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Reinoldikirche Dortmund erhält Spende über 260.000 Euro von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz und WestLotto

Die Reinoldikirche in der Dortmunder City.

Die Reinoldikirche in der Dortmunder City.

Von Sascha Fijneman

Knapp eine Woche nach dem Tag des offenen Denkmals kann sich eine der Hauptattraktionen über eine großzügige Spendenzuwendung freuen. Die St. Reinoldi Kirche bekommt 260.000 Euro von der Deutschen Denkmalstiftung und WestLotto.

St. Reinoldi ist Wahrzeichen und
Orientierungspunkt für Dortmund

Karin Lehmann vom Ortskuratorium Dortmund der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und Detlef Nagel, Stellvertretender Geschäftsführer der WestLotto GmbH & Co. OHG übergaben den symbolischen Fördervertrag an den Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Ulf Schlüter und Architektin Susanne Kideys.

Dabei ist die Reinoldikirche nicht nur im kirchlich kulturellen Sinne ein förderungswertes Objekt.„Für mich wird hier auch ein Stück Heimat erhalten. Oder können Sie sich die Dortmunder Stadtsilhouette ohne den Glockenturm der St. Reinoldi vorstellen?“, fragt Herzblut-Dortmunderin Karin Lehmann. Die Kirche diene vielen Menschen als Orientierungspunkt und sogar Ortsfremden sei der Begriff meist vertraut.

Durch das zusätzliche Geld können die seit circa acht bis zehn Jahren andauernden Instandhaltungsarbeiten nun in die nächste Phase übergehen. Momentan befinden sie sich in der fünften von insgesamt sechs geplanten Bauabschnitten.

Schwierige Feinarbeit bei der
Restaurierung des Fenstermaßwerks

Ulf Schlüter und Susanne Kideys sind zuversichtlich die Bauarbeiten der fünften Phase in den kommenden Monaten bis Ende des Jahres abschließen zu können. Und das Geld kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn bei den Arbeiten zur Fassadenrestaurierung an der Apsis der St. Reinoldikirche kam es vor etwa einem Jahr zu unvorhergesehenen aber sehr spannenden Hindernissen.

So fand man das Maßwerk des Chors in außergewöhnlich schlechtem, brüchigem Zustand vor. Mit Maßwerk bezeichnen die Experten die steinernen Rahmen der Fenster. Es blieb keine andere Wahl, als diese komplett auszubauen. Dann beginnt eine regelrechte Puzzlearbeit, bei der Stein für Stein in einer großen Halle ausgelegt und ausgemessen wird, um das Maßwerk exakt zu rekonstruieren.

Denkmalschutz ist wichtig: Es gilt, das Gedächtnis einer Stadt zu bewahren

Ulf Schlüter, Susanne Kideys, Karin Lehmann und Detlef Nagel bei der Spendenübergabe. Foto: Fijneman

Dies ist eine aufwendige und kostenintensive Prozedur. „Der verbaute Kalksandstein muss aus verschiedenen Steinbrüchen angeliefert werden und für die Steinmetze stellt das Beschlagen der Steine eine große handwerkliche Herausforderung dar.“ erklärt Architektin Susanne Kideys.

Insgesamt sind 70 Prozent des gesamten Maßwerks betroffen und müssen erneuert werden. Zusätzlich sind Glaser, Glasmaler und Spezialisten verschiedener Fachbereiche vonnöten, um etwaige Reparaturen und Zierarbeiten auszuführen. Das Spendengeld deckt nun die hierfür anfallenden Kosten.

„Wir sind sehr dankbar, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz uns so umfangreich unterstützt. Das Engagement der Stiftung macht deutlich, welche historische Bedeutung Kirchen wie St. Reinoldi haben“, so Schlüter. Angesichts dessen sei es enorm wichtig, das Gedächtnis einer Stadt zu bewahren.

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