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1.405 Menschen wurden im vergangenen Jahr anonym auf den städtischen Friedhöfen beigesetzt. Den Hinterbliebenen fehlt oft ein Ort, an dem sie trauern können – diese Beobachtung haben Gernot Willeke, Geschäftsleiter der Friedhöfe Dortmund, und die Beschäftigten gemacht. „Wer sich für eine anonyme Bestattung entscheidet, möchte dadurch oft seine Hinterbliebenen von der Grabpflege entlasten. Diese gut gemeinte Absicht erweist sich für Angehörige und Freunde aber später oft als emotionale Belastung. Denn ihnen fehlt ein individueller Ort, an dem sie Blumen oder Erinnerungsstücke ablegen und sich dem verstorbenen Menschen nah fühlen können.“
Angehörige haben bis zum 9. April Zeit Erinnerungsstücke einzusammeln
Durchschnittlich finden 1.400 anonyme Beisetzung jedes Jahr auf den städtischen Friedhöfen statt – was 32 Prozent aller Beisetzungen auf den kommunalen Anlagen ausmacht. Darunter fallen ungefähr 400 Menschen, für die das Ordnungsamt eine so genannte ordnungsbehördliche Bestattung veranlasst hat. Das Ordnungsamt kümmert sich immer dann, wenn eine verstorbene Person keine bestattungspflichtigen Angehörigen hat oder diese nicht ermittelt werden können.
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Auf dem Hauptfriedhof etwa gibt es ein großes Gedenkfeld für anonyme Urnenbestattungen. Dort werden viele persönliche Gegenstände, wie beispielsweise Mini-Grabsteine, Fotos, Lichter, sogar Bierflaschen, von Freunden und Angehörigen im Andenken an einen verstorbenen Menschen aufgestellt.
Entsprechend groß ist das Durcheinander, viele der Dinge verrotten bereits und bilden einen traurigen Anblick. Zudem ist das Ablegen der Gegenstände auf dieser Fläche gar nicht erlaubt.
„Hier wird das Problem für uns offensichtlich: Den Menschen fehlt der Ort, an dem sie ihre Trauer individuell ausdrücken können. An dieser Stelle geht das aber nicht, denn durch die vielen Gegenstände können wir der notwendigen Grünpflege nicht nachkommen“, so Willeke.
Am 9. April wird die Fläche auf dem Hauptfriedhof erneut von den vielen Andenken befreit, ebenso die Gedenkfelder auf den anderen städtischen Friedhöfen. Das geschieht auch deswegen, weil andere Friedhofsbesuchende sich durch den Anblick gestört fühlen. Alle Angehörigen haben zuvor die Möglichkeit, Ihre persönlichen Erinnerungsstücke wieder einzusammeln.
Zwei Neuerungen ab Herbst: Namensstelen und pflegefreie Grabstellen
„Doch mit dem Aufräumen ist das Problem nicht gelöst“, so der Geschäftsleiter. Daher möchten die Friedhöfe Dortmund zwei Neuerungen einführen. Zum einen sollen diejenigen Menschen, für die das Ordnungsamt die Bestattung übernimmt, künftig auf einem eigens geschaffenen Feld ein Namensschild auf einer Stele erhalten.
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Diese einfache Lösung hat einen großem Nutzen für die trauernden Hinterbliebenen, so wird der Name vor dem Vergessen geschützt. Die Umsetzung soll ab Herbst 2025 erfolgen. Möglich ist das, weil weder die Verstorbenen selbst noch Angehörige sich aktiv für eine anonyme Beisetzung entscheiden konnten.
Der andere Ansatz: Die Friedhöfe möchten verstärkt Menschen schon zu Lebzeiten davon überzeugen, sich für eine nicht anonyme Grabstelle und damit für die Möglichkeit eines individuellen Trauerortes zu entscheiden. „Wir haben unser Angebot an Alternativen zur klassischen Sarg- und Urnenbestattungen stark ausgeweitet. Es gibt pflegefreie Möglichkeiten, die den Aufwand für die Hinterbliebenen auf ein Minimum reduziert, wie zum Beispiel Obstbaumgräber und Haingräber“, so Gernot Willeke.
Mehr Informationen:
- Das Team der Friedhöfe Dortmund berät zu Bestattungs-Möglichkeiten telefonisch unter: 50-11611, -11612, -11613 oder per E-Mail: friedhoefe@dortmund.de.
- Mehr zum Thema Urnenbeisetzung gibt es online unter: Urnenbeisetzungen | dortmund.de.