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Mittelalter vom 31. Oktober bis 5. November in der City: Hansemarkt und verkaufsoffener Sonntag in Dortmund

Rechnen mit 100 000 zusätzlichen CitybesucherInnen: die Hansemarkt-Organisatoren Foad Boulakhrif, Frank Schulz und Patrick Arens.

Rechnen mit 100 000 zusätzlichen CitybesucherInnen: Foad Boulakhrif, Frank Schulz und Patrick Arens.

Von Joachim vom Brocke

Einen Tag länger als üblich dauert wegen des Reformationstages als Feiertag der Hansemarkt in der City, das mittelalterliche Spektakel. Frank Schulz von der Gesellschaft für City-Marketing, rechnet mit 100.000 zusätzlichen BesucherInnen vom 31. Oktober bis zum 5. November. Denn hinzu kommt am Sonntag, 5. November, ein verkaufsoffener Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Musikgruppen, Ritter, Gaukler, Feuershows werden für viel Abwechslung sorgen.

Flohzirkus, Schmuck aus Hufeisen und viel Musik – Drechslern, Zimmerleuten und Lehmbauern zusehen

Hinzu kommt eine ganze Reihe von interessanten Ständen. Schausteller Patrick Arens und Foad Boulakhrif von der Agentur Schöne Märkte freuen sich zum Beispiel auf einen Bonbonmacher, der nach langer Zeit mal wieder zu Besuch ist.

„Dazu gibt es Straßentheater, einen tschechischen Wanderzirkus, einen Flohzirkus mit lebendigen Flöhen, Schmuck aus Hufeisen und jede Menge Musik“, verspricht der Schausteller. Es ist der 23. Hansemarkt, der am Dienstag, 31. Oktober, um 14.30 Uhr von OB Ullrich Sierau am Turnierplatz vor der Reinoldikirche eröffnet wird.

Zwischen Altem Markt und Kleppingstraße wird die Stadt ins 14. Jahrhundert zurück versetzt. In der Handwerkergasse (Willy-Brandt-Platz und Kleppingstraße) können die ZuschauerInnen erleben, wie vor hunderten Jahren bei Drechslern, Zimmerleuten und Lehmbauern gearbeitet wurde. In drei Schmieden dürfen auch Kinder mal den Hammer schwingen.

Käserei bietet „Dortmunder Bierkäse“ an – Nostalgische Kirmes auf dem Alten Markt

Der Rat entscheidet über die verkaufsoffenen Sonntage. Kirchen und Gewerkschaften wollen sie verhindern.

Am übernächsten Sonntag (5. November) ist in der City verkaufsoffen. Archivbild: Alex Völkel

Schlachter, Räucherei, Winzer und Bierbrauer zeigen in der Hexengasse an der Kleppingstraße, wie einst Lebensmittel veredelt wurden. Eine Käserei bietet „Dortmunder Bierkäse“ an, einen herzhaft-cremigen, in Dortmunder Bier gereiften Rohmilchschnittkäse mit Röstzwiebeln.

Bäuerliches Handwerk, westfälisches Brauchtum und allerlei Leckereien sind Trumpf. Am Europabrunnen an der Kleppingstraße werden Tiere aus unseren Wäldern zu sehen sein. Hier ist auch Abfahrt- und Haltestation für die zahlreichen Pferdekutschfahrten durch die City. Vor dem Turm der Reinoldikirche zeigen Knappen, wie sich die Bürger früher mit Schwert und Degen verteidigten. Mit dabei sind Rittersleute, Gaukler, Marketender, Messerwerfer, Bogenschützen und Musiker.

Auf dem Alten Markt gibt es eine nostalgisches Kirmes mit Raupenbahn (78 Jahre alt), Schwanenflieger (60 Jahre alt), Dampfmaschinen, Nostalgieschießbude und weiteren historischen Karussells. Von 18 bis 19.30 Uhr kann zum Beispiel am Autoscooter getanzt werden. Höhepunkt dürfte diesmal die „Fahrt ins Paradies“ sein.

Zu Beginn der 1930er Jahre entwickelte Ferdinand Heyn in Thüringen die weltbekannten Karussellpferde und auch die „Fahrt ins Paradies“, eine Berg- und Talbahn mit ungewöhnlicher Fahrweise. Sie war bis Ende der 1950er Jahre in Betrieb. Rund 50 Jahre fiel die Bahn in einen Dornröschenschlaf, bis sie in einer Halle wieder entdeckt wurde – mit verstaubten Plänen, Fotos, alten Schellackplatten und einem Schuhkarten voller Fahrkarten.

„Fahrt ins Paradies“ auf alter Berg- und Talbahn – sie ist bereits 78 Jahre alt

Die Raupenbahn auf dem Alten Markt ist 78 Jahre alt und dreht immer noch ihre Runden. Fotos: Joachim vom Brocke

Die Raupenbahn ist 78 Jahre alt und dreht immer noch ihre Runden. Fotos: Joachim vom Brocke

Die Schaustellerfamilie Schleifer, die heutigen Eigentümer, sahen durch Zufalls Fotos der Bahn. Ihnen war sofort klar, dass die Bahn erhalten bleiben muss, zumal sich alles in einem hervorragenden Originalzustand befand und kein vergleichbares Karussell die Zeit überdauert hat.

Die gesamte Karussellkonstruktion besteht aus Holz, sowohl Fahrbahn als auch Antrieb. Alte Lackschichten wurden entfernt, schadhaftes Holz ersetzt, alles neue verleimt und neu lackiert. Die alten Malereien wurden sehr aufwändig restauriert, die Elektrik heutigen Bestimmungen angepasst, so dass auch der TÜV seinen Segen gab.

Nicht fehlen wird die Gänsekapelle. Zwölf kräftige Tiere marschieren am Samstag um 15 und 19 Uhr sowie am Sonntag um 15 Uhr, 17 und 19 Uhr über den Alten Markt – ein lustiges Spektakel für junge und alte Besucher gleichermaßen.

Mehr Informationen:

  • Der Hansemarkt findet vom 31. Oktober bis 5. November statt. Geöffnet ist täglich von 11 bis 21 Uhr. Ausnahme: der Feiertag Allerheiligen, dann erst ab 18 Uhr. 
  • Sonntag, 5. November, ist von 13 bis 18 Uhr verkaufsoffener Sonntag.
  • Der Hansemarkt in der Dortmunder Innenstadt ist ein alljährliche Spektakel und vereint zahlreiche Händler und Akteure aus ganz Deutschland. Er greift die Jahrhunderte alte Tradition des Stadtmarktes auf – denn der Dortmunder Markt war einer der größten Märkte im Mittelalter.
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Ein Gedanke zu “Mittelalter vom 31. Oktober bis 5. November in der City: Hansemarkt und verkaufsoffener Sonntag in Dortmund

  1. Fußballklub Borussia Commondale

    Schausteller und Markthändler spenden für Borussia Commondale

    Auch in diesem Jahr unterstützen Schausteller und Markthändler den Fußballklub Borussia Commondale in Südafrika: Rund 25 Betreiber öffnen ihre Stände im Anschluss an den Hansemarkt rund um die Reinoldikirche und auf dem Platz von Netanya noch von Mittwoch bis Samstag (08.-11.11.) täglich von 10 bis 20 Uhr und spenden einen Teil ihrer Erlöse.

    Muzi Hlatshwayo (30), Mitbegründer und Trainer des südafrikanischen Fußballklubs Borussia Commondale, stellte sein Projekt vor fünf Jahren in Dortmund vor und fand mit Hilfe von Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Vorstandsmitglied Hans-Peter Arens sofort Unterstützung für seinen gemeinnützigen Verein, der perspektivlosen Jugendlichen hilft, sich sozial besser zu integrieren.

    Commondale ist eine ländliche Region im Süden der Provinz Mpumalanga mit rund 8.000 Einwohnern, davon etwa 3.000 Jugendliche unter 16 Jahren. Mpumalanga bedeutet „Ort, an dem die Sonne aufgeht“.

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