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Trotz positiver Entwicklung: Handwerkskammer Dortmund und Verwaltungsvorstand sehen Verbesserungsbedarf bei Förderung

Die Einfahrt in die Umweltzone ist nur noch mit der grünen Plakette erlaubt. Foto: Alex Völkel

Viele Handwerker haben in ihre Fahrzeuge investiert. Doch auch „grünen Dieseln“ könnten Fahrverbote drohen.

Von Mira Kossakowski

Das Handwerk in Dortmund entwickelt sich positiv und trägt einen wichtigen Teil zur Stadtentwicklung bei. Dennoch ist die Handwerkskammer Dortmund  gemeinsam mit dem Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund zu dem Ergebnis gekommen, das Handwerk in einigen Bereichen verstärkt gefördert werden soll.

Handwerk in Dortmund setzt sich für Auszubildende ein – mit großem Erfolg

„Dortmund ist ohne Handwerk undenkbar“, kommentiert Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit einem Blick auf die Zahlen. 4000 Betriebe, 32.000 Beschäftigte und etwa drei Milliarden Euro Umsatz zeigen, wie wichtig die handwerklichen Betriebe für die Stadt sind.

Mit einem leichten Zuwachs von einem Prozent entwickelt sich das Handwerk konstant. Auch dank des Konjunkturpaketes II ist es zu einem wichtigen Innovationstreiber in Dortmund geworden.

Zusätzlich setzt die Handwerkskammer sich für unterschiedliche Projekte ein. So sollen Handwerksberufe für Frauen attraktiver gemacht werden und auch Menschen mit Behinderung oder Geflüchtete werden zunehmend in Betriebe integriert. Aus drei verschiedenen Projekten konnten so nun schon 60 junge Menschen eine Ausbildung beginnen.

Allerdings waren einige dieser jungen Menschen zu einem Abbruch der Ausbildung gezwungen, da sie durch Regelungen im Sozialgesetzbuch keinen Förderungsanspruch mehr hatten. Hier sieht die Handwerkskammer den Gesetzgeber in der Pflicht, Missstände zu beheben.

Trotz allem herrscht Verbesserungsbedarf – vor allem das Baugewerbe muss verändert werden

Der Dortmunder Handwerks-Präsident Berthold Schröder mit OB Ullich Sierau. Fotos. Alex Völkel

Der Dortmunder Handwerks-Präsident Berthold Schröder mit OB Ullich Sierau. Fotos: Alex Völkel

Auch in vielen anderen Bereichen gibt es Verbesserungsbedarf – deshalb wollen Handwerkskammer und Verwaltungsrat in Zukunft zusammen daran arbeiten, auch an den Gesetzgeber Anliegen heranzutragen.

Vor allem soll das lokale Handwerk gefördert werden, indem Betriebe stärker dazu aufgefordert werden, auch an Ausschreibungen teilzunehmen. Hier scheitert es unter anderem an digitalen Infrastrukturen. Um dieses Problem zu lösen, bedarf es einerseits einer besseren Aufklärung, aber auch geringerer bürokratischer Hürden.

Besonders das Baugewerbe bereitet der Handwerkskammer Sorgen. Durch eine starke Zunahme an Subunternehmen kann die Qualitätssicherung nicht mehr ausreichend gewährleistet werden, auch die Löhne für Arbeitnehmer sinken. Hinzu kommt der hohe Investitionshaushalt der Stadt Dortmund, sodass handwerkliche Betriebe Projekte nur langsam abarbeiten können.

Auch hier sollen die Betriebe dazu angeregt werden, nicht vor Ausschreiben zurückzuschrecken und sich stärker zu beteiligen.

Handwerkskammer spricht sich gegen das vieldiskutierte Dieselfahrverbot aus

„Wir sehen durch Fahrverbote die Versorgung der Bevölkerung gefährdet“, sagt Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund. Damit ist das drohende Dieselfahrverbot gemeint, das zur Reduktion der Stickstoffdioxidbelastung beitragen soll.

Bereits die Einführung der Umweltzonen führte dazu, dass viele Fahrzeuge ausgetauscht werden mussten – eine erneute Umstellung wäre finanziell derzeit für viele Betriebe kaum zu stemmen. Doch auch hier müssen vor allem Bund und Länder agieren – das sieht auch Sierau so: „Die Versäumnisse und Fehler liegen auf einer anderen Ebene.“

Hinzu kommen weitere Maßnahmen, die in Zukunft weiter konkretisiert werden sollen. An der Ardeystraße, wo sich auch der Sitz der Handwerkskammer Dortmund befindet, soll ein neues Parkhaus gebaut werden, zusätzlich soll die Handwerkkammer besser ausgeschildert sein. Auch Pläne für eine Lernfabrik werden weiterhin diskutiert. Davon profitiert nicht nur das Handwerk – auch die Stadt Dortmund gewinnt durch stärkere Betriebe.

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