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Mieter aus 114 Nationen leben unter den Dächern von DOGEWO21 – 34 Millionen Euro in Bestand investiert

In Bövinghausen hat das kommunale Unternehmen Dogewo21 neu gebaut.

In Bövinghausen hat das kommunale Unternehmen Dogewo21 neu gebaut.

Von Heike Becker-Sander

Das Dortmunder Wohnungsunternehmen DOGEWO21 bleibt in der Erfolgsspur. Die am Freitag vorgelegte Bilanz für das vergangene Jahr weist 2016 als das bisher erfolgreichste der Unternehmensgeschichte aus. „Wir hatten ein sehr gutes Geschäftsjahr 2016. Das ist sehr erfreulich“, resümierte Geschäftsführer Klaus Graniki sichtlich zufrieden. Das Jahresergebnis (vor Steuern) stieg auf knapp 3,95 Millionen Euro.

Unternehmen investiert über die Hälfte der Einnahmen in den Bestand

Die Bestände von Dogewo21 am Gansmannshof wurden 2016 saniert.

Die Bestände am Gansmannshof wurden saniert.

Dabei investierte DOGEWO21 im vergangenen Jahr auch wieder mehr als 50 Prozent der Mieteinnahmen in den Bestand – rund 34 Millionen Euro. „Damit liegen wir im Spitzenfeld der großen Wohnungsunternehmen“, so Klaus Graniki.

Schwerpunkte waren neben Instandhaltungen im großen Umfang auch Modernisierungen, Reparaturen, Balkonanbauten und der Neubau von Wohnungen – unter anderem durch das Aufstocken von Häusern.

Rund 16 000 Wohnungen gehören dem Unternehmen im Dortmunder Stadtgebiet. 40 000 Menschen leben in DOGEWO-Häusern. „Und sie kommen aus 114 Nationen“, ergänzt Pressesprecherin Regine Stoerring.

Rekordtief bei den Leerständen – Quote liegt bei nur noch 0,51 Prozent

Die Bestände von Dogewo21 in Löttringhausen wurden 2016 saniert.

Die Häuser in Löttringhausen wurden saniert.

Auch in Dortmund ist das Wohnungsangebot im Jahr 2016 – vor allem in den preiswerten Kategorien – knapper geworden. Das zeigt sich unter anderem im Rekordtief bei den Leerständen der DOGEWO21.

Nur 83 Wohnungen standen Ende 2016 marktbedingt leer, das entspricht einer Quote von 0,51 Prozent.  Auch die Fluktuation in der Mieterschaft ist noch einmal gesunken. Nur 8,3 Prozent der Mieter kündigten. 2015 lag diese Quote noch bei 12 Prozent.

„Bei uns bleibt das Wohnen bezahlbar“, verspricht Graniki. Die Durchschnittsmiete lag 2016 bei 5,14 Euro pro Quadratmeter, Neumieter zahlten im Schnitt 5,57 Euro. „Damit liegen wir deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt von 6 Euro pro Quadratmeter.“

Bedarf an altengerechten Wohnungen kann nicht gedeckt werden

Der Bedarf an altengerechte Wohnungen ist nicht gedeckt. Hier das Beispiel eines angestellten Aufzugs.

Der Bedarf an altengerechte Wohnungen ist nicht gedeckt. Hier das Beispiel eines angestellten Aufzugs.

Der DOGEWO21-Geschäftsführer nutzte die Vorstellung der Bilanz 2016 dazu, auf die Probleme in der Wohnungswirtschaft hinzuweisen, die sich vor allem durch den demographischen Wandel ergeben. „Wir brauchen mehr altengerechte Wohnungen“, betonte Klaus Graniki.

Er sehe im Moment nicht, wie dieser steigende Bedarf in naher Zukunft gedeckt werden könnte. „Die Politik hat das Problem bisher immer ausgesessen“, so sein Vorwurf. DOGEWO21 bemüht sich, mindestens 10 Prozent ihres Wohnungsbestandes altengerecht und barrierearm zu gestalten. „Wir sind da auf einem guten Weg.“

Größere Neubauprojekte der Dortmunder Gesellschaft für Wohnen wird es in absehbarer Zeit wohl vorerst nicht geben. Zurzeit werden in Bövinghausen 48 öffentlich geförderte Wohnungen auf einem der letzten Grundstücke gebaut, über das DOGEWO21 verfügt.

Ungesunde Preise bei Zwangsversteigerungen machen Ankäufe fast unmöglich

Der Bestand an der Sonnenseite in Eving wird 90 Jahre alt.

Der Bestand an der Sonnenseite in Eving ist 90 Jahre alt.

Bei den derzeitigen Grundstückspreisen sei es im Moment nahezu unmöglich, selbst mit Fördermitteln, Wohnungen zu bauen, die bezahlbare Mieten hätten. Und auch die Flut ständig neuer Bauvorschriften machten Neubauten nicht gerade einfacher.

Der derzeitige Boom auf dem Immobilienmarkt macht sich auch auf einem anderen Gebiet bemerkbar. DOGEWO21 hatte in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg mehrere völlig heruntergekommene Häuser – unter anderem in der Nordstadt – aufgekauft und mit Erfolg komplett saniert.

Weitere Projekte dieser Art würde das Unternehmen durchaus in Angriff nehmen, aber: „Die Preise für diese Objekte sind sehr ungesund gestiegen“, erläutert Prokurist Christian Nagel. Selbst bei Zwangsversteigerungen würden sich die Interessenten überbieten, um mit den maroden Häusern noch schnelles Geld zu machen.

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