Nordstadtblogger

Perspektiven für Borsigplatz-Quartier: Wohnungs-Neubau, zusätzliche Arbeitsplätze und Verkehrsentlastung in Sicht

Westfalenhütte, erster Bauabschnitt Garbe-Logistik für Schenker

Die Westfalenhütte soll für Industrie, Wohnungsbau und Umgehungsstraße dienen.

Die Großstädte wachsen – auch Dortmund partizipiert vom Bevölkerungszuzug. Dem entsprechend sind innerstädtische Baugebiete heiß begehrt. Nachdem der Güterbahnhof Ost schon voll bebaut ist, gehen die Projektentwickler nun das Areal des südlichen Güterbahnhofs an. Der nächste große Schritt wird dann die Bebauung der südlichen Spitze des Areals der Westfalenhütte.

Zuzug nach Dortmund macht innerstädtischen Wohnungsneubau nötig – auch auf der Westfalenhütte

Westfalenhütte, erster Bauabschnitt Garbe-Logistik für Schenker

Die Westfalenhütteist wichtig für die Logistikbranche.

„Der Zuwachs in Dortmund geht nicht unerheblich auf das Konto der Nordstadt“, machte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) deutlich.

Doch damit die Menschen in der nördlichen Innenstadt ankommen, sondern auch bleiben, müsse den Menschen adäquater Wohnraum angeboten werden. „Dazu gehören auch Neubauten.“

„Nicht unerhebliche weitere Investitionen“ stellte der OB im Verwaltungsvorstand in Aussicht, wozu auch die Realisierung der Nordspange gehöre. Die Nordspange soll die Nordstadt vom Durchgangsverkehr entlasten und viel Verkehr – vor allem Schwerverkehr – über das riesige Areal der Westfalenhütte führen. Die Nordspange ist auch ein wesentliches Argument in der Strategie zur Bekämpfung der Feinstaubbelastung.

Investoren haben großes Interesse an der Entwicklung des innerstädtischen Wohnungsneubaus

Quartiersanalyse „Borsigplatz-West“

Quartiersanalyse „Borsigplatz-West“

Allerdings sind beide Maßnahmen nicht zu terminieren. Ein Faktor ist natürlich die Bereitschaft von Thyssen Krupp, zeitnah die Flächen zu verkaufen.

An Investoren für die Wohnbebauung mangele es nicht: „Die sind ganz heiß darauf“, betonte Sierau anlässlich der Vorstellung des Abschlussbericht zur Quartiersanalyse „Borsigplatz-West“, die das Amt für Wohnen und Stadterneuerung vorgelegt hatte.

Diese macht Stärken, aber auch viele Schwächen des Areals südlich der Dürener Straße zwischen Bahndamm und Oesterholzstraße deutlich. In diesem Bereich gibt es 2.570 Wohnungen und 4.955 Bewohnerinnen und Bewohner. Es handelt sich um ein überwiegend durch Blockrandbebauung geprägtes und mietpreisgünstiges Wohnquartier mit einem gutem Wohnungsmix.

Handlungsbedarf: Geringe Wohnzufriedenheit und hohe Wegzugsabsicht westlich des Borsigplatzes

Borsigplatz - Ladenlokal Edeka

Die Nahversorgung ist prekär: Das ehemalige Ladenlokal des Edeka am Borsigplatz steht leer.

Der Bericht offenbart Handlungsbedarf: Die Schwächen des untersuchten Bereichs sind vielfältig und führen bei der Bewohnerschaft zu einer insgesamt geringen Wohnzufriedenheit und einer hohen Wegzugsabsicht.

Die zentralen Defizite werden in den Wohnungsleerständen und dem Modernisierungsstau in den Beständen der Einzeleigentümer sowie der schlechten Nahversorgungssituation gesehen.

Allerdings werden die Neubau-Pläne keine Flächen für einen Nahversorger haben. Das Areal wäre schon zu weit außerhalb des eigentlichen Zentrums am Borsigplatz. Dort gibt es aktuell für mehr als 10.000 Anlieger keine größeren Einkaufsmöglichkeiten, nachdem der Edeka und zuletzt auch der Aldi geschlossen hatten. Die Gespräche für eine Reaktivierung der Flächen treten allerdings auf der Stelle.

„Für ein negatives Erscheinungsbild sorgen die Alkohol- und Drogenkranken rund um ihre Treffpunkte und die vielen Graffiti-Schmierereien im Quartier. Letztlich leidet dieser Bereich auch unter dem schlechten Image der Nordstadt, da von außen nicht nach Quartieren differenziert wird“, heißt es in einer Zusammenfassung.

Vielfältige Aktionen laufen bereits – Förderung muss weitergehen

Bürgergarten Kleine Heroldwiese

Der Bürgergarten Kleine Heroldwiese ist ein Projekt des Netzwerks INFamilie. Foto: A. Voelkel

Es wurden vielfältige Handlungsoptionen erarbeitet. Neben der Investition in Bestandsimmobilien und dem weiteren Vorgehen gegen die Drogen- und Trinkerszene gilt es auch, Image verbessernde Aktionen fortzuführen.

Hierzu gehören kleinräumige Veranstaltungen wie zum Beispiel das Kinder- und Familienfest auf der Heroldwiese.

Wichtig für die Zukunft der Nordstadt – und damit auch des Quartiers – ist die Entwicklung eines neuen integrierten Handlungsprogramms als Grundlage für eine weitere Nordstadtförderung durch Land, Bund und EU.

Deutlich wird auch, dass sich die Anstrengungen lohnen: Denn bei der Analyse stellte sich ebenfalls heraus, dass die ÖPNV- und Verkehrsanbindung, die soziale Infrastruktur, starke Wohnungsunternehmen, die Citynähe sowie die zahlreichen und gut vernetzten Akteure vor Ort zu den Stärken zählen.

Stadt will Ausbau der Feuerbeschichtungskapazitäten bei TKS unterstützen

Neue Entwicklungen auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte

Der Betriebsrat drängt auf die Errichtung einer zweiten Feuerbeschichtungsanlage auf der Westfalenhütte.

Bei allen Entwicklungen will die Stadt allerdings nicht die Entwicklung der Gewerbeflächen vergessen. 45 Hektar der Westfalenhütte sind ja bereits für die Logistikbranche entwickelt worden.

Aber auch die Westfalenhütte, also Thyssen Krupp Steel Europe, soll dort weiterhin eine Heimat haben. „Die Wirtschaftsförderung und die Stadt werden sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die zweite Feuerbeschichtungsanlage nach Dortmund kommt“, so der OB.

Die Betriebsratvorsitzende Sabine Birkenfeld hatte im Dezember berichtet, dass sich der Betriebsrat für den Bau der Anlage in Dortmund stark macht und diese nicht nach Duisburg kommt. Sollte Dortmund den Zuschlag bekommen, bedeute dies eine Investition von 150 Millionen Euro und 65 neuen Arbeitsplätzen. Aktuell sind noch rund 1300 Menschen auf der Westfalenhütte. Bis zur Stilllegung der Hochöfen im Jahr 2001 waren das noch 2400.

 

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