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Neuer Intendant Dr. Raphael von Hoensbroech (40) will das Konzerthaus Dortmund zum „zweiten Wohnzimmer“ machen

Dr. Raphael von Hoensbroech wird neuer Konzerthaus-Intendant.

Dr. Raphael von Hoensbroech wird im September 2018 neuer Konzerthaus-Intendant in Dortmund.

Von Joachim vom Brocke

Die Liebe zur Musik startete schon ganz früh. Mit drei Jahren lernte er Violine spielen, mit 16 stand die Gründung eines Jugendchores an. In Köln studierte er Musikwissenschaft, Philosophie, Schuld- und Urheberrecht, lernte nebenbei über Meisterkurse das Dirigieren, gab Konzerte in Europa und Japan. Erste Erfahrungen im Kulturmanagement sammelte er während des Studiums beim Beethovenfest in Bonn. Der inzwischen promovierte Musikwissenschaftler arbeitete von 2005 bis 2013 als Unternehmensberater und kehrte 2013 ins Kulturmanagement zurück.

Sechsjahres-Vertrag unterschrieben – „Haben ein vorzügliches Haus in Dortmund“

Dr. Raphael von Hoensbroech, zurzeit geschäftsführender Direktor des berühmten Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt, unterschrieb im Rathaus seinen Sechsjahres-Vertrag als Intendant und Geschäftsführer des Konzerthauses in Dortmund.

Ab 15. September 2018 wird der Nachfolger von Benedikt Stampa seinen Schreibtisch an der Brückstraße beziehen. Stampa wechselt von Dortmund als Intendant an das Festspielhaus in Baden-Baden.

Kulturdezernent Jörg Stüdemann lobte bei der Vorstellung von Raphael von Hoensbroech die „vorzügliche Kombination“ seines Ausbildungsweges, die seit frühester Kindheit mit Musik zu tun gehabt habe. Seine Familie – dazu gehören Ehefrau und fünf Kinder zwischen drei und 13 Jahren – werde mit nach Dortmund ziehen.

Bei Musikfreunden Lust auf Livekonzerte wecken: Sie sollen zum „energetischen Erlebnis“ werden

Freuen sich auf Dortmund: Der künftige Konzerthaus-Intendant Dr. Raphael von Hoensbroech und seine Frau (Mitte), vorgestellt von Kulturdezernent Jörg Stüdemann und Birgit Jörder, Vorsitzende des Konzerthaus-Aufsichtsrates. Foto: Joachim vom Brocke

Dr. Raphael von Hoensbroech und seine Frau (Mitte),  mit Jörg Stüdemann und Birgit Jörder. Foto: J.v. Brocke

Stüdemann war sich sicher, dass Raphael von Hoensbroech mit „Begeisterung die Arbeit an der Spitze des Konzerthauses“ beginnen werde: „Wir haben nicht das Größte, dafür aber ein vorzügliches Haus in Dortmund“. Benedikt Stampa und seinem Team bescheinigte Stüdemann ausgezeichnete Arbeit geleistet zu haben – „vielseitig und beachtet in der Musikwelt“.

Für Raphael von Hoensbroech ist Dortmund nicht unbekannt. Als Kind habe er mit seinen Eltern einige Zeit in Voßwinkel bei Arnsberg gelebt und schon damals mehrere Inszenierungen am Dortmunder Theater besucht. In der Hauptstadt Berlin, wo es vieles drei- oder vierfach gebe, sei das Programm eine „tägliche Herausforderung“.

Dortmund sei zwar kleiner, doch „die Herausforderungen deshalb nicht weniger“. Der künftige Konzerthaus-Intendant möchte bei Musikfreunden die Lust auf Besuche wecken: „Sie sollen zu einem energetischen Erlebnis werden“. Ein musikalisches Liveerlebnis in einem schönen Saal sei etwas völlig anderes als sich zu Hause eine CD anzuhören.

Erste komplett eigene Spielzeit wird 2020/21 präsentiert

Bei Prof. Dr. Sebastian Nordmann, dem Intendanten des Konzerthaus Berlin, habe er in seiner Zeit als Geschäftsführer viel gelernt und an Erfahrung erworben. Sein „zweites Wohnzimmer“ werde er gerne in Dortmund beziehen. Raphael von Hoensbroech wird seine komplett erste eigene Spielzeit in der Spielzeit 2020/21 präsentieren, da die Vorbereitungen für die Zeit zuvor schon weitgehend abgeschlossen seien.

Sofern es seine Aufgaben zulassen, möchte der neue Intendant bereits ab sofort mit dem Team in Dortmund zusammen arbeiten. „Eines“, so von Hoensbroech, „wird es nicht geben: das Programm von Berlin auf Dortmund zu übertragen“. An seinem „hohen künstlerischen Anspruch“ werde er allerdings festhalten.

Mehr Informationen:

  • Raphael von Hoensbroech wurde in Tokio geboren und wuchs in Köln und Arnsberg auf. 
  • Als Geschäftsführender Direktor des Konzerthauses Berlin ist er zuständig für ein eigenes Orchester und über 600 Veranstaltungen in einem der größten deutschsprachigen Konzerthäuser.
  • Ehrenamtlich ist Raphael von Hoensbroech erster Vorsitzender der Csilla-von-Boeselager-Stiftung Osteuropahilfe e.V. und Kuratoriumsmitglied der Bachwoche Ansbach und der Sing-Akademie zu Berlin.

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