
Der neue Seniorenbeirat steht: In den zwölf Dortmunder Stadtbezirken wurden die insgesamt 27 Sitze ermittelt. Alle Wahlberechtigten die zum Stichtag 60 oder älter waren, waren zur Wahl aufgerufen. Sie wurde in Form einer Briefwahl abgehalten. Die Wahlbeteiligung war schlecht: In keinem der Stadtbezirke erreichte die Wahlbeteiligung zumindest ein Drittel.
Kritik an fehlender Werbung und unzureichenden Informationen
Das kommt aber wenig überraschend: Im Vorfeld gab es viel Kritik, da viele Senior:innen nicht wussten, wen sie da eigentlich wählen sollten. Zudem wurde kaum Werbung für die Wahl gemacht. Auch für die Kandidierenden gab es keine Werbebudgets oder Plattformen, um sie vorzustellen.
Weder auf der Internetseite des Gremiums noch auf den Briefwahlunterlagen gab es längere Steckbriefe oder Informationen zur jeweiligen Person. Lediglich ein Foto, das Geburtsjahr und – falls vorhanden – ein unterstützender Verband wurden neben einer Mailadresse angegeben.
Dabei wäre auf den Steckbriefen und natürlich auf der Internetseite des Gremiums reichlich Platz gewesen, um zumindest kurze Profile zu veröffentlichen und mögliche Schwerpunkte zu beschreiben. Auch die Angabe, was die Person früher beruflich gemacht hat – das ist bei anderen Wahlen üblich – fehlte hier.
Seniorenbeirat setzt sich für die Anliegen und Interessen älterer Menschen ein
Eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit und eine künftige Werbung für und der Bewerbung der Vertreter:innen könnte eines der Themen des neu gewählten Gremiums sein, welches bisher das Magazin „Senioren heute“ veröffentlicht. Die konstituierende Sitzung des Seniorenbeirats findet am 28. April 2025 statt.

Eine bessere Informationsarbeit wäre wichtig: Denn der Seniorenbeirat setzt sich für die Anliegen und Interessen älterer Menschen in Dortmund ein. Er soll den Dialog zwischen der älteren Generation und der Stadtverwaltung fördern sowie das Miteinander von Jung und Alt in Dortmund verbessern.
Die Mitglieder wirken in den Fachausschüssen des Rates und in den Bezirksvertretungen mit. Der Seniorenbeirat wird alle fünf Jahre gewählt. Je nach Größe des Stadtbezirks und der Zahl der Wahlberechtigten werden jeweils zwei oder drei Mitglieder entsandt.
So haben die Dortmunder Stadtbezirke gewählt:
In der Nordstadt wurden Susanne Schulte und Johannes Kirsch (Katholische Kirchengemeinde) ohne Gegenkandidaten gewählt. Die Wahlbeteiligung lag im jüngsten Dortmunder Stadtbezirk nur bei 11,9 Prozent – stadtweit der schlechteste Wert, obwohl die Wahlbeteiligung in den anderen Bezirken auch nur bei 22 bis 31,6 Prozent lag.
In der Innenstadt-Ost wurden Berthold Schirpke-Walter (SPD) und Klaus Niemöller gewählt. Letzterer setzt sich nur mit 36 Stimmen mehr gegen den Grünen-Kandidaten Gerold Lakowski-Büchter durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 28,5 Prozent.
In der Innenstadt-West wurden Monika Köster (Caritas) und Christel Poch (SPD) ohne Gegenkandidat:innen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 28 Prozent.
In Eving setzte such Manfred Sträter (AWO) deutlich durch. Ihm zur Seite steht im neuen Seniorenbeirat Peter Bark-Schäfer (BDS e.V.). Die Grünen-Kandidatin Eleonore Heilmann schaffte es nicht. Die Wahlbetetiligung lag hier bei 26,3 Prozent.
In Scharnhorst lieferten sich Mafred Mertins (SPD) und Detlev Frank Thißen (VdK) ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welches der VdK-Kandidat mit 22 Stimmen Vorsprung für sich entschied. Abgeschlagen blieb und damit nicht gewählt wurde Ute Tonkes. Hier nahmen 27 Prozent der Wahlberechtigten an der als Briefwahl durchgeführten Seniorenbeiratswahl teil.
In Brackel hab es vier Kandidaten für drei Sitze: Oliver Schröer (VdK), Reiner Gerd Kunkel (AWO) und Gerhard Rosiepen (Grüne) wurden gewählt. Das Kuriose: Schröer, bis vor kurzem noch stellv. AWO-Vorsitzender in Dortmund, trat nun für den VdK an und verdrängte mit dem besten Brackeler Ergebnis den zweiten AWO-Kandidaten Reinhard Preuß, der die Wahl knapp vor dem „Amtsinhaber“ aus dem selben Verband verfehlte. Mit 31,1 Prozent lag hier die Wahlbeteiligung stadtweit an dritter Stelle.
Für die drei Sitze in Aplerbeck bewarben sich fünf Kandidat:innen. Martin Fischer (AWO) – bisher auch Seniorenbeiratsvorsitzender – hatte die Nase vorn. Ihm folgen Heinz Ulrich Finger (CDU) und mit weitem Abstand Jutta Fuchs. Rüdiger Hermann Pelzer blieb knapp dahinter – Klaudia Meyer landete abgeschlagen auf dem letzten Platz. Mit 31,6 Prozent haben sich hier – zahlenmäßig gleichauf mit dem StadtbezirkmHombruch – die meisten Menschen an der Wahl beteiligt.
In Hörde gab es vier Kandidierende für die beiden Sitze. Mit deutlichem Abstand gewählt wurde Edeltraud Kleinhans (SPD) vor Dr. Edeltraud Pauline Hartmann. Knapp dahinter blieben Sabine Eugenie Bartz und Hans-Günter Oltersdorf. 24,1 Prozent beteiligten sich hier an der Briefwahl.
In Hombruch gab es das umfangreichste Angebot an Bewerber:innen. Sieben Senioren:innen bewarben sich für die drei Sitze. Das Rennen machten Elisabeth Beyna (AWO), Hans-Joachim Frenz (VdK) und Jochen Fricke (SPD). Knapp dahinter blieb die zweite AWO-Kandidatin Barbara Carola West. Sie schaffte es ebenso wenig wie Dr. Bernd Tenbensel (Die Linke) und die beiden völlig abgeschlagenen Bewerber Detlef Hengstebeck und Franz-Josef Dullisch. 31,6 Prozent der Wähler:innen beteiligten sich. Neben Aplerbeck war das der Spitzenwert – aber zahlenmäßig auch noch unter einem Drittel.
In Lütgendortmund gab es nur zwei Bewerber. Wolfgang Evers (SoVD) lag hier vor Matthias Wolf (SPD). Beide werden im neuen Gremium für den Stadtbezirk vertreten sein. 27,9 Prozent der Wahlberechtigten gaben in „Lüdo“ ihre Stimme für den Seniorenbeirat ab.
In Huckarde hatte Ralf Sagorski (SPD) deutlich die Nase vorn. Zweites Seniorenbeiratsmitglied wurde hier Adelgunde Lammers. Weitere Kandidierende gab es hier nicht. Die Wahlbeteiligung lag bei 25,3 Prozent.
In Mengede gab es drei Bewerber:innen für die beiden Sitze. Das Rennen machte Gudrun Feldmann (SPD) mit dem stadtweit besten Ergebnis. Sie holte fast 80 Prozent. Abgeschlagen rangelten Giuseppe Perez und Hugo waldenbach um den zweiten Sitz, den Perez sich mit 16 Stimmen Vorsprung sicherte. 22,5 Prozent der Wahlberechtigten gaben hier ihre Stimme ab.
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AWO-Auftakt nach Seniorenbeiratswahl (PM)
Dank für viele Jahre ehrenamtliches Engagement an die scheidenden Seniorenbeirät*innen und Glückwunsch für die neu gewählten Beiratsmitglieder: Kurz nach Auszählung der Stimmen zur Seniorenbeiratswahl 2025 lud die AWO ihre Mitglieder am Montag zu einem gemeinsamen Treffen ein: Die AWO-Vorsitzende Anja Butschkau und AWO-Geschäftsführer Tim Hammerbacher dankten zunächst Gertrud Löhken-Mehring (Scharnhorst), Hans-Jürgen Unterkötter (Eving) und Walter Wille (Hombruch) für ihr jahrelanges Engagement in den drei Stadtbezirken als Seniorenbeiratsmitglieder; die drei hatten nicht mehr für ein Amt kandidiert.
Die Seniorenbeiratsmitglieder vertreten die Belange aller Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Um in ihren Stadtbezirken informieren und beraten zu können, wirken sie bei allen seniorenrelevanten Themen in den Fachausschüssen des Rates mit und nehmen an den Sitzungen der jeweiligen Bezirksvertretungen teil. In ihren öffentlichen Sprechstunden haben sie ein Ohr für die Nöte der Bürgerinnen und Bürger und setzen sich parteipolitisch unabhängig für sie ein.
Im Rahmen des Treffens beglückwünschten Anja Butschkau und Tim Hammerbacher die AWO-Mitglieder, die neu gewählt oder im Amt bestätigt wurden. Beide betonten die Bedeutung des Seniorenbeirats für die Stadtgesellschaft und des politischen Einflusses auf die Situation älterer Menschen in Dortmund. Das informelle Treffen bot anschließend allen die Chance zum Kennenlernen und Gelegenheit, untereinander in einen ersten regen Austausch zu gehen.