Nordstadtblogger

Das Wichernhaus in der Nordstadt startet mit Stand-Up, Kabarett, Theater und Comedy ins neue Jahr

Mit vier interessanten Veranstaltungen wartet das Wichernhaus des Diakonischen Werkes in der Nordstadt (Stollenstr. 36, 44145 Dortmund) im Januar 2017 auf. Eröffnet wird dort das Jahr am Sonntag mit dem neuen Stand-Up-Programm von Moritz Neumeier.

Sonntag, 15. Januar 2017, 20 Uhr: Moritz Neumeier | „STAND UP“

Moritz Neumeier. Foto: Mathias Becker/ Veranstalter

Moritz Neumeier. Foto: Mathias Becker/ Veranstalter

In Moritz Neumeiers neuem Stand Up Programm bleibt eines bestehen: Moritz Neumeier. Noch immer berichtet er aus seinem Leben, noch immer trifft es schonungslos Jeden, der ihm über den Weg läuft. Niemand scheint sicher – weder jegliche Randgruppen, noch das eigene Kind.

Vor Allem er selbst ist Opfer seiner schonungslosen Analyse. Der Ton ist so hart wie der Humor, die Witze schwarz wie seine Lunge. An seinen Zigaretten hangelt sich der Abend entlang. Je weiter sich der Aschenbecher füllt, desto radikaler werden die Aussagen. Je dicker die Luft, desto schneidender die Kommentare.

Auch diesmal lässt Moritz die deutschen Hülle der Comedy in der Garderobe und orientiert sich an dem, was im englisch-sprachigen Raum Gang und Gebe ist. Das Auftreten ohne gesetzte Rolle. Ohne Maske oder Kostüm. Ohne das ewigen Versteckspiel hinter lustigen Hüten und dem geläufigen Kabarett-Duktus. Ein Künstler, ein Mikrophon, ein Publikum.

Nach Team & Struppi und dem preisgekrönten (St. Ingberter Pfanne 2015, Hamburger Comedy Pokal) ersten Soloprogramm „Kein scheiß Regenbogen.“ geht es mit dem weiter, was es ausgemacht hat – der Wahrhaftigkeit.

Gepaart mit dem ernst genommenen Ausspruch „Satire darf alles.“ entsteht ein Programm, das keinen roten Faden braucht. Weil das Leben auch keinen hat. Weil beides aus Momentaufnahmen besteht, die sich aneinanderreihen, um am Ende ein Ganzes zu formen. Was braucht es mehr? 1 Mikrophon. 10 Zigaretten. 100 Minuten Stand Up. (Eintritt: VVK € 14,- AK € 16,-)

Freitag, 20. Januar 2017, 20 Uhr: Kerim Pamuk | „LEIDKULTUR“ 

Kerim Pamuk. Foto: Kolja von der Lippe/Veranstalter

Kerim Pamuk. Foto: Kolja von der Lippe/Veranstalter

In seinem Soloprogramm geht Kerim Pamuk dahin, wo es weh tut. Geprägt durch anatolischen Weltschmerz, gepeinigt vom deutschen Grundjammer, durchsiebt er das Leben nach großartigen Momenten des Leidens.

Wir sind hip, haben Hotlinehilfe, Onlinesupport, das Navi im Auto und die Latte im Kaffee – trotzdem ist heutzutage nichts leicht und alles Wissenschaft.

Selbst das Kinderkriegen stellt uns vor unlösbare Fragen: Babyblues oder Stilldemenz? Krabbel- oder Therapiegruppe? Beschneidung oder Konfirmation? Elternzeit oder doch gleich Altersteilzeit? Wir Deutschen haben es schwer, oder musste sich je ein Sudanese fragen, welcher Wellnesstyp er ist? Ich leide, also bin ich. Ein Abend zum Schreien & Lachen.

Kerim Pamuk gab in seinem neuen Programm Leidkultur Türken wie Deutschen ordentlich Saures. Er kennt weder Freund noch Feind und spielt mit den Stereotypien der nationalen Eigentümlichkeiten, dass es einem Deutschen, der die politische Korrektheit mit Löffeln gefressen hat, graust und einen Türken dazu bringen könnte, mit Schaum vorm Mund von mangelndem Ehrgefühl zu sprechen. (Eintritt: VVK € 14,- AK € 16,-)

SA 21.1., 18 Uhr und SO 22.1., 16 Uhr: Theater36 | „In einem tiefen, dunklen Wald“

Theater36_Plakat Erstmalig wagt sich das theater36 an ein Weihnachtsmärchen! Das beliebte Kinderbuch von Paul Maar wird auf der Bühne lebendig und erzählt dabei von grausigen Untieren und recht eigensinnigen Königstöchtern.

Weil ihr keiner ihrer Brautbewerber gefällt, kommt die eingebildete Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora auf die ungewöhnliche Idee, sich von einem Untier entführen zu lassen.

Dann -so hofft sie- würden wohl die mutigsten Prinzen von weit her kommen, um sie zu befreien. Aber es läuft nicht alles nach Plan, wie ihr Diener schmerzhaft erfahren muss …

Auch Prinzessin Simplinella macht sich auf, ihre Zukunft zu planen und stellt mit Witz und Klugheit ihren Mut unter Beweis. Eine Geschichte voll Wortwitz und Ironie, die uns in die Zeit der Märchen und phantastischen Abenteuer zurückversetzt. (Eintritt: VVK € 6,- (bis 14 Jahre), € 12,- (ab 14 Jahre) | Gruppenermäßigung auf Anfrage)

Freitag, 27. Januar 2017, 20 Uhr: Jan Philipp Zymny | „Kinder der Weirdness“

Jan Philipp Zymny. Foto: Veranstalter

Jan Philipp Zymny. Foto: Veranstalter

Zymny ist Stand-Up-Künstler, Slam Poet, Autor und Kabarettist. Nachdem sein erstes Programm (Bärenkatapult!) eine willkürliche Expedition in die Untiefen des Unsinns darstellte, widmet sich Jan Philipp Zymny in seiner neuen abendfüllenden Soloshow mit dem Titel „Kinder der Weirdness“ der Seltsamkeit an sich und denen, die sie leben.

Mit dem ihm eigenen absurd surrealen Humor, Energie und Fantasie stellt er all die großen Fragen wie: „Hä?“, „Was…ich…Warum?“ und „Wie sind Sie hier herein gekommen?“ Dabei sprengt er die Grenzen zwischen Theater, Comedy und Poetry Slam-Literatur, indem er die Bereiche nicht nur durchmischt, sondern oft auch noch gleichzeitig präsentiert, um dann selbst zu explodieren.

Tiefgründiger Unsinn, außerirdische Traummusik, lustige Stand Up-Comedy, Streitgespräche mit einer Videoleinwand – das sind alles Dinge, die befremdlich klingen. Finden Sie selbst heraus, was es damit auf sich hat und werden Sie ein Kind der Weirdness.

Jan Philipp Zymny (*1993 in Wuppertal) ist Autor, Kabarettist, Stand Up-Komker und einer der bekanntesten und erfolgreichsten Poetry Slammer der Szene. Nicht nur gewann er 2013 und 2015 die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam, sondern stand seit 2012 viermal in Folge im Finale dieses fünftägigen Literatur-Festivals. Weiterhin wurde er unter anderem 2013 mit dem NightWash Talent Award und 2016 mit dem Jurypreis des Prix Pantheons ausgezeichnet.

Seit August 2014 bereist er mit seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm „Bärenkatapult!“ die deutschen Kleinkunstbühnen und tritt sowohl bei Comedy- als auch Kabarett-Veranstaltungen auf. In seiner Freizeit verdingt sich Jan Philipp Zymny als Erfinder, versucht die M-Theorie zu widerlegen und erledigt kleinere Schmiedearbeiten für die Reiterhöfe der Umgebung. (Eintritt: VVK € 14,- AK € 16,-)

Mehr Informationen: www.wichern.net

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