
Der neue „Hitzehelfer Dortmund 2024“ des Gesundheitsamts Dortmund bietet Tipps und Hilfsangebote zum Umgang mit Hitze, erklärt Risiken und gibt Hinweise zu hitzeangepasstem Verhalten. Es gibt ihn digital sowie gedruckt in Arztpraxen und Apotheken.
Starke Hitze bedeutet Stress für den Körper – Belastung durch Ozon und UV-Strahlen
Für den Körper ist Hitze Stress. Wenn es im Sommer sehr heiß ist, häufen sich Herzinfarkte und Schlaganfälle ebenso wie Probleme mit den Atemwegen, den Nieren und dem Herz-Kreislauf-System. Auch Todesfälle kommen vor.

geschlossenen Türen und Fenstern. Grafik: Hitzehelfer 2024 / Stadt Dortmund
Das passiert in ganz Europa, auch in Dortmund. Heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius werden immer häufiger, auch nachts wird es immer öfter nicht kälter als 20 Grad. Und an vielen Tagen fühlt es sich sogar noch viel heißer an, als es wirklich ist.
Die „gefühlte Temperatur“ hängt von der Luftfeuchtigkeit, dem Wind und anderen Faktoren ab. Hinzu kommen die Belastungen durch Ozon und UV-Strahlen. Das kann dem Körper schaden und zu Gesundheitsproblemen führen.
Broschüre enthält wichtige Tipps und Hinweise besonders für Risikogruppen

Wenn es sehr lange sehr heiß ist, leiden alle Menschen unter der Hitze. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Krankheiten.
Aber auch Schwangere, Kinder, Säuglinge und Menschen, die draußen schwer arbeiten, haben ein höheres Erkrankungsrisiko. Das gilt auch für wohnungslose Menschen.
Das Gesundheitsamt der Stadt Dortmund hat im Rahmen des Hitzeaktionsplans den „Hitzehelfer Dortmund 2024“ erstellt. Er enthält Tipps, Hinweise und Hilfsangebote zum Umgang mit Hitze in Dortmund.
Ratgeber ist sowohl digital als auch gedruckt erhältlich
Im Hitzehelfer finden sich Hinweise zu den Risiken, die mit Hitze verbunden sind, sowie eigene Kapitel zu Hitze und Schwangerschaft, Risiken und Belastungen bei Kindern und Jugendlichen, aber auch Veränderungen und Belastungen im Alter.
Tipps gibt es zur richtigen Ernährung und Kleidung, zum Umgang mit Medikamenten sowie zum hitzeangepassten Verhalten zu Hause und am Arbeitsplatz.
Die wichtigsten hitzebedingten Krankheitsbilder werden erklärt, Notmaßnahmen aufgezeigt und die wichtige Frage geklärt, wann die 112 angerufen werden muss.
Abgerundet wird das Angebot mit Hinweisen zu lokalen Unterstützungsangeboten sowie weiteren Links und Informationen auf den digitalen Seiten des Gesundheitsamtes.
Der „Hitzehelfer Dortmund 2024“ wird digital auf der Internetseite des Gesundheitsamtes unter dortmund.de/hitze angeboten. Gedruckte Broschüren sind in Haus- und Kinderarztpraxen, in den Seniorenbüros sowie in den Apotheken in Dortmund erhältlich.


Reaktionen
Alltagstipps für Senior:innen, um auch im Alter bei Hitze „cool“ zu bleiben (PM Seniorenbüro Eving)
In den Sommermonaten ist es besonders wichtig, dass Senioren auf ihre Gesundheit achten und sich vor den Auswirkungen von Hitze schützen. Im Rahmen eines Fachvortrages durch Frau Walter und Frau Walkenhorst der Diakoniestation Nord-Ost erhalten Interessierte Alltagstipps um auch im Alter bei Hitze „cool“ zu bleiben.
Die kostenfreie Veranstaltung findet am 22.08.24 von 15.00 bis 17.00 Uhr im Städtischen Begegnungszentrum Eving, Deutsche Straße 27 statt. Anmeldungen bitte im Seniorenbüro Eving telefonisch unter : 0231/5029660 oder per E-Mail an seniorenbuero.eving@dortmund.de
Das Begegnungszentrum Berghofen informiert über Hitze und Gesundheit (PM)
Das Begegnungszentrum Berghofen, Am Oldendieck 6, lädt am Dienstag, 13. August, 15 bis 16 Uhr, zum Vortrag „Hitze und Gesundheit“ ein. Mit Hitze sind die Temperaturen gemeint, die lähmend und belastend sein können. Annette Simmgen-Schmude vom Seniorenbüro Innenstadt-Ost gibt einen Überblick über die Zusammenhänge von Hitze und Gesundheit. Praktische Tipps können dabei helfen, gut durch die Hitze des Sommers zu kommen. Um Anmeldung zu diesem kostenfreien Vortrag wird gebeten unter Tel. (0231) 50-29100 oder per Mail: bz_berghofen@dortmund.de.
Klinikum Dortmund gibt Tipps für die heißen Tage So kommen Sie gut durch die Hitze (PM)
Es wird warm in Dortmund. Der Deutsche Wetterdienst hat für Anfang der Woche Temperaturen von mehr als 30 Grad vorhergesagt. Das Klinikum Dortmund gibt Tipps, wie die Dortmunder die heißen Tage am besten überstehen können.
1. Viel trinken
Bei hohen Temperaturen sollte man mindestens 1,5, besser zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag trinken – trotz aller Versuchung nicht eiskalt. Denn stark gekühlte Getränke sind nicht geeignet, da der Körper dadurch Wärme produziert. Aus dem gleichen Grund sollte man auch lieber lauwarm statt eiskalt duschen.
2. Richtig essen
Beim Essen auf leichte Kost wie Salat, Obst oder Gemüse setzen. Wasserreiches Obst und Gemüse wie Gurke oder Wassermelone ist ideal.
3. Eincremen und Schatten suchen
„Meiden Sie direkte Sonne, insbesondere mittags“, rät PD Dr. Laura Susok, Direktorin der Hautklinik im Klinikum Dortmund. Kopfbedeckung und Sonnenbrille sind Pflicht. Auf alle unbedeckten Körperpartien gehört Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor (LSF) 50, der mehrmals aufgetragen werden muss. Die Hautärztin rät außerdem dazu, im Freien möglichst durchgängig Schatten zu suchen.
4. Schützende Kleidung
Dr. Laura Susok empfiehlt, lockere und leichte Kleidung zu tragen. Enge Kleidung begünstigt den Anstieg der Körpertemperatur. Schultern und Dekolleté sollten bedeckt sein, denn auf diese „Sonnentreppen“ strahlt die Sonne besonders.
5. Abkühlung
Wassersprays sind eine praktische Abkühlung für unterwegs, auch ein Fächer leistet gute Dienste. Zuhause können Handgelenke und Füße unter dem Wasserhahn oder in einer Schüssel abgekühlt werden.
6. Achtung Sonnenstich
Wenn nach dem Aufenthalt in der Sonne Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen auftauchen, ist das ein Alarmsignal, das auf einen Sonnenstich hindeuten kann. Dann heißt es: Schleunigst Schatten oder kühle Räume aufsuchen, viel trinken, Kopf und Nacken kühlen. Bei schweren Symptomen den Notarzt rufen.
Das Seniorenbüro Innenstadt-West lädt ein: „Umgang mit Hitze – Hitzeschutz für Senior*innen“ (PM)
Das Seniorenbüro Innenstadt-West lädt zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Umgang mit Hitze – Hitzeschutz für Senior*innen“ ein.
Datum: Mittwoch, 2. Juli 2025
Zeit: 15:00 – 17:00 Uhr
Ort: Café Jedermann im Gemeindezentrum Oberdorstfeld, Fine Frau 8, 44149 Dortmund
Die Apothekerin Kattrin Hildebrandt, Inhaberin der Westfalia Apotheke in Dorstfeld, informiert über den Schutz vor Hitze, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und den Umgang mit Medikamenten während der heißen Monate. Die Veranstaltung bietet auch Raum für persönliche Fragen.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Das Seniorenbüro Innenstadt-West organisiert die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Elias Kirchengemeinde. Eine Anmeldung ist erforderlich. Kontakt: Tel. 0231/50-11340 (Seniorenbüro Innenstadt-West) oder seniorenbuero.west@dortmund.de
Hitze und Medikamente: Vortrag in Eving informiert über Gesundheitsvorsorge im Sommer
Das Seniorenbüro Eving lädt Seniorinnen, Senioren und alle Interessierten am Montag, den 14. Juli 2025, um 14.00 Uhr zu einem informativen Vortrag in die Stadtteilbibliothek Eving, August-Wagner-Platz 2–4, 44339 Dortmund, ein.
Die Apothekerin Dr. Streich von der Evinger Streich Apotheke gibt hilfreiche Tipps, wie man gut geschützt und informiert durch die Sommerzeit kommt. Der Vortrag thematisiert den Umgang mit Hitze, die Bedeutung ausreichender Flüssigkeitszufuhr sowie den richtigen Umgang mit Medikamenten während der Hitzemonate. Gerade ältere Menschen sind von den zunehmenden hohen Temperaturen besonders betroffen.
Anmeldungen bitte im Seniorenbüro Eving telefonisch unter: 0231/5029660
oder per E-Mail an seniorenbuero.eving@dortmund.de
Informationsstand: Tipps für den Umgang mit Sommerhitze (PM)
Wie kommt man gut durch heiße Sommertage? Dazu bietet das Seniorenbüro Innenstadt-West am Freitag, 18. Juli 2025, von 10 bis 13 Uhr einen Informationsstand auf dem Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld an.
In Kooperation mit Begegnung VorOrt Innenstadt-West gibt es praktische Tipps, wie man sich bei Hitze schützen kann. Besucherinnen und Besucher erfahren, wie man die Wohnung kühl hält, lernen Rezepte für erfrischende Getränke kennen und erhalten Anregungen, wie sich auch bei hohen Temperaturen das Wohlbefinden steigern lässt.
Alle Interessierten sind eingeladen, vorbeizuschauen, sich beraten zu lassen oder eigene Fragen rund ums Älterwerden zu stellen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Neuer Trinkbrunnen im Gesundheitsamt hilft bei Hitze: Kostenloses Wasser zum Trinken und Auffüllen für alle Besucher*innen (PM)
Das Gesundheitsamt baut den Schutz vor großer Hitze weiter aus. Im Eingangsbereich des Amtes gibt es jetzt einen Trinkbrunnen mit Flaschenfüller. Alle Menschen können dort während der Öffnungszeiten kostenlos frisches Wasser trinken oder ihre Flaschen auffüllen.
Die Stadt Dortmund hat den dynamischen Hitzeaktionsplan gegen Hitze entwickelt. Er hilft, die Gesundheit der Menschen bei hohen Temperaturen zu schützen. Das Team Umweltmedizin im Gesundheitsamt spielt dabei eine wichtige Rolle. Es informiert die Menschen und sorgt für konkrete Hilfen im Stadtgebiet.
„Der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser ist ein wichtiger Bestandteil des kommunalen Hitzeaktionsplans“, erklärt Thomas Deiseroth, Ärztlicher Teamleiter der Umweltmedizin im Gesundheitsamt. „Mit dem neuen Trinkbrunnen möchten wir nicht nur die Aufenthaltsqualität verbessern, sondern auch auf die Bedeutung ausreichender Flüssigkeitszufuhr bei hohen Temperaturen hinweisen.“
Wasser trinken schützt den Körper – weitere Trinkmöglichkeiten sollen folgen
Bei Hitze verliert der Körper viel Flüssigkeit durch Schwitzen. Wer zu wenig trinkt, kann Kreislaufprobleme bekommen. Regelmäßiges Trinken von Wasser oder ungesüßten Getränken hilft, den Körper zu kühlen und gesund zu bleiben.
Die Stadt Dortmund plant, weitere Trinkbrunnen im Stadtgebiet aufzustellen. So will es die Versorgung mit Wasser im öffentlichen Raum verbessern. Ziel ist es, Dortmund widerstandsfähiger gegen immer wärmere Sommer zu machen.
Wichtig für alle Dortmunder*innen
Das Gesundheitsamt lädt alle ein, sich über die städtischen Angebote zu informieren. Besonders bei Hitze sollten alle auf sich und ihre Mitmenschen achten.
Hitzeaktionsplan der Stadt Dortmund: https://www.dortmund.de/hitzeaktionsplan
Gesundheit bei Hitze: https://www.dortmund.de/umweltmedizin
Hitzeschutz in der Altenpflege: Wenn Pflege heiß läuft, muss die Politik endlich handeln (PM)
Es ist wieder heiß in Nordrhein-Westfalen – Freibäder sind voll, Supermärkte kühlen, viele Menschen suchen Schatten und Abkühlung. Doch wie schützen sich pflegebedürftige Menschen? Diese Frage stellt sich ver.di NRW angesichts der anhaltenden Hitzeperioden mit wachsender Dringlichkeit.
Ältere, pflegebedürftige Menschen leiden stark unter der Hitze. Sie gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen, sei es in stationären Pflegeeinrichtungen oder in der häuslichen Pflege. Auch die Beschäftigten in Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung sind körperlich stark belastet. Zwar gibt es sogenannte „Hitzeschutzpläne“, doch diese greifen viel zu kurz. Maßnahmen wie das Anhalten zum Trinken, das Vorziehen schwerer Tätigkeiten auf die frühen Morgenstunden oder das Aufhängen nasser Laken sind keine umfängliche Antwort auf aufgeheizte Gebäude ohne baulichen Hitzeschutz.
„Wenn es in Pflegeheimen über Tage hinweg über 30 Grad heiß ist, dann helfen auch keine feuchten Tücher mehr. Ohne baulichen Hitzeschutz läuft die stationäre Altenpflege buchstäblich heiß“, so Susanne Hille, Landesfachbereichsleiterin Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft bei ver.di NRW.
Viele Einrichtungen sind baulich nicht auf Hitze vorbereitet: Es fehlen verschattende Elemente wie Markisen oder Außenjalousien, moderne Dämmungen, begrünte Außenflächen oder klimafreundliche Kühlsysteme. Dabei ist klar: Ohne bauliche Maßnahmen bleibt jeder Hitzeschutzplan wirkungslos – und wird zur Farce.
Die Sozialwirtschaft – und mit ihr die Altenpflege – ist ein tragender Wirtschaftssektor in NRW. Doch sie wird von der Politik vielfach übersehen, wenn es um Investitionen und Zukunftsfähigkeit geht. Träger, Beschäftigte, Bewohner*innen und Angehörige stehen beim Hitzeschutz allein da – es fehlt an einer öffentlichen Förderung dringend notwendiger baulicher Maßnahmen. Die Landesregierung muss aus dem Investitionsbooster Wirtschaftsförderung jetzt die erforderlichen Mittel bereitstellen.
Die Kommunen sind nicht in der Lage, die notwendigen Mittel aus eigener Kraft bereitzustellen. „Hitzeschutz ist kein Extra – er ist Teil der Menschenwürde. Wer heute investiert, schützt nicht nur Gesundheit und Leben, sondern erhält auch die Handlungsfähigkeit unserer Pflegeeinrichtungen und entlastet Beschäftigte nachhaltig“, so Hille weiter.
Parallel zu unserer Pressemitteilung läuft zurzeit eine Blitzumfrage in der Altenpflege NRW zu Hitzeschutz, Arbeitsbelastung, tatsächlich gemessenen Temperaturen in der Schicht sowie deren Auswirkungen auf Kolleg*innen und Bewohner*innen. Die Ergebnisse können ab Freitag, 15. August bei unserem Pressekontakt erfragt werden.
ver.di NRW ist Teil des Bündnisses „NRW muss investieren“. Mit den geforderten Investitionen in Höhe von 156 Milliarden Euro für NRW sollen unter anderem Kommunen entlastet, der Investitionsstau beseitigt und die Träger sozialer Einrichtungen in NRW zukunftsfest gestaltet werden. Das zivilgesellschaftliche Bündnis setzt sich für eine grundlegende Reform der Schuldenbremse ein und fordert von der Politik, nachhaltige Finanzierungsmodelle für die Kommunen zu entwickeln: http://www.nrwmussinvestieren.de
Der Hitze ausgeliefert: Obdachlose Menschen brauchen verbindlichen Hitzeschutz (PM)
Anlässlich des Hitzeaktionstags 2026 warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) vor der zunehmenden Lebensgefahr für obdachlose Menschen durch extreme Hitze. Während Hitzeschutz in vielen Städten inzwischen auf der Agenda steht, fehlt es nach wie vor an systematischen, dauerhaft finanzierten Maßnahmen, besonders für die verletzlichsten Gruppen der Gesellschaft.
Wer draußen lebt, trägt das höchste Risiko
Extreme Hitze ist das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Obdachlose Menschen sind ihr ohne Zugang zu Trinkwasser, Schatten oder kühlen Rückzugsorten schutzlos ausgeliefert. Viele von ihnen sind zudem bereits gesundheitlich stark belastet.
Unversorgte Wunden heilen schlechter, Kreislaufprobleme durch Flüssigkeitsmangel nehmen zu, psychische Erkrankungen können sich verschärfen. Alkohol- und Drogenkonsum belasten den Körper bei hohen Temperaturen zusätzlich und beeinträchtigen die Selbstwahrnehmung so, dass Warnzeichen wie Dehydrierung oder Überhitzung nicht rechtzeitig erkannt werden.
„Menschen, die auf der Straße leben, können der Hitze nicht entkommen. Es gibt weder Schatten auf Knopfdruck noch eine kühle Wohnung. Sie brauchen konkrete Maßnahmen, verlässliche Hilfeangebote und dauerhaften Wohnraum. Hitzeschutz darf keine Kür sein – er muss zur verbindlichen Pflichtaufgabe von Staat und Kommunen werden,“ bekräftigt Sabine Bösing, Geschäftsführerin der BAG W.
Gute Ansätze, aber fehlendes System
In einzelnen Städten und Bundesländern hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt: Berlin fördert erneut das Projekt „Hitzehilfe“ und stellt mit der Erfrischungskarte eine digitale Übersicht über Trinkbrunnen, kühle Räume und Schattenplätze bereit. Hannover versorgt obdachlose Menschen an Hitzetagen mit Wasser, Sonnenschutz und Hygieneartikeln – U-Bahnstationen können ab 30 Grad zum Abkühlen genutzt werden. In Stuttgart fährt das DRK mit einem mobilen Versorgungsbus durch die Stadt. Diese Beispiele sind ermutigend, aber sie sind nicht die Regel. Was fehlt, ist eine bundesweite, dauerhaft finanzierte Hitzeschutzstrategie, die obdachlose Menschen mitdenkt.
Die BAG W appelliert an Bund, Länder und Kommunen: Kommunale Hitzeaktionspläne müssen obdachlose Menschen und Menschen in Notunterkünften oder prekären Wohnverhältnissen ausdrücklich berücksichtigen. Trinkwasser, Schattenplätze, Duschmöglichkeiten und klimatisierte Aufenthaltsorte müssen niedrigschwellig und verlässlich verfügbar sein.
Aufsuchende Gesundheitsangebote müssen fester Bestandteil der Hitzehilfe werden. Hitzehilfen müssen langfristig finanziert sein. Und grundlegend gilt: Ausreichend bezahlbarer Wohnraum ist der beste Hitzeschutz.
Auch die Zivilgesellschaft ist gefragt
Der Hitzeaktionstag 2026 steht im Zeichen der Vernetzung: Nur gemeinsam kann Hitzeschutz vorangebracht werden. Auch Bürger*innen können helfen: durch aufmerksames Hinschauen, das Anbieten von Wasser oder Schatten und das Verständigen des Rettungsdienstes bei erkennbaren gesundheitlichen Problemen.
Dortmund macht sich bereit für die nächsten Hitze-Tage: Hitze-Infos und Hitze-Tipps (PM)
Für das kommende Wochenende warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor starker Wärmebelastung. Von Freitag bis zum nächsten Montag sind Temperaturen über 30 Grad zu erwarten. Hierzu möchte die Stadt mit praktischen Tipps, Angeboten und Unterstützung alle Bürger*innen in Dortmund gemeinsam auf den Sommer vorbereiten.
In den letzten Jahren haben die Hitzetage sowie länger anhaltende Hitzeperioden im Sommer zugenommen. Auch in diesem Jahr erwartet das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) erneut einen überdurchschnittlich warmen Sommer. Auch wenn solche Vorhersagen mit Unsicherheiten verbunden sind: Unser Körper kann bereits bei einzelnen Hitzetagen die Wärme schlechter regulieren und somit unsere Gesundheit sowie unseren Alltag beeinträchtigen. Daher ist es umso wichtiger, vorbereitet zu sein.
Strategie der Stadt mit dem Hitzeaktionsplan
Die Stadt Dortmund hat einen dynamischen Hitzeaktionsplan | dortmund.de entwickelt. Er enthält konkrete Maßnahmen, damit sich alle Dortmunder*innen vor den Folgen extremer Hitze besser schützen können – von Informationen über Verhaltenstipps bis hin zu konkreten Unterstützungsangeboten. Der Hitzeaktionsplan der Stadt Dortmund wird stetig weiterentwickelt. Er ist Teil des Masterplans integrierte Klimaanpassung. Dortmund macht zudem mit beim regionalen Projekt der Emscherkommunen „HAP.Regio – Regionale Hitzeaktionsplanung“.
https://www.dortmund.de/themen/umwelt-nachhaltigkeit-und-klimaschutz/klimaschutz-und-klimafolgenanpassung/klimafolgeanpassung/hitze-in-der-stadt/
Auf der Homepage der Stadt Dortmund sind unter Hitze und Gesundheit | dortmund.de wichtige Angebote und Tipps zum Thema Hitzevorsorge zu finden. Dort sind unter anderem die Broschüre „Dortmunder Hitzehelfer“, hilfreiche Materialien zum Umgang mit Hitze und ein Podcast des Gesundheitsamtes zum Thema zu finden.
https://www.dortmund.de/themen/gesundheit-und-pflege/umweltmedizin/klima-und-klimatische-gesundheitsbelastungen/
Die Kühle Orte Karte
Die digitale Kühle Orte Karte zeigt Bürger*innen eine Vielzahl von schattigen Plätzen und kühlen Orten im Stadtgebiet, an denen sie sich an heißen Tagen erholen und abkühlen können. Die Karte wurde 2025 auch um kühle Innenräume ergänzt.
Außerdem zeigt die Karte Trinkbrunnen, öffentliche Toiletten im Stadtgebiet sowie Refill-Stationen, also Orte, die kostenloses Trinkwasser anbieten. Alle eingetragenen kühlen Orte sind öffentlich und kostenfrei zugänglich.
https://geoweb1.digistadtdo.de/doris_gdi/mapapps4/resources/apps/schattenplaetzeundkuehleorte/index.html?lang=de&vm=2D&s=25000&c=392914.00478483667%2C5708124.0998104485&r=0
Neue Trinkbrunnen
In diesem Jahr haben das Gesundheitsamt und das Smart-City-Team insgesamt 10 neue Trinkbrunnen angeschafft.
Drei Trinkbrunnen befinden sich im Stadthaus (Bauteil Olpe, Wartebereich Bauteil B sowie in der Berswordt-Halle), in der Begegnungsstätte Gustav Heinemann wurde ein Trinkbrunnen angebracht und im Wilhelm-Hansmann-Haus befinden sich nun zwei Trinkbrunnen.
Im Dortmunder Zoo wurden vier Trinkbrunnen installiert (Kasse Zillestraße, Eingang Plumploris, Besucher-WC am Spielplatz sowie Besucher-WC am Haupteingang).
Diese Trinkbrunnen finden Interessierte demnächst auch in der Kühlen Orte Karte.
Hitze-Tipps für den AlltagDas sind die neun wichtigsten Tipps im Überblick:
– Ausreichend Wasser trinken.
– Luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung tragen.
– Ausreichend Sonnencreme nutzen, um einen Sonnenbrand zu vermeiden.
– Mittagshitze vermeiden. Aktivitäten im Freien in die kühleren Morgen- und Abendstunden verschieben.
– Die Innenräume durch Verschattung der Fenster kühl halten. Lüften Sie morgens, abends oder nachts.
– Regelmäßige Pausen einplanen und kühle Orte aufsuchen.
– Leichte Mahlzeiten essen – mit frischem Obst und Gemüse.
– Den Körper abkühlen z.B. mit einer lauwarmen Dusche oder feuchten Tüchern.
– Auf Mitmenschen achten, besonders auf Ältere, Kinder, Schwangere und vorerkrankte Menschen.
Informiert bleiben über Hitzewarnungen
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht regelmäßig amtliche Wetterwarnungen – so auch für Dortmund. Diese aktuellen Warnungen z.B. für Hitze kann man jederzeit online abrufen. Wer frühzeitig informiert sein möchte, kann außerdem einen kostenlosen Newsletter des DWD abonnieren. Zusätzlich weisen die Social-Media-Kanäle der Stadt Dortmund und der Feuerwehr Dortmund bei mehrtägigen Hitzewarnungen ebenfalls auf vorliegende Warnungen des DWD hin.
https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_gemeinden/warnWetter_node.html%20
Hitzetelefon für Senior*innen (bis Ende September 2026):
Bei Fragen und Alltagshilfen rund ums Thema Hitze können sich Senior*innen an das Hitzetelefon wenden. Dort erhalten Sie praktische Tipps zum Hitzeschutz, Informationen zu Liefer- und Begleitdiensten sowie auf Wunsch eine Weitervermittlung an medizinische Ansprechpartnerr*innen. Das Angebot wird von den Seniorenbüros Innenstadt-Nord und Innenstadt-Ost gemeinsam betreut.
Erreichbar ist das Hitzetelefon zu den regulären Öffnungszeiten montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter: 0231 / 50 11 350 (Innenstadt-Nord) und 0231 / 50 2 96 90 (Innenstadt-Ost).
Die Dortmunder Seniorenbüros stellen während der Öffnungszeiten ebenfalls kostenfrei Trinkwasser zur Verfügung.
Öffnungszeiten aller Seniorenbüros: Mo–Fr von 10–12 Uhr und nach individueller Vereinbarung.
Weitere Informationen unter Seniorenbüros in Dortmund | dortmund.de: https://www.dortmund.de/themen/senior-innen/seniorenbueros-in-dortmund/
Regelmäßige Infoveranstaltungen durch alle städtischen Seniorenbüros
Die Dortmunder Seniorenbüros und städtischen Begegnungszentren bieten über den Sommer zahlreiche stadtteilbezogene Veranstaltungen zum Thema „Hitze“ in allen Dortmunder Stadtbezirken zur kostenfreien Teilnahme an. Eingeladen sind Senior*innen und alle anderen Dortmunder*innen. Den Flyer mit allen Terminen gibt es in den Seniorenbüros und zum Download.
Innenstadt-Ost – Veranstaltungsreihe „Kühle Räume“ besuchen (Juni bis 26. August 2026)
In der Innenstadt-Ost laden verschiedene Akteur*innen zu einem vielfältigen Info- und Mitmachprogramm zum Thema Hitze ein. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Den Flyer mit allen Terminen gibt es zum Download.
Innenstadt-Nord – Angebote der Gruppe Klimawandel im Quartier (Mai bis September 2026)
Spezielle Angebote für die Nordstadt bietet die Arbeitsgruppe Klimawandel im Quartier – mit dabei sind der BunkerPlus Garten der AWO, die Seniorenbüros Innenstadt-Nord und Innenstadt-Ost sowie die Verbraucherzentrale NRW mit der Beratungsstelle Dortmund und das Quartiersmanagement Nordstadt. Alle aktuellen Infos zu den Veranstaltungen sowie den Flyer gibt es hier: https://padlet.com/klimaanpassung_Do/klimawandel-im-quartier-nordstadt-e7xelw90028zd9cl
Hitzeschutz für Babys: Hohe Temperaturen in Dortmund vertragen Kleinkinder und Säuglinge schlechter als Erwachsene (PM)
Der erste Sommer mit dem Baby – für viele Eltern eine schöne Zeit. Wenn die Meteorologen vor Hitzewellen in Dortmund warnen, sollten Eltern besonders darauf achten, dass es ihren Kindern gut geht. Kleinkinder und Babys vertragen Hitze schlechter als Erwachsene und sind bei steigenden Temperaturen schneller gefährdet.
Ein Kleinkind erzeugt beim Bewegen mehr Wärme als ältere Kinder oder ein Erwachsener. Gleichzeitig schwitzen Kleinkinder und Babys weniger. Deshalb können sie ihren Körper schlechter abkühlen. Zudem ist ihre Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht größer als bei Erwachsenen, daher können sie sich nur langsamer an Hitze anpassen. Das führt dazu, dass Babys und Kleinkinder schneller unter Hitzebeschwerden leiden. Sie dehydrieren schneller, ihre Haut ist anfälliger für einen Sonnenbrand und sie erleiden eher einen Hitzschlag. „Eine gute Faustregel zum Hitzeschutz ist: Je jünger das Kind ist, desto mehr muss es vor Hitze geschützt werden. Babys können sich selbst nicht helfen – ihr wichtigster Sonnen- und Hitzeschutz sind die Erwachsenen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.
Wieviel Flüssigkeit sollte es sein?
An heißen Tagen sollten Babys öfter gestillt oder mit Milchersatz versorgt werden. Kinder zwischen zwei bis sechs Jahren brauchen bei normalen Temperaturen rund drei Viertel bis einen Liter Flüssigkeit pro Tag. Bei Temperaturen über 30 Grad kann es auch die doppelte bis dreifache Trinkmenge sein. Am besten eignen sich einmal pro Stunde Wasser oder ungesüßter Tee, keine stark gesüßten Getränke wie Limonaden, Eistees oder Säfte. Zudem sollten die Getränke nicht eiskalt sein. Wichtig: Auch stillende Mütter brauchen bei Hitze mehr Flüssigkeit. Lebensmittel mit hohem Wassergehalt wie frisches Obst, Gemüse – insbesondere Melonen und Gurken – oder eine kühle Suppe wie die sogenannte Gazpacho, können ebenso erfrischen.
Sonnenschutz für die Kleinen
An heißen Tagen sollten Kinder nur in den kühleren Morgen- und Abendstunden im Freien spielen. Kinder unter einem Jahr dürfen sich gar nicht in der direkten Sonne aufhalten. Auch Kinder bis vier Jahre sollten an sonnigen Tagen zwischen 10 und 17 Uhr im Schatten oder im Haus bleiben, um sich vor Hitze und UV-Strahlung zu schützen. Sinnvoll ist helle, leichte und eventuell UV-undurchlässige Kleidung. Nicht vergessen: Kopfbedeckung, Sonnenbrille sowie Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30. Ausreichender Sonnenschutz ist vor allem bei Aufenthalten am und im Wasser wichtig: Wasser reflektiert die UV-Strahlung und verstärkt sie dadurch. Deshalb sollten Kinder nach dem Planschen immer neu eingecremt werden. Dabei ist zu bedenken, dass die durch den LSF angegebene Schutzdauer durch das Nachcremen nicht verlängert, sondern nur erhalten wird. „Für Babys sind allerdings hautbedeckende Kleidung oder Innenräume besser als Sonnencreme, denn ihre Haut ist noch sehr empfindlich“, sagt Kock.
Gefahr Hitzschlag bei Kindern
Wenn Kinder sich bei Hitze zu lange oder zu intensiv bewegen, entsteht Hitzestress. Wird dieser nicht erkannt, kann es sogar zu einem Hitzschlag kommen. Typische Anzeichen für Hitzestress sind ein gerötetes Gesicht, starkes Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Ohrensausen und Erschöpfung. Treten diese Symptome auf, ist es wichtig, dass der Organismus des Kindes wieder abkühlt – am besten in einem kälteren Raum. Kühle und feuchte Umschläge helfen dem Körper, die Temperatur zu senken. Gleichzeitig sollte das Kind möglichst viel trinken. Verbessert sich die Situation nicht, droht ein Hitzschlag. Dieser zeigt sich durch rote, heiße Haut ohne Schweiß, erhöhte Körpertemperatur und starke Kopfschmerzen. Ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich werden. Im Zweifel sollte schnellstmöglich der Notdienst 112 gerufen werden.
Weitere Infos im Internet unter aok.de/pk/magazin/familie/ in der Rubrik Babys & Kleinkind.