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„Rente ist kein Thema für die lange Bank“: DGB in Dortmund informiert auf einer ganz langen Bank vor der Reinoldikirche

 

„Rente muss reichen“ lautet die Kampagne der Gewerkschaften. Foto: Susanne Schulte

„Rente muss reichen“ lautet die DGB-Kampagne – auch und gerade in Wahlzeiten.. Archivfoto: Susanne Schulte

Von Joachim vom Brocke

„Gute Rente ist kein Thema für die lange Bank“. Einen Aktionstag zum Thema Rente organisiert der DGB in der Dortmunder City am Mittwoch, 13. September. Von 12 bis 14 Uhr möchten „auf einer langen, langen Bank vor der Reinoldikirche“, so Jutta Reiter, Vorsitzende des DGB Dortmund-Hellweg, mit den BürgerInnen diskutieren und ins Gespräch kommen.

Langer Weg auch für qualifizierte Beschäftigte

Sie wollen damit noch vor den Bundestagswahlen am 24. September auf einen gebotenen Kurswechsel in der Rentenpolitik aufmerksam machen. Unterstützung kommt u.a. von Michael Bürger (Verdi) und Manfred Sträter (Nahrung, Genuss, Gaststätten NGG).

„Wenn das Rentenniveau weiter wie geplant absinkt, wird es auch für qualifizierte Beschäftigte immer schwieriger, sich eine gesetzliche Rente zu erarbeiten, die über dem Hartz IV-Niveau liegt“. Jutta Reiter machte das an einem Facharbeiter mit einem Jahreseinkommen von 42 000 Euro fest, also einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3500 Euro.

„Wenn dieser Mann 30 Jahre gearbeitet hat, erhält er bei einem Rentenniveau von 43 Prozent monatlich 845 Euro Rente,“ rechnete die DGB-Chefin vor. Jutta Reiter: „Die Grundsicherung liegt aktuell bei 747 Euro, egal ob der Rentner gearbeitet hat oder nicht.“ Beim Niveau aus dem Jahr 2004 würde sich eine monatliche Rente von über 1042 Euro ergeben. Für die Gewerkschaft ist klar: „Es muss ganz schnell was passieren“.

Rentenniveau auf mindestens 50 Prozent anheben – Manche Arbeitgeber locken mit E-Bike oder Handy

Manfred Sträter, Jutta Reiter und Michael Bürger fordern einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Foto: R.J.Mendera

Manfred Sträter, Jutta Reiter und Michael Bürger fordern einen Kurswechsel. Foto: R.J.Mendera

Für Verdi stellte Michael Bürger fest, dass „ein Gegensteuern bei der Rente dringend notwenig“ sei und das Rentenniveau „künftig auf mindestens 50 Prozent angehoben“ werden müsse.

Wichtig dafür sei eine Anhebung der Mindestlöhne (der liegt aktuell bei 8,84 Euro je Stunde) und in der Tarifbindung der Unternehmer. „Etliche Firmenbosse“, bedauerte Bürger, „haben sich aus der Tarifbindung verabschiedet, so dass die erzielten Abschlüsse die Arbeitnehmer sehr oft nicht in vollem Umfang erreichen“.

Über manche Kuriositäten von der Arbeitgeberseite her informierte Manfred Sträter aus dem Dienstleistungsbereich Nahrung, Genuss, Gaststätten: „Da werden neue Mitarbeiter gerne mit kostenlosen E-Bikes oder günstigen Handyverträgen angeworben, für die sie letztlich doch zahlen müssen“. Manche Fälle dieser Art beschäftigen inzwischen die Arbeitsrichter. Für Jutta Reiter ist unumstößlich klar: „Am wichtigsten ist die Stärkung der gesetzlichen Rente“.

Mehr Informationen: 

  • Seine Forderungen will der DGB am Mittwoch, 13. September, von 12 bis 14 Uhr deutlich machen. 
  • Einen Rentenrechner finden Sie unter: www.rente-muss-reichen.de

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