Natürlich gestaltete Flächen tragen zum Schutz des Eigentums bei

Grün gegen Grau: Verbraucherzentrale informiert über die Vorteile der Entsiegelung rund ums Haus

Auf versiegelten Flächen wie hier kann Regenwasser schlechter versickern und die Grundwasservorräte nicht auffüllen. Entsiegelung hilft, die natürlichen Bodenfunktionen und die Versickerungsfähigkeit wiederherzustellen. Archivfoto: BUND Dortmund

Vorgärten und Auffahrten sind bei vielen Gebäuden luft- und wasserdicht versiegelt. Ein Bodenbelag aus Asphalt, Beton oder Pflastersteinen erscheint als vermeintlich pflegeleichte Lösung. Wer diese Flächen allerdings naturnah umgestaltet, gewinnt an Sicherheit und Wohnqualität. „Längere Hitzeperioden und starke Regenfälle nehmen auch in NRW zu. Derartige Wetterextreme wirken auf natürlich gestaltete Flächen weniger belastend. Daher sollten Grundstücks- und Eigenheimbesitzer:innen über die Entsiegelung von Flächen rund um ihr Zuhause nachdenken“, rät Sara Luz vom Projekt Klimafolgen und Grundstücksentwässerung (KluGe) der Verbraucherzentrale NRW.

Entsiegelte Flächen verhindern örtliche Überschwemmungen nachhaltig

Hunderte Garagen und Keller liefen voll. Foto: Feuerwehr
Immer häufiger kommt es auch in Dortmund zu Extremwetterlagen. Archivfoto: Feuerwehr Dortmund

Bei einem gepflasterten und verfugten Vorgarten kann das Regenwasser nicht in der Erde versickern und das Grundwasser wird nicht aufgefüllt.

Kommt es zu Starkregen, staut sich das Wasser an der Oberfläche und sucht sich ungehemmt seinen Weg. Dies kann zu örtlichen Überflutungen von Flächen und Wegen oder vollgelaufenen Kellern führen.

Wer seinen Vorgarten entsiegelt und naturnah gestaltet, stellt die natürlichen Bodenfunktionen wieder her und schützt sein Grundstück nachhaltig vor Überschwemmungen.

Unversiegelter Boden heizt sich weniger auf

Ein naturbelassener Vorgarten in Dortmund. Archivfoto: BUND Dortmund

Neben dem Schutz bei Starkregen bieten entsiegelte Vorgärten, Stellplätze, Auffahrten oder Wege auch bei Hitze deutliche Vorteile.

Wo Wasser versickern kann und Pflanzen wachsen, ist der Boden durch Verdunstung messbar frischer und kühlt nachts besser ab.

In heißen Sommerperioden sorgen diese Flächen im Vergleich zu aufgeheizten Pflasterflächen für angenehmere Temperaturen rund ums Haus.

Bodenauflockerung als wichtigster Schritt

Im Fall von Starkregen kann auf entsiegelten Flächen das Regenwasser besser versickern und der Oberflächenabfluss wird reduziert. Außerdem wird das Grundwasser aufgefüllt. Grafik: Verbraucherzentrale NRW

Wer sich eine Entsiegelung vornimmt sollte wissen: Zuerst gilt es den versiegelnd wirkenden Asphalt und Beton beziehungsweise die Pflastersteine vollständig zu entfernen.

m zweiten Schritt werden Tragschichten und Aufschüttungen wie Schotter, Kies oder Splitt vollständig oder teilweise entsorgt.

Die anschließende Lockerung des verdichteten Bodens ist der wichtigste Schritt. Jetzt kann das Regenwasser wieder auf natürliche Weise versickern.

Was kann ich selbst umsetzen und wofür benötige ich fachmännische Hilfe?

Grafik: Verbraucherzentrale NRW

Eigentümer:innen können versiegelte Wege und Bereiche auf ihrem Grundstück oder Gartenflächen mit Hacke und Schaufel in der Regel selbst entsiegeln.

Pflaster, Schotter, Kies oder Splitt kann mit eigenem Körpereinsatz entfernt werden. Der Abbau von Beton- und Asphaltdecken ist hingegen meist Sache eines Fachbetriebs, da beim Auf- und Abbruch schweres Gerät zum Einsatz kommen muss.

Welche Bodenbeläge eignen sich am besten?

Damit das Regenwasser künftig seinen Weg in den Boden zum Grundwasser findet, eignen sich je nach Nutzung der Fläche Bepflanzungen mit Stauden, Gehölzen oder auch Rasen, Schotterrasen, durchlässiger Kies, Holzhäcksel, Holzroste, Rasengittersteine oder Pflaster mit großen offenen Zwangsfugen als versickerungsfähige Alternativen.

Ein Schotterrasen ist jedoch nicht zu verwechseln mit einem Schottergarten. Bei diesem ist durch die darunterliegenden Folien oder Vliese überhaupt keine Versickerung möglich.

Keine Niederschlagswassergebühren für entsiegelte Flächen

Abbruch und Entsorgung der Bodenbeläge sowie die Kosten der neuen Gestaltung können ins Geld gehen. Zur Entsiegelung von Flächen bieten einige Kommunen in Nordrhein-Westfalen deshalb Förderungen an.

Für entsiegelte Flächen können auf Antrag die Abwassergebühren entfallen.
Für entsiegelte Flächen können auf Antrag die Abwassergebühren entfallen. Foto: Verbraucherzentrale NRW

Wer tätig werden möchte, sollte sich vor Ort erkundigen. Mancherorts gibt es bestimmte Vorgaben bei der Gestaltung von Vorgärten. Ein weiterer Bonus winkt bei den Abwassergebühren: Für vollständig entsiegelte Flächen werden auf Antrag, im Gegensatz zu versiegelten, keine Niederschlagswassergebühren fällig.

Alles Wissenswerte zur Entsiegelung von Flächen finden Eigentümer:innen bei Interesse hier. Eine Übersicht über weiterführende Informationsveranstaltungen zum Thema Klimaanpassung gibt es hier.


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