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Unbedenkliche Gespinstmotten verhüllen Bäume und Sträucher: Auch Birken, Kirsch- und Apfelbäume betroffen

Spinnen sich zum Schutz gegen Feinde ein: Raupen der Gespinstmotte, die befallene Pflanzen nahezu kahl fressen. Foto: Umweltamt/Stadt Dortmund

Spinnen sich zum Schutz gegen Feinde ein: Raupen der Gespinstmotte, die Pflanzen nahezu kahl fressen. 

Wer in Parks und Gärten oder in der freien Landschaft gespenstisch anmutende Gehölze entdeckt, muss sich keine Sorgen machen – weder um die Pflanzen noch um die eigene Gesundheit. Unbedenkliche Gespinstmotten sorgen derzeit für grausilbrig verhüllte Bäume und Sträucher. Das teilt das Umweltamt der Stadt Dortmund mit.

Keine gesundheitsbeeinträchtigenden Eichenprozessionsspinner

Besorgte Dortmunderinnen und Dortmunder wenden sich in letzter Zeit verstärkt an das Umweltamt und den Grünen Fachbereich beim Tiefbauamt mit Hinweisen auf grausilbrig verhüllte Bäume und Sträucher. Die Angst vor gesundheitsbeeinträchtigenden Eichenprozessionsspinnern (die feinen Härchen der Raupen lösen starke Allergien aus) ist jedoch unbegründet, denn diese wurden in Dortmund noch nicht beobachtet.

Die Ursache für die gespenstisch verhüllten Bäume und Sträucher ist eine Mottenart, deren Raupen durch massives Auftreten die befallenen Pflanzen nahezu kahlfressen. Um sich selbst vor Fressfeinden zu schützen, spinnen sich die gelblichen, mit dunklen Punkten gezeichneten, meist in Kolonien auftretenden Larven der Gespinstmotte ein.

Besonders häufig werden die heimische Traubenkirsche, Schlehe und gelegentlich auch andere Kirschen als Wirtspflanze von den Gespinstmotten aufgesucht. Auch Pfaffenhütchen und Faulbaum und sogar Apfelbäume und Birken können betroffen sein.

Gespinstmotten-Arten haben sich jeweils auf wenige Wirtspflanzen spezialisiert

Spinnen sich zum Schutz gegen Feinde ein: Raupen der Gespinstmotte, die befallene Pflanzen nahezu kahl fressen. Foto: Umweltamt/Stadt Dortmund

Raupen der Gespinstmotte fressen befallene Pflanzen nahezu kahl. Fotos: Umweltamt Dortmund

Dabei handelt es sich um verschiedene Gespinstmotten-Arten, die sich jeweils auf wenige Wirtspflanzen spezialisiert haben. Die betroffenen Sträucher reagieren auf die Attacken der Raupen mit einem Neuaustrieb im Juni und ersetzen so einen Großteil der verlorenen Blattmasse.

Eine Bekämpfung der Gespinstmottenlarven ist durch die silbrigen Gespinste nicht möglich. Im Klein- und Hausgarten empfiehlt sich noch das Herausschneiden einzelner Nester, womit der Befall zumindest eingedämmt werden kann. In der freien Landschaft und den Grünanlagen der Stadt hingegen ist rund drei Wochen nachdem die Larven ihren Kahlfraß beendet haben, an den meisten der befallenen Gehölze schon ein kräftiger frischer Neuaustrieb festzustellen.

Positiver Nebeneffekt des Raupenbefalls ist ein reich gedeckter Tisch für einzelne heimische Tierarten. Denn die kleinen Puppen und frisch geschlüpften jungen Motten stellen eine reichhaltige Nahrungsquelle dar.

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