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Skaten: Ein Sport-Phänomen mit Kultfaktor wird olympisch – Nordstadt als Mekka für die Szene im Ruhrgebiet

Seit über zehn Jahren ist die ehemaligen Eishalle eon reiner Skatepark.

Seit über zehn Jahren ist die ehemalige Eishalle am Dietrich-Keuning-Haus ein reiner Skatepark. Fotos: Verein

Der Text erschien zuerst in unserer 2. Ausgabe von  „NORD.MAG – Das Nordstadt-Magazin“ 

Für die einen die schönste Form der Bewegung, für die anderen ein Kultfaktor mit immer währender Jugendlichkeit und für wiederum andere ein Szene-Zusammenschluss, der wesentlich mehr zu bieten hat, als ein Stück Holz mit Rollen drunter: Skateboarding oder Skaten. Bis heute ein Phänomen mit Kultfaktor und Trend- wie auch Funsport für alle Generationen.

„Die Skaterszene ist in den letzten Jahren massentauglicher geworden“

In Dortmund ist diese Disziplin seit Langem vor allem mit einem Ort verbunden – der Halle am Dietrich-Keuning-Haus (DKH). Seit über zehn Jahren ist die Sportstätte ein reiner Skatepark, den viele noch als Eisbahn kennen.

Seit dem 1. Februar 2012 ist hier die Skateboardinitiative Dortmund aktiv und betreibt die Halle unter dem Namen „Verein zur Förderung der Jugendkultur Dortmund e.V.“, das ist ein Zusammenschluss von Skateboardern aus dem Raum Dortmund und dem Ruhrgebiet.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Sport und die damit verbundene Kultur in allen Bereichen zu beleben, zu fördern und weiterzuentwickeln. „Die Skaterszene ist in den letzten Jahren massentauglicher geworden“, so Kleppo alias Dennis Klepping, Vorsitzender des Vereins.

„Wir sind etwas weg von der subkulturellen Erscheinung und werden auch in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen“, ergänzt er.

Skateboarding wird 2020 in Tokio erstmals olympische Disziplin

Ein Zeichen dafür ist die steigende gesellschaftliche Toleranz der Szene an sich, wie auch der sportliche Aspekt. So wird im Jahr 2020 Skateboarding erstmals olympische Disziplin in Tokio sein. Dennoch ist man sich hier einig, dass Skaten vor allem ein elementarer Baustein der Jugendkultur und der Mobilität, der sportliche Betätigung und der Freizeitgestaltung ist.

„Skaten ist sicherlich ein Ausdruckssport und auch ein Trendsport, der sich immer wieder neu erfindet“, erklärt Spike Grandt, 2. Vorsitzender. Heutzutage bietet Skateboarding Spaß an der Bewegung, Hingabe, Leidenschaft, Kreativität und ein generationsübergreifendes Miteinander.

Zumal man sich nicht an Trainingszeiten orientieren muss und man sich jederzeit auch den öffentlichen Raum zunutze machen kann. Skaten ist aber auch eigene Kultur. Begriffe wie Flip, Freakout, Kinkrail, Moshen, Tweak und Spin sind Teil einer eigenen Sprache. Dazu gehören noch spezielle musikalische Vorlieben und natürlich die typischen Klamotten.

Facettenreich ist der Sport allemal. Vor allem beweist hierbei die Skateboard Initiative am DKH, dass wirklich jeder in der Skatehalle mitmachen kann – außer BMX-Fahrern und Scootern. Außerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, andere Trendsport zu lernen und zu betreiben, wie Parcours: die Fortbewegung auf Beinen und Armen, mit Überschlägen und Sprüngen über sämtliche Hindernisse hinweg.

Es gibt in der Nordstadt auch Angebote für Rollstuhl-FahrerInnen

David Lebuser, er wurde WM-Dritter in den USA, ist der deutsche Pionier dieser weltweiten Bewegung.

David Lebuser ist der deutsche Pionier dieser weltweiten Bewegung. Foto: Kai Stiepermann/ Verein

Auch das WCMX zählt dazu. WheelchairMX ist die Bezeichnung für den Sport, bei dem Rollstuhlfahrer im Skatepark fahren. David Lebuser, er wurde WM-Dritter in den USA, ist der deutsche Pionier dieser weltweiten Bewegung und hat mittlerweile seine Heimat und den Trainingsmittelpunkt in der Nordstadt.

Er hat am DKH ein Angebot geschaffen, das aus dem gesamten Bundesgebiet die Rollstuhlsportler anzieht. Neben dem monatlichen WCMX-Treff gibt es auch spezielle Workshops und Dortmund ist mittlerweile das deutschlandweite Epizentrum dieser Bewegung.

Was die Reichweite der einzigen Skatehalle im Ruhrgebiet generell angeht, so sind es vor allem die beiden jährlich stattfindenden Wettbewerbe, die weit über die Stadtgrenzen hinaus die Skater in die Nordstadt ziehen. Hierbei ist es vor allem der Bajohr Cup, benannt nach Klaus Bajohr, der mit seinen jungen 70 Jahren weiterhin die gute Seele der Halle und der Skater ist. Für diesen Contest kommen Teilnehmer aus vielen europäischen Ländern nach Dortmund und kämpfen um die Preisgelder.

Der Knusper-Cup mit Contest und Afterskate-Konzert ist mehr auf den Spaß ausgelegt und findet als kleineres Format bundesweit Anklang. Eins muss man auch noch wissen: die Halle wird jedes Jahr aufs Neue verändert. Module werden den neuen Trends und Wünschen angepasst, wobei jede Rampe in der Halle selbst gebaut und ein Unikat ist. Ach ja, ein paar Angebote darf man aber auch nicht vergessen. Dazu zählt auf jeden Fall die „Mädels Session“. Diese findet an jedem zweiten Samstag in Zusammenarbeit mit GörlsRocknRoll statt und ist ein spezielles Angebot an Teilnehmerinnen jeglichen Alters und Könnens.

Zubehör kann ausgeliehen werden – Sommerskateschule beim „Sommer am U“

Auch hier gilt generell wie bei allen anderen Angeboten, dass man sich Skateboards, Schoner und Helme ausleihen kann. „Jeder der Bock hat, kann einfach mal vorbeikommen“, so Kleppo. Das gilt auch für die Aktionen und Festivals außerhalb der Skatehalle.

Beim „Sommer am U“ (Juni bis August) wird in Kooperation mit dem Jugendamt und den Urbanisten ein Skateparcour aufgebaut und jeden Donnerstag und Sonntag wird zwischen 12.30 und 15 Uhr eine Sommerskateschule angeboten.

Während dessen ist auch die mobile Minirampe mehrfach auf Reisen: der nächste Termin ist am 26. August am U-Turm. Also – einfach mal vorbei kommen und aufs Brett steigen!

Von Gerhard Schwarzdorn

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Mehr Informationen:

Verein zur Förderung der Jugendkultur Dortmund e.V. | Leopoldstr. 50 – 58, 44147 Dortmund | Email: info@skateboard-initiative-dortmund.de | Tel.: 0231/50 25 147 || Öffnungszeiten: Di 16-22h, Mi 15-20h, Do 16-22h, Fr 15-21h, Sa 14-20h, So 14-20h || Wöchentliche Angebote: Skateschule für Anfänger Sonntag 11:30-14h / Skateschule für Fortgeschrittene Montag, 16:30-19h / Mitglieder-Session: Montag 19-21h / Old-Dogs-Session (Ü-30) Mittwoch, 20-22h || Monatliche Angebote: WCMX-Treff jeden 2. Samstag im Monat: 13-15h, Mädels-Session jeden 2. Samstag im Monat: 20-23h || Eintrittsreise: Kinder (bis 14) 1,00 €, Jugendliche (14 -17) 1,50 €, Erwachsene (ab 18) / Parcours (dienstags, von 16-18h Kindertraining 10-13 Jahre und von 18-20h Teens und Erwachsene ab 14 Jahren) 2,50 € || www.skateboard-initiative-dortmund.de

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