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Theater Dortmund stellt neuen Spielplan für 2017/2018 vor – Zuschauerzahl steigt – Abschied von zwei führenden Köpfen

Mahlers 8. Sinfonie mit 330 Mitwirkenden bringt GMD Gabriel Felz und seine Musiker auf Bühne.

Mahlers 8. Sinfonie mit 330 Mitwirkenden bringt GMD Gabriel Felz auf Bühne. Foto: Magdalena Spinn

Von Joachim vom Brocke

Für zwei leitende Theatermitarbeiter war es die letzte Vorstellung des Programms der neuen Spielzeit am Dortmunder Haus. Geschäftsführende Direktorin Bettina Pesch, seit 2006 in Dortmund, wechselt zum Ende der Spielzeit als Verwaltungsdirektorin sowie stellvertretende Generalintendantin ans Theater Magdeburg.

Das Theater in Dortmund ist beliebt: Die Auslastung lag bei 76,2 Prozent

Opernintendant Jens Daniel Herzog packt ebenfalls bald seine Koffer und wird im Herbst 2018 als Staatsintendant am Nürnberger Staatstheater tätig sein. Mit einer Gala „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“ verabschiedet sich am 17. Februar 2018 ein beim Publikum ganz besonders beliebter Künstler: Kammersänger Hannes Brock, seit 1992/93 Mitglied des Opernensembles, der in ganz vielen unterschiedlichen Rollen glänzte.

Insgesamt zog Bettina Pesch zunächst eine zufriedenstellende Bilanz: die Auslastung lag bei 76,2 Prozent, davor bei 73,1 – eine recht deutlicher Zugewinn. Die insgesamt 238 330 BesucherInnen sorgten auf der Einnahmenseite für 4,29 Millionen Euro in allen Sparten.

Der Umbau des Schauspiels, einschließlich der Handwerkerräume, werde zum Ende des Kalenderjahres abgeschlossen sein, kündigte Pesch an. In der Sommerpause könne nach und nach der Rückzug von der Außenspielstätte im Hörder Megastore vollzogen werden.

Präsentierten den neuen Spielplan des Theater Dortmund: Andreas Kalouti (Pressesprecher), Bettina Pesch (Geschäftsführende Direktorin), Jens-Daniel Herzog (Opernintendant), Xin Peng Wang (Ballettdirektor), Gabriel Felz (Generalmusikdirektor), Kay Voges (Intendant Schauspiel), Andreas Gruhn (Direktor Kinder- und Jugendtheater), Martin Lizan (Verwaltungsdirektor). Foto: Joachim vom Brocke

(v.re.): Andreas Kalouti (Sprecher), Bettina Pesch (Direktorin), Jens-Daniel Herzog (Opernintendant), Xin Peng Wang (Ballettdirektor), Gabriel Felz (Generalmusikdirektor), Kay Voges (Intendant Schauspiel), Andreas Gruhn (KJT-Direktor), Martin Lizan (Verwaltungsdirektor). Foto: Joachim vom Brocke

„Nabucco“ als letzte Inszenierung von Jens Daniel Herzog – Mozarts „Zauberflöte“ noch acht Mal zu sehen

Bevor der Opernintendant nach Nürnberg geht, hinterlässt er am Dortmunder Haus noch eine Abschiedsinszenierung: „Nabucco“ von Giuseppe Verdi. Premiere ist am 10. März 2018.

Nimmt Abschied von der Bühne: Kammersänger Hannes Brock, hier in einer Operettengala. (Foto: Theater)

Nimmt Abschied von der Bühne: Kammersänger Hannes Brock, hier in einer Operettengala. (Foto: Theater)

Weiter neu auf dem Spielplan: „Arabella“, lyrische Komödie von Richard Strauss (ab 24. September 2017), das Musical „Hairspray“ von Marc Chaiman (ab 21. Oktober 2017), „Eugen Onegin“, lyrische Szenen von Peter Tschaikowsky (ab 2. Dezember 2017), „Frau Luna“, Operette von Paul Lincke (ab 13. Januar 2018) und „Die Schneekönigin“, Familienoper von Felix Lange (ab 8. April 2018), eine Übernahme von der Rheinoper Düsseldorf.

Bei der Jungen Oper gibt es den Songzyklus „Wunderland“ von Anno Schreier (ab 22. Oktober 2017) und die Berliner Erfolgsrevue „Linie 1“ (ab 21. April 2018) zu erleben. Noch einmal acht weitere Vorstellungen von Mozarts „Zauberflöte“ stehen wegen anhaltender Nachfrage auf dem Spielplan (ab 20. Januar 2018), und das Melodrama „La Traviata“ von Giuseppe Verdi (ab 6. Oktober 2017).

Wegen des großen Erfolges im letzten Jahr wieder aufgelegt die Cityring-Konzerte auf dem Friedensplatz. Einmal am 1. September 2017 mit der „Sommernacht der Oper“ und am 3. September 2017 mit der Musicalgala „ A Night full of Stars“. „Addio Dortmund“ heißt es schließlich am 15. Juni 2018 – zur Abschiedsgala mit Jens Daniel Herzog und dem Ensemble.

Dortmunder Ballett-Compagnie bietet tänzerische Höchstleistungen

Faust II - Erlösung von Xin Peng Wang kommt beim Ballett als Wiederaufnahme auf den Spielplan.

Faust II – Erlösung von Xin Peng Wang kommt beim Ballett als Wiederaufnahme auf den Spielplan.

Tänzerische Höchstleistungen verspricht Ballettchef Xin Peng Wang mit seiner Compagnie. Zwei Premieren werden von ihm vorbereitet. Einmal Rachmaninow | Tschaikowsky als Uraufführung am 11. November 2017, bei der Xin Peng Wang einen Blick hinter die Kulissen der Kunst wagen wird.

Außerdem „Alice“ von Maure Bigonzetti nach Lewis Carrolls „Alice’s Adventures in Wonderland“ (ab 10. Februar 2018). Wieder aufgenommen wird „Der Nussknacker“ (ab 8. Dezember 2017) und „Faust II – Erlösung!“ (ab 26. Mai 2018).

Auf namhafte TänzerInnen aus dem In- und Ausland, so kündigte der Ballettchef an, dürfen sich die Ballettfreunde bei den Internationalen Ballettgalas am 30. September / 2. Oktober 2017 sowie am 30. Juni / 1. Juli 2018 freuen. Zudem gibt es eine Tanzreise mit dem NRW Juniorballett, benannt „Trans Europe Express“.

Philharmoniker mit prall gefülltem Kalender

Welten_Klang_Räume bei den Philharmonikern. Neben zehn Konzertabende im Konzerthaus sticht am 3./4. Juli 2018 himmel_reich besonders hervor. Zu hören und zu erleben gibt es dann Gustav Mahlers 8. Sinfonie „Sinfonie der Tausend“ mit insgesamt über 300 Mitwirkenden.

„Ein Fixstern im NRW-Orchesterleben“, davon ist GMD Gabriel Feltz schon jetzt überzeugt. Vier Abende in der Reihe „Wiener Klassik“ gibt es zu hören, zudem ein Stummfilmkonzert, Kaffeehauskonzerte, Video Game Music und das immer beliebte Neujahrskonzert. Titel diesmal „Ode an die Freude“ mit Solisten, Opernchor und Jugendkonzertchor der Chorakademie sowie viele weitere Angebote für jüngere oder ältere Musikfreunde.

Das Schauspiel freut sich auf bevorstehenden Auszug aus dem Megastore

In Wiederaufnahme zu erleben: "Trump" vom Schauspiel Dortmund.

In Wiederaufnahme zu erleben: „Trump“ vom Schauspiel Dortmund. Foto: Theater

Nach einem „aufregenden Jahr“ mit „Widrigkeiten und einer Menge Kälte“ freut sich Schauspiel-Intendant Kay Voges darauf, endlich ins renovierte Haus ziehen zu können. Im Sommer wird das Schauspiel-Ensemble noch ein eingeschränktes Programm fahren und den Umzug vom Megastore bewältigen müssen.

Doch der Termin für die erste Premiere im Schauspielhaus steht: am 16. Dezember 2017 mit den Klassikern „Biedermann und die Brandstifter / Fahrenheit 451“ von Max Frisch und Ray Bradbury. Die Attraktivität des Dortmunder Schauspiels hat sich längst in der Szene herumgesprochen, freut sich Kay Voges. Drei der zehn besten Regisseure möchten mit dem Ensemble inszenieren.

Besondere Highlights: die Uraufführung „Das Internat“ von Ersan Mondtag und Alexander Kerlin (ab 9. Februar 2018), die „Schöpfung“ nach Joseph Hadyn (ab 7. April 2018) oder „Die Kassierer und Die Drei von der Punkstelle“, eine Punk-Operette, (ab 26. Mai 2018).

Projekt mit Geflüchteten im Kinder- und Jugendtheater KJT

Zahlreiche Premieren sind im Kinder- und Jugendtheater geplant. So kündigte KJT-Direktor Andreas Gruhn unter anderem ein Projekt mit Geflüchteten: „Integration Baby!“ (ab 25. Mai 2018) an. Als Weihnachtsmärchen wartet auf den Theaternachwuchs diesmal „Der gestiefelte Kater“ (ab 10. November 2017). „Tschick“ oder „Zuckeralarm“ stehen weiterhin auf dem Spielplan.

Mehr Informationen:

  • Das 200 Seiten dicke Programmheft mit allen Details gibt es kostenlos am Theater, bei der Stadt im Rathaus sowie weiteren öffentlichen Stellen wie Stadtbücherei oder VHS.
  •  Der Vorverkauf beginnt für alle zu diesem Zeitpunkt bekannten Termine am 4. Juli 2017 um 10 Uhr. Für Abonnenten bereits am 20. Juni 2017.
  • Die Buchung von Abonnements ist ab sofort möglich.
  • www.theaterdo.de

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