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Unter dem Motto „Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz“ setzten die Vertrauensleute der IG Metall bei ThyssenKruppSteel ein Zeichen in Dortmund. Besonders im Fokus standen die aktuellen Auseinandersetzungen bei Unternehmen wie Thyssenkrupp, VW, ZF und Ford, deren Beschäftigte mit massiven Einschnitten konfrontiert sind. Doch es ging nicht nur um betriebliche Kämpfe – auch der gesellschaftliche Rechtsruck und Versuche, erkämpfte Arbeitsrechte zu zerstören, wurden von den Anwesenden scharf kritisiert. Laut Angaben der Veranstalter:innen beteiligten sich mehr als 100 Menschen an der Demonstration.
„Solidarität statt Standortschließungen“
Verschiedene Vertreter:innen der Bechäftigten von Großkonzernen wie Ford, Volkswagen, Thyssenkrupp Duisburg, Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) Duisburg sowie Ehemalige von Opel in Bochum nahmen an der Kundgebung teil und hielten kurze Reden. Auch Vertreter:innen politischer Parteien, darunter der SPD, Grüne, Linke, MLPD sowie DKP, zeigten ihre Unterstützung für die Forderungen der Demonstrierenden.
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„Wir haben darum gebeten, keine Wahlkampfveranstaltung daraus zu machen, sondern die Politiker:innen gebeten, zu unseren Themen zu sprechen“, erklärte Ute Hickler, Sprecherin der Vertrauenskörperleitung (VKL) von Thyssenkrupp Dortmund, bevor sie das Wort den Kandidat:innen überreichte. ___STEADY_PAYWALL___
„Wir müssen uns gegen den Abbau von Arbeitsplätzen wehren und dürfen nicht zulassen, dass Unternehmen wie Thyssenkrupp und Ford ihre Beschäftigten auf die Straße setzen, während sie gleichzeitig Reichtum anhäufen“, betonte Sonja Lemke (Die Linke)
Wertschöpfung und Produktion müssen vor Ort gesichert bleiben
„Konzerne, die ihre Gewinne maximieren, dürfen dies nicht auf Kosten der Menschen tun, die tagtäglich mit ihrer Arbeit den Erfolg dieser Unternehmen sichern“ verdeutlichte die Direktkandidatin der Grünen, Hannah Rosenbaum.
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„Deshalb ist es gut, dass ihr heute hier seid, um für mehr Mitbestimmung und die Rechte von Arbeiter:innen zu kämpfen. Unsere Zukunft können wir nur gemeinsam gestalten“, so Rosenbaum.
„Wir brauchen eine Zukunft, in der Wertschöpfung und Produktion hier bei uns in Dortmund, im Ruhrgebiet und im ganzen Land gesichert bleiben“, Sie setzt sich – ebenso wie die anwesenden Vertreter:innen der anderen Parteien – gegen den Rechtsruck und gegen Spaltung ein“, so die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes.
Ganze Familien vom Arbeitsplatzverlust betroffen
Zentrale Forderungen der Demonstration waren der Erhalt von Arbeitsplätzen, ein klares „Nein“ zu Standortschließungen und Outsourcing sowie eine gerechte Verteilung der Arbeit, anstatt weiter zu entlassen. „Politik für Arbeiterinnen und Arbeiter“, fordert Ute Hickler und ergänzt, dass es den Arbeiter:innen nicht automatisch gut gehe, nur weil es der Wirtschaft gut gehe. Das hätten die Erfahrungen gezeigt.
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Ihr Ehemann und ihre Tochter sind beide bei ZF Witten beschäftigt und davon betroffen, ihren Job zu verlieren oder unter schlechteren Arbeitsbedingungen arbeiten zu müssen.
Besonders dramatisch ist die Lage bei Unternehmen wie Ford, bei denen bis zu 4.000 Arbeitsplätze in Gefahr sind, so ein Belegschaftsvertreter. Der Wandel zur Elektromobilität und die damit verbundene Umstrukturierung der Produktion gelten hier als Hauptursache.
„Die Einführung neuer Technologien darf nicht auf dem Rücken der Arbeiter:innen erfolgen. Wir fordern, dass der Staat aktiv in die Industriepolitik eingreift, um Arbeitsplätze in einer nachhaltigen und sozialen Produktion zu sichern“, erklärte ein weiterer Gewerkschafter.
Plakate und Demonstrationszug durch die Innenstadt
Nachdem die verschiedenen Vertreter:innen der Unternehmen und Parteien zum Publikum gesprochen und ihre Unterstützung gezeigt hatten, zog der Demonstrationszug weiter durch die Dortmunder Innenstadt. Parolen wie „Für unsere Zukunft kämpfen wir – deshalb sind wir heute hier“ oder „Alle zusammen – gegen den Faschismus“ waren zu hören.
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Durch weitere Redebeiträge wurde für mehr Aufmerksamkeit bei den Passant:innen gesorgt. Ab und an erklärte Ute Hickler den Anlass der Demonstration, sodass auch andere Dortmunder:innen dies mitbekamen.
Die Polizei sorgte während der Demonstration dafür, dass die Demonstrant:innen sicher durch die Innenstadt und über die Straßen gehen konnten. Zum Abschluss wurde angekündigt, dass am 15. März ein Aktionstag in der Großstadt Köln stattfinden wird. Die Anwesenden wurden dazu aufgerufen, sich daran zu beteiligen.
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