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„Sunrise“-Projekt: „Komm, wir schreiben (ne) Geschichte“ – Jugendliche aus Dortmund und der Weg zum Coming out

Schrieben „ihre“ Geschichte auf: Verena, Lisa, Dan und Miriam. Foto: Joachim vom Brocke

Schrieben „ihre“ Geschichte auf: Verena, Lisa, Dan und Miriam. Foto: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

„Komm, wir schreiben (ne) Geschichte“ hatten sich Jugendliche aus dem Sunrise, der Jugendbildungs- und Beratungseinrichtung für Schule, Leben, Bisexuelle und Transgender, vorgenommen. Verena Haase (22), die auch das Projekt übernommen hatte, Lisa Brockhoff (20), Dan Dietrich (20) und Miriam Wellen (20) und ein paar weitere Sunrise-Besucher, die aus persönlichen Gründen nicht namentlich genannt werden möchten, machten sich im August 2015 an die Arbeit.

Niemand weiß, wer was und bis wohin geschrieben hat

Sie hatten sich vorgenommen, eine fortlaufende Geschichte zum Coming Out zu schreiben. Jeder hat dabei die bisherige Geschichte erhalten und den weiteren Teil  so geschrieben, dass im Nachhinein nicht mehr zu erkennen ist, wer, was und bis wohin geschrieben wurde. Schon nach den ersten handschriftlichen Seiten entwickelte sich ein roter Faden.

Alles dreht sich um Gefühle, Freundschaft und Familie

In den Geschichten dreht sich alles um Gefühle, Freundschaft und Familie. Wie im richtigen Leben gibt es spannende und unvorhersehbare Momente, machmal auch Drama und Streit.

Die queeren Jugendlichen haben aus ganz unterschiedlichen Perspektiven aufgeschrieben, welchen schwierigen und welchen wundervollen Momenten sie im Laufe ihres Coming out, des öffentlich zu machen, schwul zu sein.

„Es ist auch viel Fiktion dabei“, sagt Verena Haase, „doch wer fest an sich glaubt, bekommt die Chance auf ein Happy End“.

Alles steht auf fünf Roll Ups und in einem Heft

Entstanden sind fünf Roll-Ups, auf denen die Coming-Out-Geschichte zu lesen ist und auf denen die Zeichnungen der Charaktere zu sehen sind. Darüber hinaus gibt es Hefte mit der kompletten Geschichte, die kostenlos mitgenommen werden können. Das Projekt wurde vom Landesjugendamt gefördert.

Demnächst wollen die Jugendlichen die großformatigen Roll-Ups in anderen Jugendclubs oder Schulen vorstellen. Auch auf dem Dortmunder CSD ist Sunrise vertreten und möchte Interessierten das  Projekt vorstellen.

Mehr Informationen:

  • Sunrise im Fritz-Henßler-Haus ist seit 2008 eine Jugendbildungs- und Beratungseinrichtung des SLADO e.V.
  • Hier treffen sich Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transidente bis 23 Jahre zum kennenlernen. Darüber hinaus gibt es ebenfalls Gesprächsrunden für Eltern.
  • Im Internet: www.sunrise-dortmund.de

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