Theater- Film- und Fernsehwissenschaften in Berlin.

    Die beiden Filmemacherinnen lernten sich 1997 während des Studiums kennen und realisierten zusammen schon zwei Jahre später ihren ersten Film AUSFAHRT OST, der gleich vom „ZDF- Das kleine Fernsehspiel“ finanziert wurde und eine Nominierung zum Grimmepreis erhielt. In den folgenden 25 Jahren drehten Antje Kruska und Judith Keil noch zahlreiche Spiel- und vor allem Dokumentarfilme, ehe in diesem Jahr ihr neustes Projekt WIE DIE LIEBE GEHT erscheint.

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