Fokus auf Verkehrswende, Wohnraummangel, Digitalisierung und junge Menschen

Volt schickt Christian Gebel als OB-Kandidaten ins Rennen

Das ehemalige Ratsmitglied der Piraten, Christian Gebel, ist Oberbürgermeister-Kandidat von „Volt“. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Christian Gebel (Volt), Ratsmitglied in der neuen Fraktion „Volt und Vielfalt“, früher bei den Piraten aktiv, tritt nun als Oberbürgermeisterkandidat für Volt in Dortmund an. Nach seiner Erfahrung bei den Piraten, die einst rund 300 Mitglieder in Dortmund zählten, sieht er bei Volt deutliche Unterschiede: „Bei Volt geht es pragmatischer zu, wir kümmern uns mehr um Inhalte.“

Wohnraummangel, Verkehrswende und Digitalisierung im Fokus

Die junge paneuropäische Partei hat derzeit etwa 70 Mitglieder in Dortmund und will frischen Wind in die Kommunalpolitik bringen. Bei der letzten Bundestagswahl erreichte Volt im Wahlkreis Dortmund I rund 0,7 Prozent, im Wahlkreis Dortmund II etwa 0,3 Prozent der Stimmen. ___STEADY_PAYWALL___

Foto: Alexander Völkel für die nordstadtblogger.de

Gebel hebt hervor, dass Volt nicht darauf aus sei, anderen Parteien Stimmen abzujagen: „Bei Kommunalwahlen gibt es weniger Schwierigkeiten, genau die Partei zu wählen, die man tatsächlich wählen möchte. Wir scheinen etwas inhaltlich richtig zu machen, denn das Interesse wächst kontinuierlich.“

Thematisch konzentriert sich Volt auf zentrale Probleme wie Verkehrswende, Wohnraummangel und Digitalisierung. „Obdachlosigkeit ist die Spitze des Wohnungsmangels“, so Gebel. „Die Problematiken ähneln sich in vielen Städten, aber unsere Lösungsansätze unterscheiden sich deutlich.“

In der Verwaltung muss vieles schneller gehen

Gebel kritisiert, dass in der Dortmunder Verwaltung vieles zu langsam vorangehe. „Wir möchten gewachsene und träge Strukturen aufbrechen. Vieles scheitert in Dortmund im Rat an zu ambitionierten Masterplänen, die dann nicht umgesetzt werden.“

Christian Gebel möchte sich mit Volt vor allem zu Wohnraummangel, Verkehrswende und Digitalisierung engagieren. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Volt will deutlich schneller und pragmatischer handeln. Gebel fordert: „Wir müssen viel mehr ausprobieren, gerade bei Verkehrsfragen und in Bezug auf Digitalisierung. Projekte dauern aktuell viel zu lange in der Umsetzung.“

Auch bei Schul- und Kita-Planungen sieht er Handlungsbedarf: „Die Planung ist schwierig, weil der zukünftige Zuzug nicht klar abzuschätzen ist. Hier brauchen wir flexiblere Ansätze und schnellere Reaktionen.“

Kommunalpolitik „ein Marathon, kein Sprint“

Insgesamt begreift Gebel Politik als langfristigen Prozess: „Politik, insbesondere Kommunalpolitik, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es ist wichtig, Prozesse in der Verwaltung zu verkürzen und stets frische Gedanken einzubringen.“ Man wolle vor allem auf die vielen jungen Stimmen in der Partei achten.

Das ehemalige FDP- und jetztige Volt-Ratsmitglied Antje Joest wird ebenfalls wieder antreten. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Volt orientiert sich bei Lösungsansätzen zudem oft an europäischen Vorbildern und pflegt dafür auch den direkten Austausch mit Parteikolleg:innen in anderen Ländern. Gebel betont: „Wir können uns europaweit viel voneinander abgucken, und das ist besonders für junge Menschen attraktiv.“

Bei der Kommunalwahl tritt Volt mit einer „geschlechterparitätischen Reserveliste“ an: Auf Platz eins steht Daniel Staiger, gefolgt von Antje Joest auf Platz zwei, Christian Gebel auf Platz drei und Silke Krestel auf Platz vier.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

Unterstütze uns auf Steady

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert