H-Bahn-Ausbauprojekt: Verlängerung zur U42 wurde in den ÖPNV-Bedarfsplan aufgenommen

Die Inbetriebnahme der gesamten Strecke bis Barop wird für 2029 anvisiert

Die Finanzierung des H-Bahn-Ausbauprojektes in Dortmund ist sichergestellt. Foto: DSW21

Gute Nachrichten für die Betreibergesellschaft H-BAHN21 und ihren Mutterkonzern DSW21: Die Finanzierung der ambitionierten H-Bahn-Verlängerung ist gesichert. Das Land NRW hat die Anbindung an die U42 über die Haltestelle „Theodor-Fliedner-Heim“ in Barop in den ÖPNV-Bedarfsplan aufgenommen. So können öffentliche Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) bis zu 95 Prozent der Gesamtkosten von rund 39 Millionen Euro abdecken. 

Das Ausbauvorhaben soll den klimafreundlichen Nahverkehr stärken

Nachdem sich vergangenes Jahr bereits der Rat der Stadt Dortmund klar für das Vorhaben ausgesprochen hatte, hob nun auch der Verkehrsausschuss des NRW-Landtages den Daumen.

Das Land NRW hat die Anbindung an die U42 über die Haltestelle „Theodor-Fliedner-Heim“ in den ÖPNV-Bedarfsplan aufgenommen Foto: DSW21

Das Ausbauvorhaben kann den klimafreundlichen Nahverkehr in Dortmund nachweislich spürbar stärken und ist auch unter strikten Kosten-Nutzen-Erwägungen wirtschaftlich darstellbar. Zunächst ist der Bau einer Teststrecke vorgesehen, der im besten Falle bereits 2027 beginnen könnte. Die Inbetriebnahme der gesamten, zwei Kilometer langen Ausbaustrecke bis Barop wird für 2029 anvisiert.

Oberbürgermeister Thomas Westphal dazu: „Das ist wirklich eine tolle Nachricht für die Stadt Dortmund, unseren lokalen Nahverkehr und den Klimaschutz hier vor Ort. Die Einzigartigkeit der H-Bahn – vollautomatisch und schadstofffrei bei beeindruckender Zuverlässigkeit – hat offenkundig auch die Experten im Landtag vollends überzeugt. Wir als Stadt werden das Vorhaben weiterhin mit voller Unterstützung begleiten. Damit können wir die nachhaltige Mobilität in unserer Stadt mittelfristig auf ein neues Level hieven.“

Zahlreiche Unterstützer für nachhaltige Mobilität in Dortmund

DSW21-Verkehrsvorstand Ulrich Jaeger zeigt sich ebenfalls erfreut: „Wir haben immer betont, dass wir als kommunales Unternehmen die beachtlichen Investitionen in den H-Bahn-Ausbau nicht selbst schultern können.“

DSW21-Verkehrsvorstand Ulrich Jaeger. Foto: Dr. Claudia Posern / Fotostudio Essen

„Mit der Aufnahme des Projektes in den ÖPNV-Bedarfsplan ist die Finanzierung des H-Bahn-Ausbaus nun sichergestellt. Dies sollte uns ein weiteres Mal Rückenwind verleihen, der uns bestenfalls bis über die Ziellinie trägt.“

Und H-BAHN21-Geschäftsführer Elmar Middeldorf ergänzt: „Unser Dank geht an dieser Stelle an die vielen Unterstützer, die uns immer weder ermutigt haben, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen: von der Stadtverwaltung und dem Rat der Stadt über das RVR-Parlament bis hin zum NRW-Verkehrsministerium. Mit dem Ausbau und der Etablierung eines neuen Automatisierungssystems können wir für unsere Stadt und die gesamte Verkehrsbranche neue Maßstäbe setzen.“

Zwei mögliche Trassierungen sind denkbar

Für die zunächst zu bauende Teststrecke, die zugleich das erste Teilstück des neuen Streckenabschnittes zur U42 bilden soll, werden zwei mögliche Trassierungen gegenübergestellt: Die erste Variante führt entlang der Emil-Figge-Straße. Alternativ ist eine Trassierung von der S-Bahn-Haltestelle „DO-Universität S“ über die Felder im Bereich „An der Geist“/ „Am Waarbaum“ bis zum Studentenwohnheim „Ortsmühle“ im Blick. Letztere hätte unter anderem den Vorteil, dass mit ihr in einem nachgelagerten Bauvorhaben ein weiterer Strecken-Ast zur U42-Haltestelle „Barop Parkhaus“ ergänzt werden könnte. Auch im Hinblick auf Fahrtzeit und Baukosten bietet sie Pluspunkte.

Da sich die H-Bahn schadstoff-frei und beinahe lautlos bewegt sind die Auswirkungen auf die Umwelt und Umgebung äußerst gering. Foto: DSW21

Wichtige weitere Entscheidungshilfe sollen eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Artenschutzprüfung liefern. Deren Ergebnisse sollen Anfang 2026 vorliegen. Nach Festlegung einer Trassierung schließen sich dann die Entwurfsplanung sowie die Genehmigungsplanung (Planfestellungsverfahren) an.

H-BAHN21-Geschäftsführer Elmar Middeldorf sagt dazu: „Die H-Bahn bewegt sich schadstoff-frei und beinahe lautlos in rund vier Metern Höhe. Insofern sind die Auswirkungen auf die Umwelt und Umgebung äußerst gering. Aber natürlich gelten die offiziellen Regularien auch für uns. Und wir möchten den gesamten Prozess mustergültig durchlaufen.“

Neue Automatisierungstechnik wird auf der Teststrecke erprobt

Die Betreibergesellschaft H-BAHN21 soll im Laufe des Sommers ins Mutterunternehmen DSW21 eingegliedert werden. Wodurch ein passender rechtlicher und gesellschaftlicher Rahmen für das geplante Ausbauprojekt und die damit verbundenen Investitionen geschaffen werden soll. Ebenso geht es bei der Verschmelzung darum, Synergieeffekte im Hinblick auf die Stellwerks-/Automatisierungstechnik und weitere Verwaltungs- und Technikbereiche zu realisieren. 

Elmar Middeldorf ist Geschäftsführer der H-Bahn Dortmund. Foto: DSW21

Eine weitere elementare Voraussetzung für die Ausbaupläne ist die Inbetriebnahme eines neuen Automatisierungssystems, das auf der besagten Teststrecke erprobt werden soll. In dem System sollen alle Funktionen der Zugsicherung, des autonomen Fahrens, des Stellwerks und der Steuerung hocheffizient integriert werden. H-BAHN21 will dies auf Basis eines bereits bestehenden Systems, das bislang für die Steuerung und den Betrieb von S- und U-Bahnen eingesetzt worden ist, entwickeln und so einen ganz neuen Standard für H-Bahnen etablieren. 

Geschäftsführer Elmar Middeldorf ordnet ein: „Wir reden von einer völlig neuen und richtungsweisenden Fahrzeug-Generation, die dann auch für H-Bahn-Projekte in anderen Städten und Ländern sehr interessant sein kann. Auch für das automatisierte Fahren auf der Schiene allgemein kann sie wichtige Impulse geben und Adaptionsmöglichkeiten aufzeigen.“

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