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Rat entscheidet Donnerstag über Westbad-Neubau: BV I-West votiert für Dorstfeld, Fachausschüsse für Wischlingen

Das Hallenbad in Dorstfeld ist dringend sanierungsbedürftig und soll abgerissen werden.

Das Hallenbad in Dorstfeld ist dringend sanierungsbedürftig und soll abgerissen werden. Fotos: A. Völkel

Die Proteste aus Dorstfeld zeigen Wirkung, aber (noch) keinen durchschlagenden Erfolg. Die Bezirksvertretung der Innenstadt-West hatte sich einstimmig gegen den Vorschlag der Verwaltung und damit  für den Erhalt und einen Neubau des Westbades im Dorstfelder Kortental votiert. Doch die Fachausschüsse – zuletzt der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften – votierten mehrheitlich für den Neubau in Wischlingen. Lediglich die Grünen, Linken und Piraten stimmten dagegen.

Bezirksvertretung der Innenstadt-West votierte einstimmig gegen Wischlingen

„Wir empfehlen aus politischen Gründen den Bau in Wischlingen nicht. Für die Dorstfelder wäre dies eine Verschlechterung. Wir sind der Meinung, ein Bau am Kortental ist sinnvoller und lässt die Bevölkerung mit ihren Problemen nicht alleine“, begründete der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze die BV-Entscheidung. Mehr als 8000 Menschen hatten sich für den Erhalt des Bades am bisherigen Standort ausgesprochen.

Doch im Rat und seinen Ausschüssen sind die Mehrheitsverhältnisse anders: SPD, CDU, FDP/Bürgerliste und die AfD empfehlen dort den Neubau am Revierpark in Wischlingen. Und dies offenbar unabhängig von den kalkulierten Baukosten. Denn sowohl die SPD als auch Linke und Piraten haben Ergänzungsanträge gestellt.

Die SPD fordert bei einem Neubau in Wischlingen ein zusätzliches Kleinkindbecken neben dem bereits vorhandenen Becken im Freizeitbau sowie ein Lehrschwimmbecken im Neubau mit Hubboden. Damit sowie ggfs. „weiteren sinnvollen, standortverbessernden sportspezifischen Maßnahmen“ solle insbesondere den Belangen der Vereine und des Schwimmverbandes Rechnung getragen werden.

Forderung: Neubau des Kleinkindbeckens soll unabhängig vom Standort kommen

In den 1970er Jahren wurde das Westbad im Kortental errichtet. Nun steht ein Abriss und Neubau im Raum.

In den 1970er Jahren wurde das Westbad im Kortental errichtet. Nun steht ein Abriss und Neubau im Raum.

Auf das Kleinkindbecken im Neubau des Bades wollen auch Linke und Piraten nicht verzichten – unabhängig vom Standort des Neubaus. Allerdings wollte sich der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften damit nicht befassen, weil diese Zusatzanträge kurzfristig auf die Tagesordnung kamen.

Daher ließen sie diese Anträge auf Bitten der CDU ohne Befassung in den Rat durchlaufen. Am Donnerstag (13. Juli) wird der Rat über die Frage des Neubaus sowie der Zusatzanträge entscheiden.

Revierpark-Chef Bernd Kruse warb erneut für die Entscheidung, den Neubau nach Wischlingen zu bringen: „Egal wie man es rechnet oder dreht, werden Betriebskosten und Einnahmen dort auf jeden Fall positiver ausfallen als bei zwei verschiedenen Standorten.“

Außerdem bringe der Neubau in Wischlingen neue Möglichkeiten: „Durch die Zusammenführung von Sport, Freizeit und Wellness werden wir auch neue Zielgruppen erreichen. Ein solches Angebot haben wir bisher in Dortmund nicht. Damit würden wir ein zukunftsfähiges Bad bekommen“, so Kruse.

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