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Sehenswerte Fotoausstellung von Pieter Hugo im MKK Dortmund: „Between the Devil and the Deep Blue Sea“

ABDULLAHI MOHAMMED WITH MAINASARA, LAGOS, NIGERIA, AUS DER SERIE „THE HYENA & OTHER MEN”, 2005-2007

Abdullahi Mohammed mit Mainasara in Lagos (Nigeria) aus der Serie  „Die Hyänen und andere Männer“ (2005-2007)

Von Gerd Wüsthoff

Eine sehenswerte Ausstellung ist am heutigen Freitagabend (24. 11.2017) im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in Dortmund eröffnet worden. Der Südafrikaner Pieter Hugo zeigt dort „Between the Devil and the Deep Blue Sea“. Der im Oktober 1976 in Johannesburg geborene Fotograf befasst sich in seiner Arbeit hauptsächlich mit Portraits und Dokumentationen aus seiner Heimat Südafrika, USA, China und Afrika – Ghana, Rwanda, Nigeria. „Es sind die Dissonanzen, die mich antreiben“, sagt Hugo.

International beachteter und gefragter Fotograf stellt in Dortmund aus

Pieter Hugo in Dortmund. Foto: Roland Klecker/ dofoto.de

Pieter Hugo in Dortmund. Foto: Roland Klecker/ dofoto.de

Pieter Hugo, vielfach mit Preisen ausgezeichnet, lebt mit seiner Familie und arbeitet in einem Loft in Kapstadt mit Blick auf das Wahrzeichen von Kapstadt, den Tafelberg. Die Fotoarbeiten von Hugo sind bebilderte Reportagen. Eindrücklich, unter die Haut gehend und durch ihre Dimensionen alleine tiefe Eindrücke hinterlassend. Was trennt, was verbindet uns? Diese Fragestellung treibt Hugo in seinen Arbeiten an.

Der Südafrikaner hatte bereits große Einzelausstellungen in The Hague Museum of Photography, Musée de l’Elysée in Lausanne, Ludwig Museum in Budapest, Fotografiska in Stockholm, dem MAXXI in Rome, im Institute of Modern Art Brisbane und Kunstmuseum Wolfsburg. Und es ist genau diese Ausstellung, welche nun hier in Dortmund im Museum für Kunst und Kulturgeschichte vom 25. November 2017 bis zum 15. Mai 2018 zu sehen ist.

Neben diesen Ausstellungen war Hugo war er an zahlreichen Gruppenausstellungen beteiligt, so in der Tate Modern, dem Folkwang Museum, der Fundação Calouste Gulbenkian, und zur São Paulo Bienal in Brasilien. Seine Arbeiten sind sowohl in privaten Sammlungen von Rang zu finden, wie auch in großen Museen für moderne Kunst und Fotografie.

Der Fotograf lässt seinen Models in jeder Situation ihre Würde

Pieter Hugo inszeniert seine Fotografien, was in einer Videoinstallation in der Ausstellung zu beobachten ist. Minutenlang stehen seine Modelle, Menschen von der Straße, in ihrer Pose, angespannt, und erst in dem Moment als sie die Geduld zu verlieren scheinen und sich dabei öffnen schießt Pieter Hugo sein Foto.

Dabei lässt er seinen Models in jeder Situation ihre Würde, selbst wenn Hugo einen jungen Mann mitten in den surreal wirkenden Abfallhalden von Agbogbloshie, nahe Accra, Ghana, ablichtet. Dort bei Accra landet der größte Teil des modernen Elektroschrottes, welcher von den dort lebenden Menschen so weit es geht recycelt wird – moderne Jäger und Sammler. Es ist diese Diskrepanz zwischen Tradition und Moderne, welche sich wie eine roter Faden durch seine Fotoarbeiten zieht.

„1994 war ein wichtiges Jahr für mich. Ich war fertig mit der Schule und ging von zu Hause weg. In den ersten demokratischen Wahlen Südafrikas wurde nach Jahrzehnten der Apartheid Nelson Mandela zum Präsidenten gewählt. Es war auch das Jahr des Völkermordes in Ruanda, ein Ereignis, das mich sehr erschütterte. Zehn Jahre später sollte ich seine Nachwirkungen fotografieren und über sein Vermächtnis rätseln“, sagt Pieter Hugo.

Berührende Fotografien: Menschen und ihre Emotionen aus einem geschundenen Kontinent 

DAVID AKORE, AGBOGBLOSHIE MARKET, ACCRA, GHANA, AUS DER SERIE „PERMANENT ERROR”, 2009-2010

David Akore, Agbogbloshie Market in Accra (Ghana) – aus der Serie „Permanent Error”. (2009-2010)

Es sind nicht nur diese Fotografieren, die berühren, unter die Haut gehen, sondern auch solche die Menschen und ihre Emotionen in einem geschundenen Kontinent zeigen, zerrissen zwischen Tradition und Moderne. Dieses gilt auch für seine Fotos von weißen Südafrikanern, welche nicht auf der Sonnenseite des neuen demokratischen Südafrika leben – Hugo dokumentiert auch sie mit Würde.

Die Ausstellung in Dortmund zeigt verschiedene Fotoarbeiten und Serien von Hugo – „1994“, „Rwanda 2004: Vestiges of a Genocide“, „Looking Aside“, „Kin“, „The Hyena & Other Men“, „Permanent Error“, „There´s a Place in Hell for Me and My Friends“ und „Nollywood“. Mit „The Hyena & Other Men“ wurde Hugo international bekannt.

„Nollywood“ zeigt die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft Südafrikas. „Califonian Wildflowers“ ist die einzige Serie in Hugos Fotoarbeiten, welche eher journalistische Fotografie repräsentiert.

Auch Videos sind in der Ausstellung im MKK zu sehen. Foto: Roland Klecker/ dofoto.de

Auch Videos sind in der Ausstellung im MKK zu sehen. Foto: Roland Klecker/ dofoto.de

Weitere Informationen:

  • Pieter Hugo: „Between the Devil and the Deep Blue Sea“ – vom 25. November 2017 bis 13 Mai 2018 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte
  • Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonntag 10 bis 17 Uhr; Donnerstag 10 bis 20 Uhr; Samstag 12 bis 17 Uhr, Montag geschlossen (Feiertage: 24./25./31. Dezember sowie Neujahr geschlossen)
  • Eintrittspreise: Erwachsene (ab 18 Jahren) sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Gruppen ab zehn Personen: pro Person vier Euro (ermäßigt zwei Euro); Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
  • Führungen: Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat um 11.30 Uhr – drei Euro zzgl. Eintritt; Führungen (90 Min). Gruppenpreis 10 bis 20 Personen: 54 Euro zzgl. Eintritt
  • Kontakt: Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastr. 3, 44137 Dortmund, 0231 50-25522 oder 50-25511, mkk@stadtdo.de
  • Ausstellungskatalog – 296 Seiten (24 x 30 cm) – ist entweder im Museumsshop oder im Buchhandel erhältlich: „Between the Devil and the Deep Blue Sea“, Prestel, München 2017, ISBN 978-3-7913-8352-1.

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