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Wohnungen in der Brunnenstraße 51 bereits sehr begehrt: Nach Sanierung Schlüssel nun an DOGEWO21 übergeben

Freuen sich gemeinsam über die überaus gelungene Sanierung der ehemaligen Schrottimmobilie an der Brunnenstraße 51(v.l.): Matthias Kienitz (EDG), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Klaus Graniki (DOGEWO21), Dr. Frank Brinkmann (DEW21), Frank Neukirchen-Füsers (Jobcenter), Bernd Gregor (Sparkasse Dortmund), Sozialdezernentin Birgit Zoerner sowie Andreas Koch und Angelika Wirth (Stiftung Soziale Stadt). Foto: Stadt Dortmund.

Freuen sich gemeinsam über die überaus gelungene Sanierung der ehemaligen Schrottimmobilie an der Brunnenstraße 51. Foto: Stadt Dortmund.

Nach rund dreizehnmonatiger Sanierungszeit ist aus dem ehemals herunter gekommenen Haus an der Brunnenstraße 51 ein wahres Schmuckstück geworden. Zu verdanken ist das einem Projekt, an dem viele Partner engagiert mitgewirkt haben.

Abwärtsspirale bei den Immobilien soll durchbrochen werden

Dogewo Problemimmobilie Brunnenstraße 51

So sah das Haus vor der Sanierung aus. Archivfoto: Völkel

Ihr gemeinsames Ziel heißt, die Abwärtsspirale von Häusern in der Nordstadt zu durchbrechen, indem man sie ankauft, saniert und nachhaltig wieder an den Markt bringt. An der Brunnenstraße 51 ist das gelungen. Am Mittwoch konnte Andreas Koch von der Stiftung Soziale Stadt im Beisein von Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Vertretern der Partner die Schlüssel an Klaus Graniki von DOGEWO21 überreichen.

Das städtische Wohnungsunternehmen wird die zehn Wohnungen (2 Zi, KDB, Balkon) jetzt zum Preis von 5,10 Euro pro Quadratmeter an den Markt bringen. Das Interesse ist groß: Acht Wohnungen wurden aus dem Stand bereits vermietet.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist begeistert, wie gut die recht komplizierte Projektarchitektur in der Praxis funktioniert hat: „Hier haben alle Beteiligten eine wunderbare Wertschöpfungskette geschaffen: Langzeitarbeitslose kamen sinnvoll in Arbeit, Jugendliche konnten sich beruflich orientieren und Erfahrungen sammeln, lokale Handwerker bekamen Aufträge und unter dem Strich wurde das Geld im Viertel gehalten. Das alles war und ist gut für die Nordstadt.“

Qualifizierungsprogramm von Jobcenter und Grünbau

Mit zehn Langzeitarbeitslosen und Praktika arbeitsloser Jugendlicher aus Förderprogrammen des Jobcenters wurde das Projekt von der Grünbau gGmbH angegangen. Alle vorbereitenden und alle einfachen Bautätigkeiten übernahm GrünBau selbst. Bei qualifizierteren Gewerken, wie etwa der Sanierung des Dachstuhls oder der Elektrik, griff man auf Fachbetriebe aus der Nordstadt zurück.

Fast eine Million Euro Kosten für Kauf und Sanierung

Das Gebäude kann sich sehen lassen. Foto: Dogewo

Das Gebäude in der Brunnenstraße kann sich sehen lassen. Foto: Dogewo

Dass dieses ehrgeizige Projekt nicht vollkommen ohne Zuschüsse auskommen konnte, liegt auf der Hand. Das Investitionsvolumen für Kauf und Sanierung des Objektes an der Brunnenstraße lag bei rund einer Million Euro.

Um das Projekt zu stemmen und das Brunnenstraßenviertel zu stabilisieren, zogen viele Akteure an einem Strang. Die EDG übernahm die kostenlose Entsorgung des zurückgelassenen Mülls und des Bauschutts, DEW21 spendierte Baustrom und Wasser, die Sparkasse gab 75.000 Euro in den Topf.

Das Jobcenter Dortmund förderte mit Lohnkostenzuschüssen die Wiedereingliederung der Langzeitarbeitslosen, die bei der GrünBau gGmbH eine neue und sinnvolle Tätigkeit gefunden haben.

Der größte Posten kam hingegen aus Düsseldorf: in die Sanierung des Projektes flossen Wohnraumfördermittel des Landes NRW in Höhe von 572.200 Euro, mit denen auch Barrierefreiheit und eine Solaranlage finanziert wurden.

Viele Partner arbeiteten bei dem Projekt Hand in Hand

Koch dankte allen Geldgebern und Sponsoren für die großzügige Unterstützung: „Ohne die zusätzlichen Spendenmittel wären die Zusatzkosten durch die aufwändige Projektkonstruktion nicht zu stemmen gewesen.“

In der Brunnenstraße haben viele Partner gemeinsam mitangepackt. Foto: Dogewo

In der Brunnenstraße haben viele Partner gemeinsam mitangepackt. Foto: Dogewo

„Gerne unterstützen wir Projekte, die unsere Stadt wieder ein Stück lebenswerter machen. Dieses Gemeinschaftsprojekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass viel erreicht werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, betonte Bernd Gregor für die Sparkasse Dortmund.

„Die überaus gelungene und schöne Renovierung des Hauses Brunnenstraße ist eine sichtbare Visitenkarte für die Motivation und Leistungsfähigkeit langzeitarbeitsloser Menschen in unserer Stadt. Die gelungene Kombination von Stadterneuerung und Beschäftigungsförderung ist wegweisend“, meint Frank Neukirchen Füsers, Geschäftsführer des Jobcenters.

„Auch DEW21 hat das wichtige Gemeinschaftsprojekt gerne unterstützt und Energie & Wasser für den Umbau beigesteuert“, so Dr. Frank Brinkmann, Vorsitzender der DEW21-Geschäftsführung. „Wir freuen uns, einen Beitrag zur höheren Wohnqualität für die dort Lebenden und die Aufwertung der Nordstadt leisten zu können.“

Matthias Kienitz von der EDG wies darauf hin, dass sein Unternehmen sich in vielfältiger Weise in der Nordstadt engagiere. „Deshalb war es eine Selbstverständlichkeit, auch dieses tolle Projekt zu unterstützen.“

Große Nachfrage nach kleinen günstigen Wohnungen

Das wunderschöne, kernsanierte Gebäude mit zehn Wohneinheiten (2 Zi, KDB, Balkon) geht nun zu einem Quadratmeterpreis von 5,10 Euro in die Neuvermietung. Insbesondere sind die kleinen Wohnungen für Studenten/Wohngemeinschaften, Paare und junge Familien interessant. Die Nachfrage ist bereits sehr groß, wie DOGEWO21-Geschäftsführer Klaus Graniki bestätigt: „Aus der ehemaligen Problemimmobilie ist ein wunderschönes Wohnhaus geworden!“

„Das Projekt ‚Brunnenstraße 51’ trägt zur Aufwertung des Quartiers bei und hat Signalwirkung auch über die Dortmunder Nordstadt hinaus. Das zeigen auch die durchweg positiven Reaktionen aus Politik und Wohnungswirtschaft, die wir erhalten haben. Und unsere neuen Mieter werden sich – da bin ich sicher – hier wohlfühlen.“

Die Stiftung Soziale Stadt möchte sich weiter für die Beschäftigung schaffende Sanierung von Problemimmobilien engagieren. Sie hofft einerseits auf zusätzliche Förderung für preiswerten Wohnraum und faire Arbeit aus Berlin und Düsseldorf, andererseits aber auch auf weitere engagierte Investoren, die das erfolgreiche Konzept gemeinsam mit der Stiftung umsetzen wollen und bereit sind, weitere Problemimmobilien zu erwerben und zu sanieren.

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