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Mahnendes Gedenken: Mehrere Veranstaltungen erinnern am 9. November in Dortmund an die Pogromnacht vor 79 Jahren

Gedenken an die Pogromnacht im Foyer der Oper und auf dem Platz der alten Synagoge. Kranzniederlegung

Das Gedenken an die Pogromnacht findet im Opernfoyer d und auf dem Platz der alten Synagoge statt.

Mehrere Gedenkveranstaltungen an die Pogromnacht im November vor 79 Jahren gibt es am morgigen Donnerstag (9.November 2017)  in der Stadt Dortmund. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der Jüdinnen und Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später im Holocaust mündete.

Kranzniederlegung am Platz der alten Synagoge und Gedenken in Dorstfeld

Im Foyer des Opernhauses beginnt die offizielle städtische Gedenkstunde am Donnerstag um 17.30 Uhr in der Innenstadt. Ansprachen halten OB Ullrich Sierau und Rabbiner Baruch Babaev von der Jüdischen Kultusgemeinde Dortmund.

Gedenken an die Pogromnacht in Dorstfeld.

Die Gedenkfeier in Dorstfeld findet bereits um 15 Uhr unweit des Wilhelmplatzes statt.

Musikalisch umrahmt wird die Gedenkstunde durch die Musikschule Dortmund. Tirzah Haase liest über „Eine Reise nach Ostpolen“. Mit einer Kranzniederlegung auf dem Platz der Alten Synagoge und einem Gebet von Kantor Arie Mozes von der Jüdischen Kultusgemeinde endet diese Gedenkstunde.

Auch in Dortmund wurden in der Pogromnacht die Synagogen Dorstfeld und Hörde zerstört. In Dorstfeld findet die Gedenkstunde am 9. November bereits um 15 Uhr am jüdischen Mahnmal an der Arminiusstraße/Dorstfelder Hellweg statt. Hier sprechen u.a. Bürgermeister Manfred Sauer, Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß sowie Rabbiner Baruch Babaev.

In Dorstfeld wird erwartet, dass die Neonazis wie in den Vorjahren versuchen werden, die Gedenkfeier zu stören. Nicht nur deshalb hat die Unterstützung von DemokratInnen und AntifaschistInnen auch aus anderen Stadtteilen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Ökumenisches Gedenken in Stadtkirche St. Petri

Zu einem ökumenischen Gedenken an den Judenpogrom vom 9. November 1938 laden die Evangelische Stadtkirche St. Petri, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ein. Schülerinnen und Schüler der „Stolperstein AG“ des Goethe-Gymnasiums berichten über das Schicksal jüdischer Familien aus Dortmund.

In der Mitte des Kirchenraums ist ein eindrucksvolles Gedenkbild gestaltet – mit Namen von Dortmunderinnen und Dortmunder, die vor 75 Jahren ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurden. Im Gedenken können die Besucher Kerzen anzünden. Christiane Cordt (Cello) gestaltet den Abend musikalisch. Beginn ist am Donnerstag um 19 Uhr.

Wickeder treffen sich am Denkmal gegen das Vergessen

Am Denkmal gegen das Vergessen vor dem Seniorenhaus Lucia findet in Wickede eine Gedenkstunde statt. Mit dabei Gäste aus dem Stadtbezirk Scharnhorst, die Schülerinnen und Schüler der katholischen Hauptschule Husen. Sie werden über die jüdischen Familie aus ihrem Vorort erzählen, die Kinder der Bach-Grundschule berichten über das Schicksal der Wickede Juden und anschließend werden Kinder der Steinbrink-Grundchule erzählen, wie das Denkmal gegen das Vergessen entstanden ist und was es bedeutet.

Im Tal der Gemeinden in der Gedenkstätte Yard Vashem gibt es auch Verweise auf die Gemeinden im Dortmund, Höre und Aplerbeck.

Iin der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel wirdan die Gemeinden im Dortmund, Hörde und Aplerbeck erinnert.

Mit dabei ist auch die Konfirmandengruppe der ev. Kirchengemeinde Wickede. Anschließend geht es mit Kerzen durch das Dorf auf das Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofes am Fränkischen Friedhof. Dort findet gegen 17.45 Uhr die Kranzniederlegung statt. Ab etwa 18 Uhr treffen sich alle im ev. Gemeindehaus am Wickeder Hellweg. Dort bereiten die Damen der Frauenhilfe zum Ausklang und Aufwärmen Kakao und Plätzchen vor.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es diese Tradition in Wickede. Waren es früher Erwachsene, die zum Tag und zu den Ereignissen 1938 sprachen, so haben diese Aufgaben mittlerweile Schülerinnen und Schüler übernommen. Die Schulen bereiten die Veranstaltung vor. So werden Kinder altersgemäß an diese dunklen Kapitel der deutschen Geschichte herangeführt. Dabei stehen die konkreten Schicksale der einzelnen jüdischen Familien im Vordergrund. Der Familien, für die es mittlerweile auch Stolpersteine vor ihren früheren Häusern und Wohnungen gibt.

In Hörde findet die Gedenkfeier am 12. November statt

„Gemachte Verschwörung, entfachte Empörung“ – unter diesem Leitthema steht die Gedenkveranstaltung am Sonntag, 12. November, um 17 Uhr in der Bezirksverwaltungsstelle in Hörde. Nach der Begrüßung durch Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris folgen Grußworte von Rabbiner Baruch Babaev. Mit der Gedenkfeier wird auch die dazu gehörige Ausstellung beendet, die dort seit 20. Oktober zu sehen ist.

Gestalter der Gedenkfeier sind Aviv Nidel, Rabbiner Baruch Babaev, Diethart Döring, Klaus Lenser, Horst Richter, Barbara Samuel, Barbara Posthoff, Kristina Rajic-Pfetzing, Claudia Werner sowie Schülerinnen und Schüler des Geschichts-Kursus sowie des Kunst-Kurses 9mk und 10ni der Johann-Gutenberg-Realschule. Am Mahnmal Friedrich-Ebert-Platz gibt es darüber hinaus ein Gedenken.

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