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Stüdemann rudert zurück: Dortmunder Schauspiel zieht früher als geplant ins neu renovierte Haus am Hiltropwall zurück

Noch bis diesen Sommer bleibt der Mega-Store in Hörde Spielstätte. Dann wird umgezogen und ab Dezember wieder am Hiltropwall gespielt.

Noch bis diesen Sommer bleibt der Megastore in Hörde Spielstätte. Ab Dezember wieder am Hiltropwall gespielt.

Von Joachim vom Brocke

Die Rückkehr des Schauspielhauses aus dem Megastore in Hörde, einem früheren Lager der BVB-Fanshops, in die Dortmunder City geht nun doch schneller. Jörg Stüdemann, Stadtdirektor und Kulturdezernent, gab einen neuen Plan bekannt: „Zum 1. August geht es zurück an den alten Standort am Hiltropwall“. Noch vor zehn Tagen hatte Stüdemann angekündigt, dass auch die gesamte nächste Spielzeit unter widrigen Umständen in Hörde stattfinden müsse. Nicht zuletzt wegen des Drucks aus Reihen der SchauspielerInnen und Beschäftigten wird dies nun nicht passieren.

Mietvertrag mit dem Megastore in Hörde läuft noch bis Februar 2018

Noch bis diesen Sommer bleibt der Mega-Store in Hörde Spielstätte. Dann wird umgezogen und ab Dezember wieder am Hiltropwall gespielt.

Noch bis zum Sommer bleibt der Megastore Spielstätte. Ab Dezember wieder am Hiltropwall gespielt.

Dennoch müssen die Fans des vielfach ausgezeichneten Schauspielhauses und alle Mitwirkenden noch eine so genannte Rumpfspielzeit im Megastore verkraften. Spielpause ist ab dem 22. Oktober 2017. Die erste Premiere im dann völlig umgebauten Haus soll am 16. Dezember 2017, an einem Samstag, über die Bühne gehen.

Der Mietvertrag mit dem Megastore bleibt statt bis Sommer 2018 noch bis Februar 2018 bestehen, um den Umzug der Kulissen und des umfangreichen technischen Equipments in aller Ruhe erledigen zu können. Ein eigens gebildetes Umzugsteam soll die Details klären und abstimmen.

Zusätzlich ist für den Megastore noch ein kleines „Notprogramm“ vorgesehen mit mehr Sanitärcontainern sowie einer besseren Lösung für Heizung und Lüftung: „Alles aber für kleinere Beträge“, sagte Stüdemann.

Bauausführende Firmen bemühen sich um Verkürzung

Vorausgegangen waren zahlreiche Gespräche mit den bauausführenden Firmen am Theater. Geschäftsführende Theaterdirektorin Bettina Pesch: „Wir haben gemeinsam intensiv den Fahrplan überprüft und sind zu dieser Lösung gekommen“.

Nicht zuletzt durch Aufstockung des Personals könnten die zunächst vorgesehenen Zeiten verkürzt werden. Grund für den Verzug der Bauarbeiten am Theater waren Schwierigkeiten und Störungen beim Neubau des Magazins für das Schauspiel.

So waren Bauschutt und unbekannte Kellerreste gefunden worden, die trotz umfangreicher Baugrunduntersuchungen im Vorfeld nicht entdeckt worden waren. Zu mehrfachem Baustillstand führten auch nicht dokumentierte Bestandsleitungen.

Stadtdirektor Jörg Stüdemann dankte Ensemble für ihr Engagement

Informieren über den aktuellen Planungsstand: Schauspieldirektor Kay Voges, Stadtdirektor und Kulturdezernenz Jörg Stüdemann, geschäftsführende Direktorin Bettina Pesch. Fotos: Joachim vom Brocke

Schauspieldirektor Kay Voges,
Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Direktorin Bettina Pesch. Fotos: J.v. Brocke

Darüber hinaus dauerten die Vergabeverfahren für verschiedene Arbeiten länger als geplant. Zu weiteren Verzögerungen kam es, weil für einige Gewerke keine adäquaten Auftragnehmer zur Verfügung standen. Ebenso entstanden Mehrkosten durch Beschleunigungsmaßnahmen bei Rohbauarbeiten.

Gleich mehrfach dankte Kulturdezernent Jörg Stüdemann Schauspieldirektor Kay Voges und dem gesamten Ensemble für die erbrachten Leistungen: „Die Produktionen im Megastore haben trotz der unerträglichen Zustände für sehr viel Furore gesorgt“.

So habe es beispielsweise im Raum für die Maske kein Waschbecken mit fließendem Wasser gegeben. Eine Fortführung des Schauspielbetriebes im Megastore sei unter einer Investition „von mindestens 1,6 Millionen Euro“ nicht möglich gewesen, klärte Stüdemann auf. Hinzu komme, dass die Eigentümer keinen größeren Veränderungen am Objekt zugestimmt hätten.

Schauspielerteam fand „Abenteuer Megastore“ zunächst spannend

Trotz erheblicher Behinderungen im zum Schauspielhaus umgewandelten Mega-Store in Hörde wurden 2016 drei wichtige Preise geholt.

Trotz erheblicher Behinderungen im 
Megastore wurden 2016 drei wichtige Preise geholt.

Schauspieldirektor Kay Voges kommentierte die neuen Ereignisse so: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“. Mit sehr viel Elan sei das Schauspielteam in das „Abenteuer Megastore“ gestartet. „Die Mehrzahl fand es spannend, Theater in einer Lagerhalle zu machen“, sagte Voges.

Doch man habe nicht mit den erheblichen Verzögerungen gerechnet – allenfalls ein halbes Jahr. Der Schauspielchef geht davon aus, dass es zur Eröffnung am 16. Dezember eine Premiere geben wird: „Was das sein wird, verrate ich aber noch nicht“.

Kay Voges hofft, dass die jetzt vorgestellten Planungen passen: „Wir müssen es so machen, ich habe keine Idee mehr“. Zustimmung kam umgehend von Jörg Stüdemann: „Das machen wir auch“.

Im Herbst 1. Pläne für Junge Bühne Westfalen

Diese Sorgen gibt es im Megastore in Hörde: Kein Lager für Kulissen, Kostüme, Requisiten. Keine ausreichende Stromleistung, dadurch weniger Beleuchtung; Scheinwerfer dürfen nicht unter der Decke montiert werden. Die Heizung reicht nicht und macht Lärm. Geringere Einnahmen: in Hörde haben 200 Zuschauer Platz, im Theater 600.

Für die schon länger geplante Junge Bühne Westfalen am Dortmunder Theater gab Jörg Stüdemann bekannt, dass bis Herbst 2017 ein Architektenwettbewerb abgeschlossen werde. Unter anderem ist daran gedacht, hier auch das Kinder- und Jugendtheater, das sich an der Sckellstraße befindet, unterzubringen.

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